Freitag, 8. Mai 2020

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. (Joh 14,3)

04 Woche im Jahreskreis    Freitag
Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 14,1-6

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!

Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.

Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?

Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.



Tagesimpuls:

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.  (Joh 14,3)

Das Leben ist ein Weg zum Himmel an der Hand Jesu. Er ist der Weg. Wir sollen in ihm leben, in ihm bleiben, mit ihm verbunden, dann führt er uns den Weg zum Himmel. Ehrlich gesagt, bin ich gar nicht so sehr auf den Himmel eingestellt. Ich bin Kind meiner Zeit. Zur Zeit des Studiums war es fast verpönt, zu sehr vom Himmel zu sprechen. Man betonte damals, dass das Reich Gottes hier auf der Erde beginne. Viel zu lange hätte die Kirche die Menschen auf den Himmel vertröstet. Man spürte, wie die Kirche sich damals absetzten wollte von der Behauptung der Religionskritiker, dass Religion „Opium fürs Volk" sei. Man wollte betonen, dass die Kirche nicht nur auf den Himmel vertröste, sondern auch hier auf der Erde für das Wohl der Menschen sorge.

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Diese Jahre haben mich geprägt. Es ist unser Zeitgeist. Bis heute kommt es mir fremd vor, sehr viel über den Himmel zu sprechen. Das kommt eigentlich nur bei Beerdigungen vor. Aber ich frage mich, ob das richtig ist. Wenn die Kirche damals nur über den Himmel gesprochen hat, war das vielleicht einseitig. Aber wenn sie jetzt nur über die Erde spricht, ist das genauso einseitig. Es geht doch um die Verbindung, um die Brücke zum Himmel, die Jesus gebaut hat.

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Wie also gut über den Himmel sprechen? Meine Erfahrung ist diese: Wenn ich mir bewusst mache, dass ich nicht mehr lange hier auf der Erde leben werde, dann macht mich das frei. Ich sage mir zum Beispiel: Solange ich noch hier auf der Erde bin, will ich noch so viel wie möglich Gutes tun. Ich hänge nicht an irgendwelchen Dingen, die ich unbedingt erreichen will. Mein eigener Wille relativiert sich. Ich kann mehr im Augenblick leben. Ich sehe also einige gute Früchte, wenn ich mir immer wieder klar mache, dass mein Leben hier auf der Erde kurz ist. Das führt nicht dazu, dass ich meine Pflichten vernachlässige. Im Gegenteil, ich versuche die Zeit hier auf der Erde so gut wie möglich zu nutzen.

Gebet:
Jesus, du willst, dass wir mehr über den Himmel nachdenken. Ich habe das bisher zu wenig gemacht. Aber ich will damit beginnen. Du bist der Weg zum Himmel. Du hilfst uns, dass wir uns nicht zu sehr am Irdischen festklammern. Gib, dass die Ausrichtung auf den Himmel uns zu mehr Liebe befreit.


Pastor Roland Bohnen 
www.tagesimpuls.org
 


Roland Bohnen
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