Dienstag, 17. Mai 2022

Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat. (Joh 14,30b.31)

05 Woche der Osterzeit       

 

EVANGELIUM

Joh 14, 27-31a

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

27Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.

28Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.

29Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.

30Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht,

31aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

 

 

Tagesimpuls:

 

Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.  (Joh 14,30b.31)

 

Der Teufel hat keine Macht über Jesus. Jesus hat seinen Tod freiwillig auf sich genommen. Er erklärt auch genau den Grund: wir sollen seine große Liebe und seinen großen Gehorsam zum Vater erkennen. Das ist interessant. Meistens denken wir daran, dass Jesus freiwillig den Tod auf sich genommen hat aus Liebe zu uns. Aber bevor er das für uns getan hat, hat er es für den Vater getan. Indirekt hat er es natürlich auch schon für uns getan, denn wir sollen an seinem Liebes-Gehorsam gegenüber dem Vater ja etwas lernen. Wir sollen in ihm Sinn unseres Lebens erkennen. Die Bestimmung für unser menschliches Leben ist es, uns dem Vater hinzugeben, so wie Jesus es getan hat.

 

Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

 

Durch die vollkommene Hingabe an den Vater hat Jesus das gelebt, was für alle Menschen von Anfang an bestimmt war. Durch die Sünde hat der Mensch diese Bestimmung zerstört. Kein Mensch vor Jesus hat je diese vollkommene Hingabe an den Vater leben können, denn die Sünde und die dadurch resultierende Gefangenschaft durch den Teufel hat uns daran gehindert. Nun können wir in Christus auch diese Hingabe leben. Christus befreit uns von den negativen teuflischen Bindungen, so dass wir wieder frei sind zu lieben und uns dem Vater hinzugeben.

 

Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

 

Wir können das leben, in dem wir alles freiwillig annehmen, was auf uns zukommt. In der Psychologie würde man sagen, dass wir nicht die Opferrolle annehmen. Wir bleiben immer die aktiv Handelnden, wir bleiben immer frei. Traditionell hörte man auch öfter die Formulierung: „ich opfere mein Leiden dem Herrn auf." Auch das ist ein Ausdruck des freiwilligen Annehmens. Ich bin nicht Opfer, sondern ich bin frei in dem, was ich tue. Es ist meine freie Entscheidung, das Leid aufzuopfern (statt bitter zu werden). Das ist dann meine gehorsame Hingabe an den Vater.

 

Gebet:

 Jesus, ich danke dir für deine freiwillige Hingabe am Kreuz. Du warst nie Opfer, sondern du hast alles freiwillig auf dich genommen für den Vater und für uns Menschen. Hilf mir, dass auch ich alles Leid aufopfere als Liebes-Gehorsam für den Vater.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

Montag, 16. Mai 2022

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. (Joh 14,21)

05 Woche der Osterzeit        Montag

 

EVANGELIUM

Joh 14, 21-26

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

21Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

22Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?

23Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.

24Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.

25Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.

26Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.  (Joh 14,21)

 

Gott liebt uns und er will sich uns offenbaren. Aber er offenbart sich nicht jedem, und auch nicht jedem auf die gleiche Weise. Heute hören wir, dass es eine Bedingung gibt, damit sich Jesus offenbaren kann. Wir müssen seine Gebote halten und ihn lieben. Dazu kommt, dass wir an seinem Wort festhalten. Wenn also jemand sagen würde: „wenn Gott sich mir zeigen möchte, dann soll er es doch tun!", dann könnte das so nicht funktionieren. Er müsste auch seinen Teil dazu tun, damit Gott sich ihm offenbaren kann. Und um diesen Teil, den wir selbst tun müssen, geht es im heutigen Evangelium.

 

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

 

Ich glaube, im Mitmenschlichen ist es ähnlich. Wenn jemand einer anderen Person, die ihn liebt, distanziert gegenübersteht und sagen würde: „er oder sie soll mir doch seine Liebe beweisen", dann würde er nie spüren, wie sehr der oder die andere ihn liebt. Die Liebe wird nur dann spürbar und begreifbar, wenn beide Partner sich darauf einlassen, wenn beide Partner sich öffnen. Ich muss also meine Distanz aufgeben, wenn ich die Erfahrung machen möchte, dass der andere mich liebt. Das geht eben nur, wenn beide mitmachen.

 

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

 

So ist es auch bei der Gottesliebe. Sie kann nur dann für uns erfahrbar werden, wenn wir selbst unseren Teil dazu beitragen. Wir müssen uns für ihn öffnen, wir müssen ihm wenigstens ein klein wenig Liebe schenken, damit wir seine Liebe erfahren können, damit er sich uns offenbaren kann. Wie können wir das tun? Wir können unser Herz öffnen im Gebet, wir können und sollen sein Wort betrachten, und wir sollen seine Gebote halten. Wenigstens das ehrliche Bemühen darum sollte unser Leben charakterisieren.

 

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

 

Immer wieder hört man von Menschen, die gebetet haben: „Gott, wenn es dich gibt, dann zeige dich mir." Einer betete für mehrere Wochen: „Come and get me!" („Komm und nimm mich!" – das war in Amerika). Ich persönlich kann kaum glauben, dass, wenn jemand ehrlich derartige Gebete über eine längere Zeit regelmäßig betet, dass sich Gott ihm dann nicht offenbaren würde. Ich weiß ganz sicher, das er sich uns zeigen will. Er wartet nur darauf, dass wir unser Herz so weit öffnen, dass eine solche Offenbarung möglich wird.

 

Gebet:

 Jesus, ich danke dir, dass du dich mir gezeigt hast. Ich danke dir für alle Menschen, denen du dich gezeigt hast. Ich bitte dich für alle, die dich suchen. Hilf uns, dass wir den Menschen nichts Falsches über dich sagen. Hilf uns, den Menschen die frohe Botschaft richtig zu verkündigen, auch die Tatsache, dass sie ihren Teil dazu beitragen müssen, damit Gott sich ihnen offenbaren kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

Samstag, 14. Mai 2022

Er wird ihn bald verherrlichen. (Joh 13,32)

05 Sonntag der Osterzeit

Evangelium                                                          Joh 13, 31–33a.34–35

Als Judas vom Mahl hinausgegangen war, sagte Jesus:
31Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht
und Gott ist in ihm verherrlicht.
32Wenn Gott in ihm verherrlicht ist,
wird auch Gott ihn in sich verherrlichen
und er wird ihn bald verherrlichen.
33aMeine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch.
34Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebt einander!
Wie ich euch geliebt habe,
so sollt auch ihr einander lieben.
35Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid:
wenn ihr einander liebt.

 

Tagesimpuls:

 

Er wird ihn bald verherrlichen.  (Joh 13,32)

Dies ist Bestandteil der langen Abschiedsrede, die Jesus nach seinem letzten Abendmahl gehalten hat. In dieser Rede kündigt Jesus seinen Tod und seine Auferstehung an. Jesus sagt: „Gott wird ihn bald verherrlichen." Für uns ist das Wort „verherrlichen" zunächst nicht leicht zugänglich. Wir reden von einem herrlichen Tag oder vom herrlichen Wetter. Es ist also etwas Schönes damit gemeint. Die Bibel spricht von der Herrlichkeit Gottes, und zweifellos meint sie damit auch die Schönheit Gottes. Schönheit ist etwas Sichtbares. Daher kann man auch sagen, die Herrlichkeit ist die Sichtbarkeit Gottes, wie er in seiner vollen Schönheit vor unseren menschlichen Augen erstrahlt.

 

Er wird ihn bald verherrlichen.

In Jesu irdischem Leben war die Herrlichkeit Gottes weitestgehend verborgen. Nur in den Wundern schien sie auf. Aber am Kreuz war sie ganz verborgen. Wenn Jesus sagt, „er wird ihn bald verherrlichen", dann kündigt er das Wunder von Ostern an, das allergrößte Wunder. Da wird die Herrlichkeit Gottes im auferstandenen Jesus ganz sichtbar.

 

Er wird ihn bald verherrlichen.

Es ist für uns immer bedenkenswert, dass die Herrlichkeit Gottes erscheint, nachdem Jesus den Weg durch das Kreuz gegangen ist. Das hat mit der Liebe zu tun. Jesus will uns lieben bis zur Vollendung, bis zum äußersten, bis zu dem Punkt, den man nicht mehr überbieten kann, der Hingabe des Lebens. Diese vollkommene Liebestat, die Jesus von Anfang an gewollt hat, zeigt schon anfanghaft die Herrlichkeit Gottes. Im Kreuz erleben wir eine geheimnisvolle Übereinstimmung von Verborgenheit und Offenbarung der Herrlichkeit Gottes. Wenn man auf das Leiden und auf die Ohnmacht schaut, ist Gottes Herrlichkeit verborgen. Aber die Liebestat offenbart auch schon die Herrlichkeit, die sich dann später im Ostergeschehen vollendet. Ostern zeigt dann, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern die Liebe. Die Liebe siegt über den Tod. In der Liebe wird die Herrlichkeit Gottes in gewisser Weise schon sichtbar.

 

Gebet:

 Jesus, ich danke dir, dass du die Herrlichkeit Gottes für uns offenbart hast. Für uns ist es eine große Herausforderung, dass wir immer wieder durch das Kreuz hindurchgehen müssen. Aber wir sehen auch, dass das Kreuz Ausdruck der allergrößten Liebe ist. Jesus, schenke uns diese Liebe ins Herz, dass auch wir unser Leben hingeben können für die Menschen. So kann auch in unserem Leben die Herrlichkeit Gottes offenbart werden.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

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