Mittwoch, 13. November 2019

Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war. (Lk 17,15)


32 Woche im Jahreskreis Mittwoch 

EVANGELIUM

Lk 17, 11-19

11Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.

12Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen

13und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!

14Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein.

15Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme.

16Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien.

17Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun?

18Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?

19Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.


Tagesimpuls 

Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war. (Lk 17,15)

Eine Heilung ist das eine, Umkehr ist etwas anderes. Menschen können viele Gnadengeschenke erhalten, aber ob sie deswegen auch zu Gott umkehren, ist etwas anderes. Offensichtlich sind es nur wenige, die wirklich umkehren und Jesus nachfolgen. 

Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war.

Der erste Schritt zur Umkehr war bei diesem Geheilten die Dankbarkeit. Ich finde es gut, im heutigen Evangelium wieder daran erinnert zu werden. Dankbarkeit macht das Leben schön und reich. Ich erlebe mich dabei, dass ich das Gute, vor allem das Gute, was Gott mir so viel schenkt, zu wenig genieße. Ich habe so viel zu tun, immer kommt schon wieder etwas anderes, die Zeit läuft so schnell, da findet man kaum Zeit zum Innehalten und zum dankbaren Erinnern all der Gnadengeschenke, die man erhalten hat. Daher will ich mir das heute vornehmen. 

Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war.

Dankbarkeit ist keine mühevolle Pflicht, vor der man sich lieber drücken würde. Es ist wirklich schön, es ist eine Bereicherung, wenn man sich Zeit nimmt für die Dankbarkeit. Vielleicht sollte ich es so konkret machen, dass ich z.B. fünf Dinge aufzähle, für die ich Gott jetzt besonders danken will. Ich will mir einfach heute dieses Momente nehmen. Ich bin sicher, dass mein Tag dadurch mit mehr Freude erfüllt werden wird. 

Gebet: 
Jesus, heute erinnerst du mich daran, dankbar zu sein und meine Dankbarkeit öfter auszudrücken. Ich freue mich darauf, ich will das tun. Danke, dass durch das Danken die Freude ins Leben kommt. Hilf mir, dass ich wegen der vielen Beschäftigungen das Danken nicht vergesse! 

Pastor Roland Bohnen 
tagesimpuls.org 

Dienstag, 12. November 2019

Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven.

32. Woche im Jahreskreis.   Dienstag

EVANGELIUM

Lk 17, 7-10

In jener Zeit sprach Jesus:

7Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen?

8Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken.

9Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?

10So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.



Tagesimpuls 


Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven. (Lk 17,10) 


Mir geht es manchmal nach einer großen Anstrenung so, dass ich meine, eine besondere Belohnung verdient zu haben. Ich meine mich leider oft, mit Essen belohnen zu können. Ich weiß, wie ungesund das ist. Ich komme dieser falschen Struktur in mir auf die Schliche. Dieses Evangelium kann mir dabei helfen, eine neue Struktur in mir zu leben. Wenn ich alles getan habe, auch wenn es sehr anstrengend und fordernd gewesen ist, dann bleibe ich der Diener von Jesus. Ich gehe zu Jesus. Ich gehe nicht weg von Jesus, indem ich mich auf falsche Weise belohne. 


Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven.


Der Gedanke, immer Diener Jesu zu bleiben, kann mir helfen, mich von Jesus abzuwenden. Ich bleibe immer bei ihm. Ich frage ihn, was wir jetzt machen, wie es jetzt weitergeht, was jetzt als nächstes dran ist. Vielleicht wird er mir sagen, dass ich mich erholen soll. Aber dann ist das anders. Es ist anders, ob ich mich selber belohnen will, oder ob ich mich mit Jesus erhole. Heute bitte ich um die Gnade, den ganzen Tag, und vor allem auch am Abend bei Jesus bleiben zu können. 


Jesus, ich danke dir, dass du mir dieses Evangelium schenkst. Damit holst du mich ab aus meiner Schwäche. Du führst mich hinaus ins Weite, in eine neue Lebensweise. Ja, ich will immer bei dir bleiben, will mich nicht von dir abwenden, will nicht in eine falsche Haltung verfallen, losgelöst von dir. Ja, ich will dein Diener bleiben, egal was geschieht, ob ich nun müde bin oder nicht. Ich bleibe den ganzen Tag dein Diener. 



Pastor Roland Bohnen 

tagesimpuls.org 

Montag, 11. November 2019

Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn… (Lk 17,6)

32 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,1-6

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. 

Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt. 

Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm. 

Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben. 

Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben! 

Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn…  (Lk 17,6)

 

Ich glaube, Jesus will hier sagen, dass die Bekehrung eines Sünders ein größeres Wunder ist als das wunderbare Verpflanzen eines Baumes, und dass wir für solche Wunder beten sollen. Wir haben uns oftmals an die Situationen in unserer Umgebung gewöhnt und beten nicht wirklich für alles. Wir können uns auch nicht vorstellen, dass manche Personen oder Situationen sich wirklich zum Guten ändern könnten. Und hier sagt uns Jesus, dass wir mehr an das Unmögliche glauben sollen, und auch mehr dafür beten.

 

Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn…

 

Ich selber bete gar nicht so oft konkret. Oft ist mein innerer Impuls, alles in die Hände Gottes zu legen und nicht so viele spezifische, konkrete Wünsche zu äußern. Dann aber höre ich immer wieder im Evangelium, so wie heute, dass man auch um konkrete Dinge beten soll. Vielleicht muss man auch hier wie in so vielen Dingen den goldenen Mittelweg finden. Wenn man sich total auf eine Sache fixiert, kann das falsch sein. Wir wollen Gott ja nicht vorschreiben, was er tun soll. Aber wenn man nur beten würde in einer Haltung, „Herr, mach, was du willst!", dann wäre Gott wohl auch nicht glücklich, denn er will ja, dass wir uns im Gebet für seine Anliegen engagieren.

 

Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn…

 

Die Lösung könnte sein: Gott fragen: „Was sind deine Anliegen, die du mir heute persönlich ans Herz legst? Wofür soll ich heute ganz besonders beten?" Wie gesagt, ich denke schon, dass Gott will, dass wir konkret werden, dass wir um konkrete Wunder beten, vor allem um Dinge, die uns unmöglich scheinen. Er will ja seine Wunder unter uns wirken, und dazu braucht er unsere Gebete.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich jeden Tag einen Schritt führst. Heute legst du mir das konkrete Gebet ans Herz. Ich will dich jetzt fragen, was du mir heute besonders ans Herz legst, wofür ich heute besonders beten soll. Welches Wunder willst du mit Hilfe meines Gebets heute wirken?

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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Samstag, 9. November 2019

Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. (Lk 20,35)

32 Sonntag im Jahreskreis  

 

Evangelium (Lk 20,27-38)

 


27

In jener Zeit 
   kamen einige von den Sadduzäern, 
   die bestreiten, dass es eine Auferstehung gibt, 
   zu Jesus 
und fragten ihn: 

28


Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: 
   Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt 
   und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, 
   dann soll sein Bruder die Frau nehmen 
   und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. 

29

Nun lebten einmal sieben Brüder. 
Der erste nahm sich eine Frau, 
   starb aber kinderlos. 

30

Da nahm sie der zweite, 

31

danach der dritte 
   und ebenso die anderen bis zum siebten; 
sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. 

32

Schließlich starb auch die Frau. 

33

Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? 
Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. 

34

Da sagte Jesus zu ihnen: 
   Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten. 

35

Die aber, die gewürdigt werden, 
   an jener Welt 
   und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, 
   heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. 

36

Denn sie können auch nicht mehr sterben, 
   weil sie den Engeln gleich 
   und als Kinder der Auferstehung 
   zu Kindern Gottes geworden sind. 

37

Dass aber die Toten auferstehen, 
   hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, 
in der er den Herrn 
   den Gott Abrahams, den Gott Ísaaks und den Gott Jakobs nennt. 

38

Er ist doch kein Gott von Toten, 
   sondern von Lebenden; 
denn für ihn leben sie alle. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. (Lk 20,35)

 

Auf den ersten Blick sieht das, was Jesus hier sagt, negativ aus, so als würde uns im Himmel etwas weggenommen. Aber so kann es nicht richtig sein, so kann es Jesus nicht gemeint haben. Im Himmel kann es kein Weniger, sondern nur ein Mehr geben. Es muss ein Mehr an Liebe geben, ein Mehr an Freude, an Begeisterung, an Schönheit usw. Worin besteht dann in Hinblick auf die Ehe dieses Mehr?

 

Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. 

 

Hier auf der Erde hat die Ehe eine Art Kehrseite: Die intensive Beziehung zu einer Person schließt vergleichbar intensive Beziehungen zu anderen Personen aus. Man kann nur mit einem Menschen, mit einer Familie diese intensive Beziehung pflegen. Alle anderen Beziehungen stehen dahinter zurück. Und genau das wird im Himmel anders sein. Wir werden intensive Beziehungen zu allen Menschen pflegen können, weil alles unendlich ist. Im Himmel wird keiner mehr eifersüchtig sein auf den anderen, im Himmel werden wir für alle Beziehungen genügend Zeit haben, um sie zu pflegen.

 

Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. 

 

Im Himmel wird es möglich sein, zu allen Menschen intensive Beziehungen zu leben. Hier auf der Erde gibt es die zwei Lebensformen, die jeweils einen Aspekt des Himmels andeuten: Die Eheleute leben schon hier auf der Erde ansatzweise die Intensität der himmlischen Beziehungen vor. Die Zölibatären leben ansatzweise die Universalität der himmlischen Beziehungen vor. Gemeinsam geben wir ein Zeugnis für den Himmel, zum einen für die Intensität und zum anderen für die Offenheit für alle. So ergänzen sich die beiden Berufungen, Ehe und Zölibat.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für unsere Berufungen, für die Ehepaare und für die Zölibatären. Jeder nimmt hier auf der Erde schon ein Stück des Himmels vorweg, jeder auf seine Weise. Hilf uns gut zu leben in unseren Berufungen, dass die Menschen an uns wirklich schon ein wenig vom Himmel erkennen können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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