Montag, 23. Dezember 2019

Was wird wohl aus diesem Kind werden? (Lk 1,66)

23 Dezember

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,57-66

Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt. 

Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. 

Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. 

Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. 

Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. 

Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. 

Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. 

Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. 

Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. 

Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.

 

 

Tagesimpuls:

 

Was wird wohl aus diesem Kind werden?  (Lk 1,66)

 

Normalerweise suchen die Eltern den Namen aus. Und wie wir von den Verwandten hören, war die Regel, dass man einen Namen wählte, der schon in der Familientradition existierte. Wenn es stimmt, dass der Name eine Art Lebensprogramm ist, dann macht das auch Sinn. Denn normalerweise führen die Kinder die Familientradition in irgendeiner Weise fort. Wenn z.B. der Vater ein bestimmtes Handwerk praktizierte, dann ging das auf die Kinder über. Aber wie wir sehen, gab es auch Ausnahmen. Hier greift Gott deutlich in das Leben der Familie ein. Er ruft, er wirkt das Wunder des neuen Lebens, er gibt Zacharias den Auftrag, das Kind Johannes zu nennen. Glücklicherweise war Zacharias gehorsam und hat das – höchstwahrscheinlich mit seinen Schreibtäfelchen – Elisabeth so mitgeteilt. Sie drückt es gegenüber den Verwandten so aus, und Zacharias bestätigt es wiederum mit seinem Schreibtäfelchen.

 

Was wird wohl aus diesem Kind werden?

 

Für mich zeigt das, wie Gott einen Menschen für eine besondere Aufgabe beruft.

Er reißt ihn heraus aus seiner Familientradition und gibt ihm eine andere, besondere Lebensaufgabe. Das wird übrigens auch deutlich im priesterlichen Zölibat. Katholische Priester können keine Eltern haben, die auch schon Priester waren. Wenn Gott jemandem zum Katholischen Priester beruft, dann ist dies immer ein Neuanfang. Es ist nie die Konsequenz einer Entwicklung, die von den Eltern durch die Erziehung vorgezeichnet ist. Eine göttliche Berufung ist ein Neuanfang.

 

Was wird wohl aus diesem Kind werden?

 

In gewisser Weise ist jede christliche Berufung ein solcher Neuanfang. In Johannes 3 nennt Jesus es eine neue Geburt. Jesus schenkt jedem Christen ein neues Leben, er schafft eine neue Familie. Wenn wir nach unserer Berufung suchen, dann schauen wir nicht nur auf unsere Familientradition. Wir fragen Gott, der uns in der Taufe zu einem neuen Leben berufen hat, welche Ausrichtung er unserem Leben geben will.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir von ganzem Herzen für mein Leben und für meine Berufung als Christ. Lass mich diese Berufung nicht nur im allgemeinen, sondern auch in den ganz konkreten Augenblicken des Alltags leben. Zeig mir, was nicht zu meiner Berufung gehört, was ich nicht machen soll, und was zu meiner Berufung gehört, was ich machen soll. Lass mich so aus deiner Führung heraus leben und ganz ich selber werden.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. "Was wird wohl aus dem Kind werden".

    So haben auch wir als Eltern gefragt als unsere Kinder geboren wurden.
    So frage auch ich so manches Mal in der einen oder anderen Lebenssituation.
    Was wird wohl aus dieser Generation werden, in der wir leben.

    JESUS, Gott und Vater im Himmel.

    Elisabet und Zacharias haben sich wohl auch eine solch ähnliche Frage gestellt, und hatten doch schon die Antwort von DIR geschenkt bekommen.

    Ich bitte DICH, mein Herr und mein Gott, um die Gnade des Vertrauens,
    um die Gnade der Hoffnung,
    und um die Gnade des Glaubens.

    Amen

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