Freitag, 15. Oktober 2021

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. (Lk 12,4)

28 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,1-7

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.

Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.

Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.

Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen.

Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.



Tagesimpuls:

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.  (Lk 12,4) 

Dieses Wort hat eine große Tiefe. Jesus sagt: „Ihr braucht keine Angst haben, denn sie können euch nichts tun." Dass sie den Leib töten können, ist in den Augen Jesu eher wenig. Er sieht uns als Menschen in unserer Ganzheit, und der Leib ist dabei gar nicht so wichtig. Er sieht uns also schon in der ewigen Perspektive, er sieht schon den verklärten Auferstehungsleib. Es fühlt sich fast so an, als würde er uns sagen: „Sie können euch vielleicht die Haare abschneiden, aber was ist das schon. Die gehen sowieso irgendwann mal verloren." Oder er würde sagen: „Ok, mag sein, dass sie euch 10 Euro stehlen, aber das ist doch alles nicht so wichtig." 

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

Ich kann das noch nicht so sehen. Ich habe Angst vor körperlichen Schmerzen. Aber ich lasse mich von Jesus berühren. Wenn Jesus sagt, dass es nicht so wichtig ist, was mit dem Leib geschieht, dann glaube ich ihm. Ich will Jesus ganz vertrauen. Wir erleben, dass der Leib schwach ist. Wir werden ab und zu krank und haben immer wieder unter dem schwächer werdenden Leib zu leiden. Auf irgendeine Weise wird der Leib einmal sterben. Da macht Jesus uns Mut, auf das zu achten, was wirklich für das ewige Leben zählt, auf unsere Seele. 

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

Wir sollen darauf achten, dass unsere Seele auf dem richtigen Weg ist, Richtung Himmel und nicht Richtung Hölle. Der Teufel will uns regieren durch Angst. Und Jesus sagt uns dagegen, dass wir keine Angst haben sollen. Wir sollen den Leib nicht so in den Mittelpunkt stellen. Wir sollen uns auf die Seele konzentrieren. Am heutigen Freitag können wir das ein klein wenig praktizieren durch ein Opfer des Fastens. Wir müssen den Leib nicht so sehr verwöhnen. Wir sollen darauf achten, dass unsere Seele stark wird. Dazu kann uns dieser Freitag einen Schritt weiterbringen. 

Gebet: 
Jesus, ich danke dir, dass du mir die Angst nimmst vor körperlichen Schmerzen, davor, dass jemand meinem Leib etwas antun könnte. Jemand hat einmal gesagt, Mut sei Angst, die gebetet hat. Du hast im Garten Getsemani deine Angst vor den Vater gebracht. Hilf mir, dasselbe zu tun. Ich will mit deiner Gnade zusammenwirken, dass meine Seele stark wird. Dazu will ich heute dein Angesicht suchen, und den Leib nicht so sehr verwöhnen. 


Pastor Roland Bohnen  
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Roland Bohnen
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Donnerstag, 14. Oktober 2021

An dieser Generation wird es gerächt werden. (Lk 11,51)

28 Woche im Jahreskreis     Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,47-54

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden.

Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten.

Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen,

damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird,

vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der im Vorhof zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden.

Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.

Als Jesus das Haus verlassen hatte, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen;

sie versuchten, ihm eine Falle zu stellen, damit er sich in seinen eigenen Worten verfange.



Tagesimpuls:

An dieser Generation wird es gerächt werden.  (Lk 11,51) 

Hier behandelt Jesus ein Thema, das auch aktuell sehr umstritten ist. Kann die Schuld der Vorfahren auf uns zurückfallen? Offensichtlich beantwortet Jesus diese Frage mit einem klaren Ja. Aber was heißt das für uns? Jesus gibt noch einen wichtigen Hinweis dazu. Warum ist es schlecht, dass die Juden Denkmäler für ihre Propheten errichten? Weil sie sich damit von der Schuld ihrer Vorfahren distanzieren. Sie sagen: „Wir waren das ja nicht, es ist ja nicht unsere Schuld." Das stimmt zwar, aber trotzdem wäre es besser, wenn sie sich mit der Schuld ihrer Väter identifizieren und Gott dafür um Verzeihung bitten würden. 

An dieser Generation wird es gerächt werden.

Ich weiß, dass dies ein schwieriges Thema ist. Manche fragen: „Wie lange muss man denn in der Vergangenheit herumrühren?" Wir lassen Messen feiern für unsere Vorfahren, damit ihre Schuld gesühnt und sie in den Himmel kommen können. Wie lange muss man das machen? Man kann das nicht aufrechnen. Manche prophetisch begabte Menschen erkennen in Heilungsgebeten Schuld der Vorfahren, für die man um Verzeihung bitten müsse, damit man im Heute geheilt werden kann. Da muss etwas dran sein, denn es gibt Erfahrungen von Heilungen, die bei solchen Gebeten geschenkt werden. Und trotzdem muss man in diesem Bereich sehr behutsam sein. 

An dieser Generation wird es gerächt werden.

Als Jesus am Kreuz gestorben ist, wurde seine Erlösung auch wirksam für alle Vorfahren. Er stieg in die Unterwelt hinab, um die Seelen der Menschen, die vor ihm gelebt haben, zu erlösen. Wir könnten also für alle Menschen ab Adam und Eva beten und ihnen das kostbare Blut Jesu bringen. Aber wie weit sollen wir gehen, wenn wir Messen feiern und beten für unsere Verstorbenen, damit Jesus sie durch sein kostbares Blut erlöst? Wie gesagt, das ist ein schwieriges Thema, und ich würde es mit Augenmaß tun, also nicht übertreiben. Dabei ist zu bedenken, dass wir unterschiedliche Charismen haben. Es gibt Gläubige, die immer wieder Messen feiern lassen für die Armen Seelen, weil Gott ihnen dieses speziell ans Herz legt. Und es gibt charismatisch begabte Menschen, die eine besondere Gabe haben, für unsere Vorfahren zu beten und dadurch sogar für die jetzt lebenden Menschen viel Heil zu bringen. 

An dieser Generation wird es gerächt werden.

Ich verstehe es nicht umfassend. Aber für mich ist die Bibel immer die Grundlage. Und wenn Jesus hier so klar betont, dass die Nachfahren die Auswirkungen der Schuld der Väter zu spüren bekommen, wenn er kritisiert, dass die Nachfahren sich nicht mit dieser Schuld identifizieren und um Vergebung bitten, dann ist das für mich ein Hinweis, den ich nicht ignorieren kann. Dann muss da etwas Wichtiges sein, auch wenn ich es nicht alles verstehe. Ich sehe es so, dass wir uns mit dem Kreuzesopfer in der Messe verbinden und mit Christus und in Christus für die Erlösung unserer Vorfahren beten. 

Gebet: 
Jesus, ich will für die Armen Seelen beten, ich will heute beten für alle, die uns vorausgegangen sind, vor allem für unsere Familienangehörigen. Ich weiß nicht genau, wie lange man für jemanden beten soll, oder wie viele Generationen man zurückgehen soll. Ich vertraue darauf, dass du mir das richtige Augenmaß schenkst, dass ich nicht übertreibe, aber auch nicht zu wenig tue. Ich will mich führen lassen vom Heiligen Geist in meinen Gebeten. 


Pastor Roland Bohnen  
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Mittwoch, 13. Oktober 2021

Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse. (Lk 11,42)

28 Woche im Jahreskreis      Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,42-46

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen.

Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden.

Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken.

Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns.

Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.



Tagesimpuls:

Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse.  (Lk 11,42) 

Ich kenne mich nicht mit den ökonomischen Gegebenheiten zur Zeit Jesu aus, aber ich vermute sehr, dass Minze, Gewürzkraut und Gemüse auch damals nicht die teuersten Lebensmittel waren, vermutlich sogar recht billig, verglichen z.B. mit Fleisch. Mit anderen Worten, sie geben den Zehnten von den billigsten Dingen. Oder Jesus will betonen, sie geben den Zehnten von den kleinsten Kleinigkeiten. Aber sie geben ihn nicht, wo es wirklich wehtun würde. 

 Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse.

Jesus sagt nicht, dass man den Zehnten nicht geben sollte. Man soll ihn geben, aber das andere, das wichtigste, nicht unterlassen. Das wichtigste ist Gerechtigkeit und Liebe zu Gott. Das Geben des Zehnten ist Bestandteil unserer Liebe zu Gott, aber es ersetzt sie nicht, wir können uns nicht „freikaufen". 

 Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse.

Gibt es so etwas auch bei uns? Halten wir uns an unwichtigen Kleinigkeiten auf? Werfen wir anderen Mitchristen vor, wenn sie irgendwelche Kleinigkeiten nicht beachten? Z.B. beschwert sich jemand, weil ich ein falsches Wort in der Messe gebetet hatte. Oder ich ärgere mich, weil jemand nicht richtig aufgeräumt hat. Stattdessen soll unser Fokus auf dem Wichtigsten sein: Gerechtigkeit und Liebe zu Gott. 

 Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse.

Es gibt noch einen Punkt: Geben wir den Zehnten? Jesus sagt, wir sollen das nicht unterlassen. Wir können den Zehnten unseres Einkommens oder unseres Erbes für Jesus, d.h. für wohltätige oder kirchliche Zwecke spenden. Das bringt einen sehr großen Segen für uns. Wir werden keine finanziellen Sorgen haben, wenn wir immer den Zehnten geben. Das liegt daran, weil Gott für uns sorgt. Man kann auch in Betracht ziehen, den Zehnten seiner Freizeit für Gott zu investieren, z.B. für ein Ehrenamt. Unsere Kirche sucht z.B. einen ehrenamtlichen Techniker, und ich bin gespannt, ob Gott jemanden ruft, bzw. ob jemand den Ruf in sich hört und befolgt. 

Gebet: 
Jesus, du willst, dass wir auf das Wichtigste achten und uns nicht über Kleinigkeiten ärgern. Vor allem willst du nicht, dass wir anderen Menschen Vorwürfe machen wegen Kleinigkeiten. Jesus, ich bitte dich, dass wir alle sehr großzügig werden und den Zehnten gerne geben, damit dein Reich wachsen kann. 


Pastor Roland Bohnen  
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Dienstag, 12. Oktober 2021

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen. (Lk 11,41)

28 Woche im Jahreskreis      Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,37-41

In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch.

Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.

Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit.

Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.



Tagesimpuls:

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen.  (Lk 11,41) 

Jesus spielt mit einer doppelten Bedeutung: das was in den Schüsseln ist, und das Innere des Menschen. Und Jesus will sagen, es kommt mehr auf das Innere als auf das Äußere an. Aber ist das Äußere deswegen ganz unwichtig? Wenn das Äußere nur geheuchelt ist, ohne innere Überzeugung, dann ist es sicherlich problematisch. Aber wenn unser Herz offen ist, kann durch die äußerliche Praxis auch die innerliche Überzeugung wachsen. 

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen.

Ein Beispiel: Manche sagen, sie beten nicht mehr, weil sie nicht mehr glauben. Aber ist es nicht vielmehr umgekehrt? Weil sie nicht mehr beten, glauben sie nicht mehr? Wenn ich regelmäßig zu Jesus komme (das ist zunächst vielleicht ziemlich äußerlich), dann wird das seine Auswirkungen auf meinen Glauben, auf mein Inneres haben. Und wenn mein Herz voller Liebe ist, dann werde ich auch meinen Besitz teilen, d.h. es hat äußere, sichtbare Auswirkungen.

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen.

Wir sehen, innen und außen sollten übereinstimmen. Dazu muss ich mein Herz aber immer wieder öffnen, und wenn es auch nur einen kleinen Spalt weit ist. Wenn mein Herz dagegen ganz zu ist, dann führt die rein äußerliche Praxis nu nichts, vielleicht sogar noch zu mehr Verhärtung. Das ist es, was nicht passieren darf: die Verhärtung des Herzens. Darauf legt Jesus Wert, darauf weist er uns hin. 

Gebet: 
Jesus, du willst, dass unser Herz in Ordnung ist, voll Liebe. Darauf kommt es hauptsächlich an, nicht auf äußere Traditionen oder Rituale. Aber wenn unser Herz auch nur einen Spalt weit offen ist, dann sind viele Traditionen und Rituale sehr wertvoll, weil sie uns näher zu dir führen. Das regelmäßige Beten fördert den Glauben wie nichts anderes. Jesus, daher will ich immer wieder zu dir kommen im Gebet. Hilf mir, alle meine Traditionen mit offenem Herzen zu vollziehen. Und zeige mir, wo ich Dinge zu oberflächlich mache, wo ich etwas überdenken muss, wo ich mehr in die Tiefe gehen muss. 


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Montag, 11. Oktober 2021

Als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. (Lk 11,29)

28 Woche im Jahreskreis      Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,29-32

In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.

Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.

Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.



Tagesimpuls:

Als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse.   (Lk 11,29)

Dass immer mehr Menschen zu Jesus kommen, ist ein Erfolg für seine Verkündigung. Wenn immer mehr Menschen in unsere Gottesdienste oder Veranstaltungen kämen, dann würden wir das für einen großen Erfolg halten. Der Erfolg könnte verführerisch sein, dass man jetzt den Menschen schmeicheln wollte: „Schön, dass ihr da seid, ihr tut genau das Richtige! Ihr lasst euch von Gott rufen und wollt ihm folgen." So oder so ähnlich würden wir die Menschen ansprechen. Aber Jesus spricht ganz anders: 

Als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. 
 
Jesus schmeichelt nicht. Im Gegenteil, es erscheint sogar irgendwie unklug. Warum muss man, wenn man sich gerade auf der Erfolgswelle befindet, den Leuten vor den Kopf stoßen? Es kann nur eine Antwort geben: Weil es die Wahrheit ist! Jesus sagt die Wahrheit, und er sagt sie aus Liebe. Wenn es so ist, dass die Menschen böse sind, dann muss Jesus es auch sagen, denn anders kann er ihnen nicht helfen, anders wäre es keine Liebe. 

Als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. 

Wie ist es bei uns? Ich möchte lieber nette Sachen sagen als unangenehme Wahrheiten. Aber heute zeigt mir Jesus: Du musst die Wahrheit sagen. Selbstverständlich sollen wir alles in Liebe tun. Ich soll nicht meinen Frust an Menschen ablassen, wenn ich enttäuscht bin. Aber Liebe heißt auch, dass man nicht immer nur nett sein kann. Ich muss auch bereit sein, unangenehme Dinge zu sagen, um den anderen damit zu helfen. Ob es nützt oder nicht, ist eine andere Sache. Auf Jesus haben die Menschen mehrheitlich nicht gehört, aber er hat trotzdem gesagt, was er sagen musste. 

Gebet: 
Jesus, ich will lieber nett sein als unangenehme Wahrheiten zu sagen. Aber du lehrst mich, dass die Liebe auch manchmal gebietet, etwas zu sagen, womit ich dem anderen wehtun muss. Jesus, hilf mir, immer wieder zu erkennen wann ich etwas sagen muss, und wann ich besser schweigen soll. 


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Samstag, 9. Oktober 2021

Da sah ihn Jesus an, umarmte ihn und sagte: Eines fehlt dir noch. (Mk 10,21)

28 Sonntag im Jahreskreis   

Evangelium                                                                                                    Mk 10, 17–30

In jener Zeit
17 lief ein Mann auf Jesus zu,
fiel vor ihm auf die Knie
und fragte ihn: Guter Meister,
was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?
18Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut?
Niemand ist gut außer der eine Gott.
19Du kennst doch die Gebote:
Du sollst nicht töten,
du sollst nicht die Ehe brechen,
du sollst nicht stehlen,
du sollst nicht falsch aussagen,
du sollst keinen Raub begehen;
ehre deinen Vater und deine Mutter!
20Er erwiderte ihm: Meister,
alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.
21Da sah ihn Jesus an,
umarmte ihn
und sagte: Eines fehlt dir noch:
Geh, verkaufe, was du hast,
gib es den Armen
und du wirst einen Schatz im Himmel haben;
dann komm und folge mir nach!
22Der Mann aber war betrübt, als er das hörte,
und ging traurig weg;
denn er hatte ein großes Vermögen.
23Da sah Jesus seine Jünger an
und sagte zu ihnen:
Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen,
in das Reich Gottes zu kommen!
24Die Jünger waren über seine Worte bestürzt.
Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen:
Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!
25Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
26Sie aber gerieten über alle Maßen außer sich vor Schrecken
und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden?
27Jesus sah sie an
und sagte: Für Menschen ist das unmöglich,
aber nicht für Gott;
denn für Gott ist alles möglich.
28Da sagte Petrus zu ihm:
Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
29Jesus antwortete: Amen, ich sage euch:
Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen
Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater,
Kinder oder Äcker verlassen hat,
30 wird das Hundertfache dafür empfangen.
Jetzt in dieser Zeit
wird er Häuser und Brüder, Schwestern und Mütter,
Kinder und Äcker erhalten,
wenn auch unter Verfolgungen,
und in der kommenden Welt das ewige Leben.

Tagesimpuls:

Da sah ihn Jesus an, umarmte ihn und sagte: Eines fehlt dir noch.  (Mk 10,21) 

Hier heißt es, Jesus umarmte ihn. In einer anderen Übersetzung heißt es, er liebte ihn. Wir verstehen auf jeden Fall, was gemeint ist. Jesus liebt uns. Wenn er etwas von uns verlangt, dann ist das aus Liebe. Wir meinen manchmal, die Gebote wären unmenschliche Forderungen, die wir doch nie einhalten könnten. Aber das ist eine Lüge. Alles, was Jesus gebietet, tut er aus Liebe. Es ist genau wie Eltern, die dem Kind sagen: „Da darfst du nicht dran gehen!" Sie tun das aus Liebe. Sie wollen nicht, dass das Kind sich verletzt. 

Da sah ihn Jesus an, umarmte ihn und sagte: Eines fehlt dir noch.

Für den jungen Mann ist der Schritt zu groß. Er geht traurig weg. Scheinbar braucht er noch etwas Zeit, um diesen großen Schritt tun zu können. Und wenn man den Willen Gottes nicht erfüllt, ja, das macht traurig. Wahrscheinlich kennen viele diese echte Traurigkeit über die eigenen Sünden, die mit echter Reue und echter Bereitschaft zur Umkehr zu tun hat. Umkehr ist natürlich viel mehr als nur ein Gefühl von Traurigkeit, aber Umkehr kann mit der Traurigkeit beginnen. Bei diesem jungen Mann ist die Traurigkeit gewiss etwas Gutes. 

Da sah ihn Jesus an, umarmte ihn und sagte: Eines fehlt dir noch.

Später sprechen die Jünger mit Jesus über die Unmöglichkeit, den Willen Gottes ganz zu erfüllen. Es scheint so, dass wir es nie alles richtig machen können. Wir werden immer nach dem Ziel streben, aber wie Jesus sagt, bei Menschen ist es unmöglich. Der Trost ist dann: Bei Gott ist alles möglich. Nur die Pharisäer leben in dem trügerischen Bewusstsein, alles richtig zu machen. Wir dagegen erkennen, dass wir es nie schaffen, und mit Gottes Hilfe schaffen wir es dann doch irgendwie. Unser Leben bleibt in dieser Spannung. 

Da sah ihn Jesus an, umarmte ihn und sagte: Eines fehlt dir noch.

Kommen wir jetzt wieder zum Anfangssatz zurück. Genau in dieser Spannung hat uns Jesus lieb, umarmt er uns, sieht er uns liebevoll an. So wie er den Petrus nach der Verleugnung liebevoll angeschaut hat, als der Hahn krähte. Wir werden es nie schaffen, wir werden immer wieder traurig sein über unsere Sünden, aber er liebt uns so, wie wir sind. 

Gebet: 
Jesus, ich liebe dich, auch wenn ich oft traurig bin über meine Sünden. Ich liebe dich, weil du mich liebst. Auch heute schaust du mich liebevoll an, umarmst du mich. Ich danke dir dafür. Und ich danke dir für den Trost, dass bei Gott alles möglich ist. 


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Freitag, 8. Oktober 2021

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. (Lk 11,24)

27 Woche im Jahreskreis      Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,14-26

In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.

Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.

Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.

Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.

Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.

Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.

Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.

Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher;

wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.

Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe.

Und wenn er es bei seiner Rückkehr sauber und geschmückt antrifft,

dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.



Tagesimpuls:

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann.  (Lk 11,24) 

So wie Engel kommen und gehen können, z.B. kommt der Erzengel Gabriel zu Maria und geht später wieder, so können offensichtlich auch die Dämonen an Orte oder zu Menschen kommen oder auch weggehen. Es ist wichtig, von Jesus zu erfahren, dass die unreinen Geister sogar auf der Suche sind nach Orten bzw. Menschen, wo sie bleiben können. Das heißt doch im Klartext, dass wir uns ständig vor diesen Geistern schützen müssen. Es ist so, wie wenn die Polizei mitteilen würde, dass eine Bande von Dieben unterwegs ist, und man solle darauf achten, dass die Türen des Hauses immer verschlossen sind. Es ist nicht nur eine vage Möglichkeit, dass unreine Geister eventuell danach trachten, uns zu belasten. Es ist sicher, dass sie unterwegs sind und nach Orten suchen, und sobald sie jemanden finden, der nicht geschützt ist, lassen sie sich dort gern nieder. 

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann.

Aber wie können wir uns schützen? Am besten halten wir uns an die Lehre der Kirche. Wir müssen uns keinen besonderen Stress machen, keine ungewöhnlichen Mittel anwenden, vor allem dürfen wir keine Angst haben. Jesus will uns beschützen, dazu ist er auf die Welt gekommen. Wenn wir täglich beten, regelmäßig mindestens am Sonntag die Messe mitfeiern, regelmäßig beichten, unsere Pflichten als Christen erfüllen, dann sind wir geschützt. Der Teufel bekommt so viel Raum, weil die Christen die normalen Dinge nicht mehr tun. 

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann.

Bei den täglichen Gebeten gibt es manche, die den Schutz besonders betonen, wie z.B. „Unter deinen Schutz und Schirm", den Psalm 91, das Gebet zum Erzengel Michael. Darüber hinaus können wir Orte und Gegenstände und uns selbst mit Weihwasser segnen. Manche Menschen haben auch eine besondere Berufung, um Schutz zu beten mit noch weiteren Schutzgebeten. Aber ich möchte betonen, dass Jesus von uns normalen Christen nichts ungewöhnliches und besonderes erwartet. Wir sollen das, was man als Christ sowieso machen soll, gut machen, dann sind wir beschützt. Wer sich in seiner Vergangenheit bewusst für die Welt der Dämonen geöffnet hat, der wird möglicherweise neben der Beichte noch zusätzliche Befreiungsgebete in Anspruch nehmen, um wieder ganz frei zu werden. Aber für den Normalfall ist es am sichersten, wenn man einfach das tut, was die Lehre der Kirche vorschreibt zu unserem Schutz. 

Gebet: 
Jesus, die bösen Mächte bekommen in unserem Land größeren Einfluss, weil wir Christen immer nachlässiger werden. Anstatt dankbar zu sein für deinen großen Schutz und Segen, haben wir immer mehr abgeschafft. Wir feiern nicht mehr regelmäßig die Messe, gehen nicht mehr zur Beichte, manche lassen ihre Kinder nicht mehr taufen, wir machen keine Segnungen mehr, beten nicht mehr in unseren Häusern. Und nun ist das Böse stark geworden. Hilf uns, zurückzukehren zu den Grundlangen unseres Glaubens, damit das Böse wieder zurückgedrängt wird. 


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Donnerstag, 7. Oktober 2021

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten. (Lk 11,13)

27 Woche im Jahreskreis      Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,5-13

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote;

denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!,

wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?

Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.

Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet,

oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.



Tagesimpuls:

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.  (Lk 11,13) 

Beim Bitten geht es nicht darum, ob Gott uns etwas schenken wollte oder vielleicht nicht, sondern wir sollen bitten, damit wir von Gott empfangen können. Ich vergleiche es mir einer Familie, die zusammen am Tisch zum Essen sitzt. Wenn einer bittet: „Kannst du mir bitte das Brot reichen?", dann steht nicht die Frage im Raum, ob der andere mir wohl das Brot geben wird oder nicht. Es ist völlig klar, dass ich das Brot bekomme. Mein Bitten setzt nur den Prozess in Gang, dass ein anderer am Tisch es mir anreicht. Für alle Beteiligten ist völlig klar, dass niemals jemand einem anderen etwas vorenthalten würde. 

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

So ist unser Beten zu Gott zu verstehen. Wir müssen Gott nicht anbetteln, damit er uns endlich etwas gibt, was er uns anderenfalls vorenthalten würde. Im Gegenteil, wenn jemand bettelt, dann ist es Gott selbst. Er bittet uns: „Bittet!" Er spricht sozusagen mit Engelszungen zu uns: „Nun fangt doch endlich an, zu bitten, damit ihr von mir empfangen könnt." Gott will geben, aber er braucht unsere Bitten. 

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Das Bitten ist in erster Linie ein Öffnen von unserer Seite. Wir machen uns empfangsbereit. Es ist vielleicht zu vergleichen mit dem Einschalten eines Radios, dem Einstellen des Senders und dem Einstellen der Lautstärke. Beim Bitten gehen wir in den Empfangsmodus. Das brauchen wir, um von Gott empfangen zu können. 

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Gott uns jederzeit unendlich viel schenkt, ohne dass wir bitten. Wenn wir nur bekommen würden, worum wir gebetet haben, dann sähe es wahrscheinlich sehr schlecht aus in unserem Leben. Im Vergleich mit dem Essenstisch wäre das die Aufmerksamkeit der anderen, die uns alles spontan anreichen, noch bevor wir gebeten haben. Aber es gibt offensichtlich auch Gaben, die Gott uns nur schenken kann, wenn wir ausdrücklich in den Empfangsmodus gehen, wenn wir bitten. 

Gebet: 
Jesus, Heiliger Geist, bitte zeigt uns, wie wir beten sollen, um was wir bitten sollen, was die Gaben sind, die wir nur durch Gebet empfangen können. Danke für den Überfluss an Geschenken, die wir täglich bekommen, ohne zu bitten. Aber wir wollen auch das Empfangen, was du uns nur durch das Gebet schenken willst und kannst. Hilf uns, deine übernatürlichen Gaben zu empfangen. 


Pastor Roland Bohnen  
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Roland Bohnen
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Mittwoch, 6. Oktober 2021

Als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten. (Lk 11,1)

27 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,1-4

Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat.

Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme.

Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen.

Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung.



Tagesimpuls:

Als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten. (Lk 11,1) 

Jesus war in seinem Beten ein Vorbild für die Jünger. Während sie ihn beim Beten wahrnahmen oder beobachteten, entstand in ihnen eine Sehnsucht, auch so erfüllt beten zu können. Gerade Menschen, die religiös erzogen worden sind, assoziieren Beten mit Erfüllen einer Pflicht, gegen die ein Kind oder Jugendlicher naturgemäß irgendwann mal rebelliert. Daher ist es sehr gut, Vorbilder zu haben, bei denen das Beten mit tiefer Freude und Erfüllung verbunden ist. Das macht neugierig, das weckt die Sehnsucht nach einem tiefen Gebet. 

Als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten.

Ich denke immer wegen der Bergpredigt[1], dass man sein Beten nicht zur Schau stellen soll. Aber andererseits erlebe ich selbst, wenn ich Menschen z.B. beim Gottesdienst in tiefem Gebet wahrnehme, wie mich das inspiriert und erinnert, mich auch selbst auf eine größere Tiefe im Gebet einzulassen. Ich erlebe also den positiven Effekt des Vorbilds. Soll ich denn dann selbst kein Vorbild geben? Ich glaube, wir müssen die Aussage Jesu in der Bergpredigt richtig verstehen. Es geht um die eigene Haltung, um die eigenen Motive. Wenn ich es mache, um mich selbst in ein positives Licht zu rücken, ist es falsch. Aber wenn es mein ehrliches Beten ist, was andere Menschen als gutes Vorbild wahrnehmen, dann ist es gut. Jesus selbst hat es so gemacht. 

Als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten.

Es ist sogar so, dass unsere Kirchen und Gemeinschaften Schulen des Gebets sein müssen. Bei uns muss man beten lernen können. Daher müssen wir in unseren Gottesdiensten auch immer Möglichkeiten geben, wo die Menschen tiefer ins Gebet finden können, z.B. bei der eucharistischen Anbetung. Und als Priester habe ich da eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn ich hetze, dann ist das kein gutes Vorbild. Die Gläubigen dürfen den Priester aber auch nicht hetzen, z.B. indem sie meckern, weil die Gottesdienste zu lange dauern würden. Oder wenn der Priester eine Gebetsstille hält, dass man dann nicht ungeduldig anfängt zu husten. Unsere Kirchen und Gemeinden sollen Orte sein, wo man das Beten lernen kann, und dazu brauchen wir gute Vorbilder, wie Jesus es für seine Jünger war. 

Gebet: 
Jesus, wir wollen lernen zu beten, und wir haben nie ausgelernt. Ich habe immer noch das Gefühl, ganz am Anfang zu stehen, ich habe andere Menschen als gute Vorbilder. Ich danke dir für alle Menschen, die im Gebet schon einen großen Tiefgang erleben, und ich bitte dich, dass du mich auch an diesen Punkt führst, wo das Gebet mit einer tiefen Freude und Erfüllung verbunden ist. 


Pastor Roland Bohnen  
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 [1] Mt 6,5f

Roland Bohnen
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Dienstag, 5. Oktober 2021

Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. (Mt 10,40)

27 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,38-42

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf.

Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.

Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!

Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.

Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.



Tagesimpuls:

Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen.  (Mt 10,40) 

Ich finde mich in Marta wieder. Ich habe zwar die Sehnsucht der Maria, ich weiß auch, dass das der bessere Teil ist. Aber ich habe auch eine starke Sehnsucht, alles fertig zu bekommen, die Aufgaben abzuarbeiten, dafür zu sorgen, dass nicht so viel liegen bleibt. Ich will Probleme lösen und kann es schlecht aushalten, wenn sie noch nicht gelöst sind. Ich spüre sogar, dass mir das Arbeiten eine gewisse Sicherheit gibt, ein gutes Gefühl, eine Art Befriedigung. Ich erinnere mich an einen damals schon alten Mann – inzwischen lebt er und seine Frau nicht mehr – der sagte mir einmal in liebevoller Weise über seine Frau: „Wissen Sie Herr Pastor, ich liebe meine Frau sehr. Aber ich muss Ihnen sagen, sie hat einen Putzfimmel. Sie putzt mehrmals dieselben Sachen, obwohl sie gar nicht schmutzig sind." Und daran muss ich mich jetzt erinnern, wenn ich schreibe, dass ich mich in Marta wiederfinde. Ja, die Arbeit kann eine Art von Befriedigung geben. Und man meint immer, man müsste es machen, es wäre doch wichtig, und dann findet  man nicht die genügende Ruhe zum Gebet. 

Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen.

Wir müssen immer darauf achten, dass das Wichtigste auch wirklich das Wichtigste bleibt in unserem Leben. Das Wichtigste ist die Anbetung. Und diese Sehnsucht danach, die Arbeit gut zu machen, kann zu einer Sucht werden, die gegen Jesus steht. Diese Versuchung ist sehr subtil. In dem Moment meint man wirklich, dass die Sache so wichtig ist, dass man sie jetzt unbedingt erledigen müsste, und dass man deswegen jetzt keine Zeit zum Beten hätte. Aber man begibt sich in einen Teufelskreis, und die Gebetszeiten werden über Tage und Wochen immer weniger, fast unmerklich, und jeden Abend hat man das Gefühl: „Heute ging es wirklich nicht besser, heute hatte ich wirklich nicht mehr Zeit zum Gebet." Wenn man gegensteuern würde, würde Gott die Dinge anders sortieren, und am Ende würde man die Arbeit doch auch schaffen. Ich denke immer, was geschieht, wenn man einen dicken Stein in einen kleinen Bach legt. Man muss keine Sorge haben, dass sich jetzt das ganze Wasser für immer anstaut. Das Wasser fließt doch um den Stein herum, irgendwie findet es seinen Weg. Und ebenso werden wir den Lauf der Geschichte nicht anhalten, wenn wir uns mal eine Stunde Zeit zum Gebet nehmen. Die Welt dreht sich weiter, und alles geht seinen Lauf. Wie gesagt, es ist sehr subtil, und oft ist es wirklich nicht leicht, zu erkennen, wie man es machen soll. Aber Jesus gibt uns die Richtung vor: Maria hat den besseren Teil erwählt. 

Gebet: 
Jesus, ich lasse mich zu sehr ablenken durch die vermeintlich wichtigen Dinge, die ich erledigen muss. Hilf mir, die subtilen Versuchungen zu erkennen. Hilf mir, noch mehr Priorität auf das Gebet zu legen. Du bist der Wichtigste, und für dich will ich mir Zeit nehmen. 


Pastor Roland Bohnen  
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Montag, 4. Oktober 2021

Wer ist mein Nächster? (Lk 10,29)

27 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,25-37

Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?

Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort?

Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.

Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben.

Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?

Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen.

Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter.

Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter.

Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid,

ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.

Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.

Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?

Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!



Tagesimpuls:

Wer ist mein Nächster?  (Lk 10,29) 

Jesus will uns darauf aufmerksam machen, dass die Nächstenliebe nicht kompliziert ist. Es ist ganz einfach. Wir sollen immer eine Person lieben, den Menschen, der gerade mein Nächster ist. Vielleicht ist es mein Nachbar auf der Schulbank, mein Nachbar am Arbeitsplatz, oder der, mit dem ich jetzt gerade telefoniere. Und natürlich meine Allernächsten in der Familie. Wer jetzt gerade neben mir ist, den soll ich lieben, für den soll ich ein Segen sein, dem soll ich mich zum Geschenk machen. Es könnte auch der Autofahrer vor mir sein. 

Wer ist mein Nächster?

Wenn ich allein bin, dann ist Gott mein Nächster. Den kann ich auch lieben, das ist auch sehr schön. Je nachdem, was wir für Erfahrungen haben, was für ein Typ wir sind, haben wir Ängste. Wir empfinden die anderen als Bedrohung. Da hilft es sehr, daran zu denken, dass wir sie segnen sollen. Wir sollen für sie ein Geschenk sein. Es geht gar nicht darum, was der andere mit mir macht. Es geht darum, was ich mit dem anderen mache. Viele Ängste sind irrational. Die anderen – selbst wenn sie böse Absichten haben – können uns meist gar nichts antun. Aber wenn es wirklich so wäre, dann dürften wir uns auch zurückziehen, dann müssten wir nicht ihre Nähe suchen. 

Wer ist mein Nächster?

Versuchen wir heute, bewusst die Nächsten-Liebe zu leben! Einer nach dem anderen wird unser Nächster sein. Wir werden nie überfordert. Wir müssen nur einen nach dem anderen lieben. Meistens müssen wir nichts Besonderes tun, nur da sein und aufmerksam sein. Zuhören, ja bewusst zuhören, das ist schon ein großer und wichtiger Akt der Liebe. Manchmal ist es auch nur eine Herzlichkeit, eine Herzenshaltung, die wir den anderen spüren lassen: „Ich bin jetzt für dich da, und ich freue mich über dich. Du bist für mich ein großes Geschenk!" Und wenn wir allein sind, dann machen wir uns bewusst: Gott ist da. Er ist mein Nächster, er freut sich auch, wenn ich mich ihm zuwende in Liebe. 

Gebet: 
Jesus, wenn ich darüber nachdenke, dann erkenne ich, dass das Leben ganz einfach ist. Wir sollen der Reihe nach eine Person nach der anderen lieben, so wie wir ihnen begegnen. Wir müssen nichts Besonderes machen, sondern immer nur für einen da sein. Jesus, hilf mir, den heutigen Tag mit Liebe zu füllen. Und danke, dass ich jetzt in diesem Augenblick dich lieben darf. Und danke, dass du mir so viel Liebe schenkst. 


Pastor Roland Bohnen  
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Samstag, 2. Oktober 2021

Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. (Mk 10,15)

27 Sonntag im Jahreskreis   

Evangelium                                                                                                    Mk 10, 2–16

In jener Zeit
2 kamen Pharisäer zu Jesus
und fragten:
Ist es einem Mann erlaubt,
seine Frau aus der Ehe zu entlassen?
Damit wollten sie ihn versuchen.
3Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben?
4Sie sagten:
Mose hat gestattet, eine Scheidungsurkunde auszustellen
und die Frau aus der Ehe zu entlassen.
5Jesus entgegnete ihnen:
Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben.
6Am Anfang der Schöpfung aber
hat Gott sie männlich und weiblich erschaffen.
7Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen
8und die zwei werden ein Fleisch sein.
Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
9Was aber Gott verbunden hat,
das darf der Mensch nicht trennen.
10Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber.
11Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt
und eine andere heiratet,
begeht ihr gegenüber Ehebruch.
12Und wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt
und einen anderen heiratet,
begeht sie Ehebruch.
13Da brachte man Kinder zu ihm,
damit er sie berühre.
Die Jünger aber wiesen die Leute zurecht.
14Als Jesus das sah, wurde er unwillig
und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen;
hindert sie nicht daran!
Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes.
15Amen, ich sage euch:
Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind,
der wird nicht hineinkommen.
16Und er nahm die Kinder in seine Arme;
dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

Tagesimpuls:

Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.  (Mk 10,15)

Wir sollen das Reich Gottes annehmen wie Kinder, mit einfachem Glauben, keinen komplizierten Gedankengängen, die uns von Gott entfernen. Gott hat uns geschaffen, männlich und weiblich, ganz einfach, ganz klar. Er will das wir Familien gründen, die zusammenhalten, ganz einfach, ganz klar. 

Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.

Die Menschheit hat sich von diesem Ideal entfernt, nicht nur heute, immer schon. Das macht das Gespräch zwischen Jesus und den Jüngern deutlich. Aber genau deswegen ist Jesus, der Sohn Gottes, auf die Welt gekommen. Er will uns erlösen, er will uns helfen, dass es wieder so wird, wie es „Am Anfang" (Vers 5!) von Gott vorgesehen war. Am Anfang war das Paradies. Jesus führt uns nicht zurück ins Paradies, sondern er führt uns zum Reich Gottes, zum Himmlischen Jerusalem. Aber dort wird es wieder so sein wie „Am Anfang". Wir können die Vergangenheit nicht zurückholen, aber wir können in eine Zukunft gehen, die von Jesus erlöst ist, die dem Ideal des Anfangs entspricht, ja dieses sogar noch übertrifft. 

Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.

Wir sollen uns mit Jesus auf diesen Weg nehmen lassen. Daher müssen wir Jesus vertrauen, wie Kinder. Wir sollen uns ihm anvertrauen, ihm glauben, dass er es gut mit uns meint, dass sein Weg mit uns der beste Weg ist, den wir gehen können. Wir gehen diesen Weg nicht allein, sondern in der Gemeinschaft der Kirche, in der Gemeinschaft mit all denen, die uns schon vorangegangen sind, den schon vollendeten Gerechten (Heb 12,23), mit den Engeln (Heb 12,22) und mit Maria, die Jesus uns am Kreuz zur Mutter geschenkt hat (Joh 19,27). Im Monat Oktober wollen wir besonders Maria mit auf unseren Weg nehmen. Maria und Josef sind unser Vorbild für eine glückliche, christliche Ehe. 

Gebet: 
Jesus, ich danke dir für das Vorbild von Maria und Josef. Jesus, ich will das Reich Gottes ganz einfach annehmen, unkompliziert, ich will einfach auf dich und deine Worte vertrauen. Schenke mir diesen kindlichen Glauben, lass mich dir ganz vertrauen. Jesus, ich vertraue mich dir an, ich vertraue dir. 


Pastor Roland Bohnen  
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