Montag, 10. Mai 2021

Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. (Joh 15,26)

06 Woche der Osterzeit       Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 15,26-27.16,1-4a

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. 

Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid. 

Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. 

Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. 

Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. 

Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.  (Joh 15,26)

 

Wir nähern uns Pfingsten, und in den Evangelien hören wir die Voraussagen Jesu. Jesus selber spricht im Heiligen Geist, er wird vom Heiligen Geist geführt. Daher sagt er Dinge voraus, die für die Jünger und für uns wichtig sind. Er kündigt das Kommen und das Wirken des Heiligen Geistes an, aber auch Verfolgung. Was wird der Heilige Geist tun? Er wird Jesus bezeugen in den Herzen der Menschen. Auch wir sollen Zeugnis geben, und in dieser Zusammenwirkung können die Menschen Jesus erkennen. Sie müssen also von uns die Worte hören, und der Heilige Geist erleuchtet dann ihre Herzen.

 

Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.

 

Manchmal hören wir von Bezeugungen des Heiligen Geistes, ohne dass Christen das Wort Gottes verkündet haben, z.B. in der muslimischen Welt, wo Menschen von Jesus träumen. Ich habe es aber auch hier schon erlebt, dass Menschen ganz ohne das Zeugnis anderer Christen Jesus näher gekommen sind, weil der Heilige Geist in ihrem Herzen gewirkt hat. Wir sind sehr dankbar für diese Bezeugungen, aber trotzdem müssen wir uns bemühen, unseren Teil beizutragen und auch unsererseits Jesus zu bezeugen.

 

Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.

 

Ohne den Heiligen Geist bleibt der Kirche nur noch die Tradition. Und bis heute lassen sich Menschen von der Tradition mitziehen, obwohl sie den Heiligen Geist und die lebendige Beziehung zu Jesus noch nicht kennengelernt haben. Wir erleben das bei Erstkommunion, Firmung oder bei Trauungen. Wir erleben es auch bei Beerdigungen und Gottesdiensten, die damit in Verbindung stehen, z.B. Jahrgedächtnis. Solange die Menschen sich noch von der Tradition mitziehen lassen, können wir diese Gelegenheiten nutzen, um Jesus zu verkünden. Aber wenn der Heilige Geist nicht die Herzen berührt, werden diese Traditionen immer weniger werden. Wer vom Heiligen Geist überzeugt wurde (in dem Wort „überzeugen" steckt auch „Zeugnis"), der kommt aus eigenem Antrieb, nicht nur, weil er von einer Tradition mitgezogen ist.

 

Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.

 

Der Heilige Geist kommt, wenn er angerufen wird. Am Donnerstag beginnt die Pfingstnovene, ein neutägiges Gebet zum Heiligen Geist. Aber wir können auch heute schon beginnen, den Heiligen Geist mehr anzurufen, denn wir nähern uns dem Pfingstfest.

 

Gebet:

Heiliger Geist, ohne dich kann unser Glaube nicht lebendig sein. Komm und belebe uns, komm und belebe deine Kirche. Lass die Traditionen wieder gefüllt werden mit lebendigen Glauben, dass die Menschen nicht nur durch Äußerlichkeiten zur Kirche gezogen werden, sondern durch die Erfahrung der Liebe Gottes.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 








Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019
pastorbohnen@me.com
www.kirche-selfkant.de


Samstag, 8. Mai 2021

Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben. (Joh 15,10)

06 Sonntag der Osterzeit

Evangelium                                                                                               Joh 15, 9–17

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
9Wie mich der Vater geliebt hat,
so habe auch ich euch geliebt.
Bleibt in meiner Liebe!
10Wenn ihr meine Gebote haltet,
werdet ihr in meiner Liebe bleiben,
so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe
und in seiner Liebe bleibe.
11Dies habe ich euch gesagt,
damit meine Freude in euch ist
und damit eure Freude vollkommen wird.
12Das ist mein Gebot,
dass ihr einander liebt,
so wie ich euch geliebt habe.
13Es gibt keine größere Liebe,
als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
14Ihr seid meine Freunde,
wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
15Ich nenne euch nicht mehr Knechte;
denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut.
Vielmehr habe ich euch Freunde genannt;
denn ich habe euch alles mitgeteilt,
was ich von meinem Vater gehört habe.
16Nicht ihr habt mich erwählt,
sondern ich habe euch erwählt
und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt
und dass eure Frucht bleibt.
Dann wird euch der Vater alles geben,
um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
17Dies trage ich euch auf,
dass ihr einander liebt.

 

Tagesimpuls:

 

Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben.  (Joh 15,10)

 

In unserem christlichen Leben gibt es immer einen asketischen Aspekt, was wir tun, und einen mystischen Aspekt, was Gott tut. Hier weist uns Jesus auf den asketischen Aspekt hin. Es ist richtig, dass das nicht das Einzige ist, aber es ist auch wichtig. Wir sollen die Liebe Gottes empfangen, wir sollen diese Liebe in unserem Herzen spüren, aber wir sollen auch nach Jesu Geboten leben. Wenn jemand auf Dauer klar und entschieden sündigt, dann fällt er heraus aus der Liebe Gottes. Ich erinnere mich an Ignatius von Loyola. In seinem Exerzitienbuch schreibt er an einer Stelle, was der Grund dafür sein kann, dass jemand Gott nicht mehr spürt. Und einer der Gründe kann tatsächlich sein, dass man sehr bewusst gesündigt und klar gegen den Willen Gottes gehandelt hat. Dann bleibt man nicht mehr in seiner Liebe, dann fällt man aus seiner Liebe heraus.

 

Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben.

 

Ich denke an manche sehr christliche Erwachsene, die nach einer gescheiterten Beziehung einen neuen Partner gefunden haben. Und nach ein paar Wochen ziehen sie dann schon mal zusammen, oft weil es praktisch ist, weil einer sowieso aus seiner Wohnung ausziehen musste, weil es finanziell günstiger ist und so weiter. Dann erzählen sie mir das und ich schlage die Hände über dem Kopf zusammen. Wider besseres Wissen handelt man klar gegen die Gebote Gottes. „Das ist ja heute so, das machen doch alle", sagt man dann als Antwort. Ich glaube, dass Jesu Liebe zu uns grenzenlos ist, und dass keiner mehr Geduld mit unseren Fehlern hat als Jesus. Aber trotzdem müssen wir uns an gewisse Regeln halten, wenn wir glücklich leben wollen, wenn wir wollen, dass die Freude Jesu in uns bleibt.

 

Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben.

 

Ähnlich ist eine sehr klare Regel, dass wir mit Jesus in der Eucharistie verbunden bleiben sollen, mindestens einmal die Woche am Sonntag. Wer dagegen sündigt, kann nicht in der Liebe Jesu bleiben, jedenfalls nicht so stark, wie es sein sollte und könnte. Für manche ist es nicht leicht, dahin wieder zurückzukommen. Die Bekehrung ist ein gewaltiger Schritt. Für diese Menschen müssen wir beten. Aber wie gesagt, jeder muss auch seine Schritte tun, das ist der asketische Aspekt, den Gott uns nicht ganz abnehmen kann. Wir sollen ja uns selbst, unsere Person, mitbringen zu Jesus. Es liegt in der Natur der Sache, dass irgendein kleiner Schritt dann auch von uns kommen muss. Das ist das Befolgen seiner Gebote. Wenn man also irgendwie die Liebe Gottes nicht mehr so stark spürt, sollte man sich als erstes fragen: Bin ich herausgefallen aus dem Leben nach seinen Geboten, und dann sollte man sich bemühen, umzukehren.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns auf dem richtigen Weg leitest. Hilf uns, die Kraft zu bekommen, um auf deinen Wegen zu gehen. Bitte segne alle, die zurückgefallen sind, dass sie den Weg wieder finden. Schenke ihnen die Gnade der Bekehrung. Hilf uns allen, noch mehr auf den Wegen deiner Gebote zu gehen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

  

 








Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019
pastorbohnen@me.com
www.kirche-selfkant.de