Mittwoch, 26. Mai 2021

Er kündigte ihnen an, was ihm bevorstand. (Mk 10,32)

08 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

 

EVANGELIUM

Mk 10, 32-45

In jener Zeit,

32als Jesus und seine Jünger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand.

33Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben;

34sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.

35Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.

36Er antwortete: Was soll ich für euch tun?

37Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen.

38Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?

39Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.

40Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind.

41Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.

42Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.

43Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,

44und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.

45Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

 

 

Tagesimpuls:

 

Er kündigte ihnen an, was ihm bevorstand.  (Mk 10,32)

 

Jesus sieht die Zukunft und kündigt sie den Jüngern an. Dies ist schon das dritte Mal, aber bei jeder Leidensankündigung reagieren die Jünger unpassend. Erst sagt Petrus: „Das soll nicht geschehen". Dann streiten sich die Jünger, wer der Größte ist, und hier wollen sie die obersten Plätze haben. Den Jüngern geht es darum groß zu sein, vorne zu stehen, Macht zu haben, aber Jesus kündigt die Erniedrigung an. Macht missbrauchen, dass ist die Sache der weltlichen Herrscher, aber nicht von uns Christen.

 

Er kündigte ihnen an, was ihm bevorstand.

 

Was würde Jesus uns heute ankündigen, was bevorsteht? Für mich scheint es wie eine Geburt zu sein. Dass wir durch viel Leid hindurchgehen werden, aber dass auch etwas Neues entsteht. Im Ansatz sehe ich es jetzt schon. Die Coronakrise ist gewiss nicht schön. Aber sie hat viele Menschen offener gemacht für Gott, und in unseren Kirchen erleben wir eine Offenheit, die wir früher nicht kannten. Es sind (immer noch) keine großen Zahlen, aber wir erleben neue Evangelisierung, und viele Menschen, die von sich sagen können, dass sie eine neue Tiefe in ihrer Beziehung zu Jesus erleben durften.

 

Er kündigte ihnen an, was ihm bevorstand.

 

Aber vielleicht muss ich das gar nicht schreiben. Vielleicht wäre es viel besser, wenn jeder Jesus selber fragt: „Jesus, was willst du mir ankündigen?" Wir können doch seine Stimme hören. Wir zählen doch zu seinen Schafen, die seine Stimme hören, weil sie ihn kennen. Könnten wir ihn das nicht fragen: „Jesus, was möchtest du mir an kündigen?"

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du zu unseren Herzen sprichst. Ich danke dir, dass du über die Zukunft sprichst. Zu Johannes und Jakobus hast du gesagt: „Ihr werdet den Kelch trinken." Was sagst du mir? Jesus, ich bin bereit, auf deine Stimme zu hören.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 








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