Samstag, 16. Februar 2019

Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. (Lk 6,20)

06 Sonntag im Jahreskreis  

 

EVANGELIUM  

Lk 6, 17.20-26

 

In jener Zeit

17stieg Jesus mit seinen Jüngern den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei.

20Jesus richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.

21Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.

22Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.

23Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.

24Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.

25Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen.

26Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

 

 

Tagesimpuls:

 

Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.  (Lk 6,20)

 

Wie oft stehen wir mit leeren Händen da! Wie oft befinden wir uns in Situationen, wo wir nichts machen können. Wie oft müssen wir hilflos Ungerechtigkeiten und Elend mit ansehen. Ich glaube, dass alles sind Momente, in denen wir arm sind. Und das sind Momente, wo das Reich Gottes wachsen kann, wenn wir diese Situationen vor Gott bringen. Wir sollen beten und Gott vertrauen. Und dann sollen wir das kleine tun, was wir tun können. Vielleicht können wir ein wenig tun. Manchmal ist von uns nur gefordert, dass wir uns nicht abwenden, dass wir die Not mit dem anderen gemeinsam aushalten.

 

Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.

 

Auch materielle Armut meint Jesus. Wir können nicht alle Probleme lösen. Aber wie gesagt: Wir können uns betreffen lassen und alles vor Gott tragen. Oft gibt es nicht die eine richtige Lösung. Oft sind die Situationen undurchsichtig, und Schritte, mit denen man meint, zu helfen, sind kontraproduktiv. All das spricht dafür, dass wir für göttliche Lösungen beten, und dass wir dafür beten, dass Gott durch das Kleine (und vielleicht sogar noch Falsche) was wir tun, doch so wirkt, dass sein Reich wächst.

 

Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.

Ich möchte zum Schluss noch einmal auf den Satz von Heidi Baker kommen, der mich in der letzten Zeit so anspricht: „Stop for the single one!" – „Bleib stehen für den einzelnen!" Auch das können wir nicht zu einem System erheben. Wir können vielleicht nicht immer bei jedem stehen bleiben. Aber doch können wir es im Hinterkopf behalten und betend durch die Welt gehen, und dann innerlich hören, wo Gott möchte, dass wir stehen bleiben, um uns von der Not eines Menschen betreffen zu lassen.

 

Gebet:

Jesus, du hast die Armen seliggepriesen. Ich fühle mich oft arm, zwar nicht materiell, aber in dem Sinne, dass ich für viele Probleme keine Lösungen weiß. Oder manchmal sehe ich, was man tun müsste, aber ich bekomme auf diesem Weg keine Unterstützung. Ich fühle mich wie einer mit leeren Händen. Ich suche immer nach dem richtigen Weg. Jesus, nur du kannst meine Hände füllen. Nur du kannst uns Lösungen schenken für die Probleme, deren Lösung unmöglich scheint. Jesus, ich vertraue dir!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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Freitag, 15. Februar 2019

Effata!, das heißt: Öffne dich! (Mk 7,35)

05 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 7,31-37

In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. 

Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. 

Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; 

danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! 

Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. 

Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. 

Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Effata!, das heißt: Öffne dich!  (Mk 7,35)

 

Interessanterweise spricht Jesus nicht zu Mund und Ohren, sondern „zu dem Taubstummen". Er spricht ihn als Person an. Er soll sich für Gott öffnen. Wenn er sich für Gott öffnet, dann können heilende Gnaden fließen. Je offener ein Mensch ist, umso mehr kann Gott ihm helfen.

 

Effata!, das heißt: Öffne dich!

 

„Öffne dich", das sagt Jesus auch zu mir. Ich will mich mit meinem ganzen Wesen für Gott öffnen, für Jesus, für das Wirken des Heiligen Geistes. Ich will, dass göttliche Gnaden in mir fließen können. Wenn ich mich öffne, dann ist die Welt an dieser Stelle mehr offen für Gott. Das wirkt sich sofort auf die ganze Welt aus. Gott wirkt in der Welt durch die Summe der Menschen, die sich für ihn geöffnet haben.

 

Effata!, das heißt: Öffne dich!

 

Ich will heute während des Tages offen bleiben. Ich will nicht zurückfallen in die Angst um mich selbst. Ich will mich nicht beherrschen lassen von Gewohnheiten, die mir nicht guttun. Ich bete um die Hilfe des Heiligen Geistes, damit er mir hilft, in der Offenheit für Gott zu leben. Ich will mich ansprechen lassen von dem, was geschieht, von den Menschen, die zu mir kommen. Ich will mich aber auch ansprechen lassen von der inneren Stimme, die mir sagen soll, was ich in der jeweiligen Situation tun soll. Ich kann nicht alles machen, ich kann nicht zu allem Ja sagen. Ich brauche immer Gottes Weisheit, die ich aber nur dann empfange, wenn ich offen bin.

 

Gebet:

Heiliger Geist, bitte hilf mir, mich heute für Gott zu öffnen und offen zu bleiben. Schenke mir die göttliche Weisheit, damit ich die richtigen Entscheidungen treffe. Hilf mir, alles zu überwinden, was mich daran hindern will, offen für Gott zu leben. Lass Heilungsgnaden in mich fließen, denn ich weiß, je mehr Gnaden ich aufnehme, umso mehr Gnaden kannst du durch mich der Welt schenken. Danke für deine Gnadenflüsse. Danke, dass du durch mich in der Welt wirkst.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Donnerstag, 14. Februar 2019

Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. (Lk 10,2)

HEILIGE CYRILL UND METODIUS, PATRONE EUROPAS             FEST

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,1-9

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. 

Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. 

Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. 

Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! 

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! 

Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. 

Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! 

Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. 

Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

 

 

Tagesimpuls:

 

Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. (Lk 10,2)

 

Die Ernte ist groß, sagt Jesus. Da stellt sich schon die Frage, ob wir das glauben. Ich glaube es, und man spürt es auch. Es gibt ein größer werdendes religiöses Interesse. Man merkt es bei Kindern und Jugendlichen. Aber es gelingt uns nicht, diese Ernte einzufahren. Den Freikirchen gelingt es etwas besser. Hier und dort gibt es auch katholische Gruppen, denen es besser gelingt. Ich bin sicher, es liegt nicht an der Gesellschaft, es liegt auch nicht an den Jugendlichen, es liegt einfach nur an uns, die wir die Jünger Jesu sind. Wir haben Schwierigkeiten die Ernte einzufahren. Wir sind nicht vorbreitet dafür.

 

Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

 

Vor kurzem hörte ich von Einstein die Definition von Wahnsinn: „Immer dasselbe tun, aber andere Ergebnisse zu erwarten." Passt das nicht zu uns? Wir tun seit Jahren und Jahrzehnten immer dasselbe und wundern uns, warum es nicht funktioniert, warum wir keine Ernte einfahren. Das heißt ja nicht, dass wir damit beginnen sollen, wertvolle Traditionen abzuschaffen. Aber wir sollten doch damit beginnen, Jesus zu fragen, was er möchte, damit wir die Ernte einfahren können, anstatt immer nur dasselbe zu tun wie schon vor vielen Jahren.

 

Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

 

Es ist eine Gnade. Es ist keine Sache von Methoden und Konzepten. Es beginnt mit dem Gebet. „Bittet den Herrn der Ernte!" Und es beginnt mit Menschen, nicht mit Konzepten und Programmen. Menschen, die Arbeiter, haben eine Ausstrahlung. Sie bewegen die Menschen, sie führen andere zu Jesus. Ich stelle es mir mit einem Bild vom Fußball vor. Wenn die Gnade da ist, wenn Gottes Geist wirkt, dann ist es wie wenn ein Stürmer frei vorm Tor steht und einfach nur noch den Ball einschießen muss. Dann ist die Strategie unwichtig. Ob er in die rechte oder in die linke Ecke schießt, ist egal. Und diese Chancen schenkt uns Gott. Wir bereiten den Boden durch unser Gebet. Das ist die Vorarbeit, sozusagen im Mittelfeld, um noch mal im Bild zu sprechen. Und wir sind die Spieler, die Gott bereitet für seine Ernte. Wenn jemand nun denkt, die Arbeiter seien die anderen, die Gott berufen wird, nicht er selber, dann hat er es – so meine ich – noch nicht verstanden. Wen soll Jesus denn senden wenn nicht mich? Beten wir, dass der uns bereit macht, uns diese Ausstrahlung verleiht, uns diese Chancen schenkt!

 

Gebet:

Jesus, ich bin bereit. Sende mich. Bereite mein Herz darauf vor, Arbeiter für dich in deinem Weinberg zu sein. Schenke mir diese göttlichen Chancen, wenn ich für dich verkündigen darf. Lass mich immer mehr zu deinem Zeugen werden, mit einer starken Ausstrahlung. Segne die Menschen, denen ich heute begegne, und führe sie zu dir. Und schenke uns als Kirche die Einsichten, was wir tun müssen, um die Ernte aufzufangen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







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