Dienstag, 5. Februar 2019

Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand. (Mk 5,27)

04 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 5,21-43

In jener Zeit fuhr Jesus im Boot ans andere Ufer hinüber, und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. Während er noch am See war, 

kam ein Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen 

und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt. 

Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. 

Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt. 

Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. 

Sie hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand. 

Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. 

Sofort hörte die Blutung auf, und sie spürte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. 

Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte: Wer hat mein Gewand berührt? 

Seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da fragst du: Wer hat mich berührt? 

Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. 

Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. 

Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein. 

Während Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu Jaïrus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger? 

Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur! 

Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. 

Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den Lärm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, 

trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur. 

Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. 

Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! 

Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. 

Doch er schärfte ihnen ein, niemand dürfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem Mädchen etwas zu essen geben.

 

 

Tagesimpuls:

 

Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand.  (Mk 5,27)

 

Die Frau nimmt eine gewisse Anstrengung auf sich, um Jesus zu berühren. Sie drängt sich durch die Menschenmenge hindurch an Jesus heran. Auch Jaïrus hat es nicht leicht. Bei ihm verhält es sich so, dass die Menschenmenge ihn von seinem Glauben abbringen will. Sie sagen ihm, es sei zu spät, es nütze nichts mehr, dass Jesus zu ihm kommt. Wir sehen: Wenn wir eine Heilung von Jesus bekommen wollen, wenn wir von Jesus berührt werden wollen, haben wir immer mit einem Widerstand durch die Menschenmenge zu rechnen. Und diesen Widerstand müssen wir erst überwinden. Wenn wir uns dadurch entmutigen lassen, dann kommen wir nicht zum Ziel.

 

Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand.

 

Wir sind so oft enttäuscht von der Kirche. Die Kirche ist ja die Menschenmenge um Jesus. Wir erwarten – zu Recht – dass diese Menschenmenge uns ermutigt in unserem Glauben. Aber tatsächlich steht sie dem oft im Weg. Wir dürfen uns aber nicht entmutigen lassen. Und bevor wir die Menschenmenge verurteilen, sollten wir bedenken, dass wir selber ja auch dazu gehören, und wer weiß, wie oft wir dem Glaubensbemühen anderer im Weg gestanden haben? Es geht letztlich nicht um die anderen, was die machen oder nicht machen. Es geht darum, ob ich mir meinen Weg zu Jesus bahne, oder ob ich mich von den Widerständen auf diesem Weg entmutigen lasse.

 

Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand.

 

Bemühen wir uns darum, Jesus zu erreichen! Manchmal gibt es Situationen, wo etwas total kompliziert ist, und dann kann es sein, dass das ein Zeichen ist, dass es jetzt nicht Gottes Wille ist. Es kann aber auch sein, dass sich hier die Widerstände zeigen, die wir überwinden müssen. Irgendwann haben Menschen ja sogar ein Dach durchgebrochen, um Jesus zu erreichen (Mk 2). Die hätten ja auch aufgeben können mit dem Gedanken, es ist jetzt nicht Gottes Wille. Wie gesagt: Es kann sein, dass sich in widrigen Umständen zeigt, dass es nicht dran ist im Moment. Es kann aber auch sein, dass wir jetzt gerade dranbleiben sollen und nicht aufgeben.

 

Gebet:

Jesus, schenke mir die Weisheit, zu erkennen, wann ich mich durch die widrigen Umstände oder den Widerstand der Menschen nicht entmutigen lassen soll! Hilf mir, etwas einzusetzen um dich zu finden, deine Berührung, deine Heilung. Hilf mir, dass ich immer mit Entschiedenheit und Ausdauer nach dir suche, auch wenn es mich etwas kostet. Danke für das Vorbild der beiden Menschen im heutigen Evangelium. Schenke mir dieselbe Willenskraft und Ausdauer und festige meine Beziehung zu dir.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Ja, sich von DIR berühren lassen!

    Jesus, lass auch mich erkennen, dass ich "ein Kranker" bin.
    Lass mich bitte erkennen, dass ich DEINER "Heilung" bedarf.

    Jesus, lass mich - gestärkt durch den Schutz meines Schutzengel, erkennen, dass ich DIR meinen Glauben schenken darf, und aus dem Brunnen "der Hoffnung" schöpfen darf.....egal in welchem Lebensalter und in welcher LebensSituation ich mich gerade befinde.

    ....der wahre Glaube versetzt Berge, und noch vieles mehr....

    Amen

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