Dienstag, 31. Juli 2018

Der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen. (Mt 13,38)

17 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,36-43.

In jener Zeit verließ Jesus die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. 

Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; 

der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; 

der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. 

Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: 

Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, 

und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. 

Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

 

 

Tagesimpuls:

 

Der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen. (Mt 13,38)

 

„Das sind die Söhne des Bösen", das ist schon eine sehr harte Aussage. Das heißt, entweder ist Gott unser Vater oder der Teufel. Gott befreit uns zum Guten, der Teufel versklavt uns in das Böse. Wenn das stimmt, dann habe ich das Böse bisher immer zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Ich hatte es mir so zurechtgelegt: Wenn ich Böses tue, dann ist zwar Gott noch mein Vater, aber ich bin inkonsequent geworden. Wenn ich aber Sohn des Bösen geworden bin, indem ich Böses getan habe, dann ist die Dringlichkeit viel größer, dass ich wieder zurückkehre zu meinem Vater im Himmel. Ich kann mir zwar einreden, dass ich auch dann noch Kind Gottes bin, wenn ich Böses tue. Das beruhigt mich dann. Aber was nützt es mir, wenn ich es mir einrede, aber es entspricht nicht der Realität! Was soll ich jetzt machen: Dem glauben, was ich mir einrede, wie ich mir die Dinge schön bequem zurechtlege, oder dem glauben, was Jesus sagt?

 

Der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen.

 

Also es ist heftig: Wenn ich Böses tue, dann bin ich Sohn des Bösen geworden, und die Dringlichkeit der Umkehr ist sehr hoch! An einer anderen Stelle sagt Jesus: „Man kann nicht zwei Herren dienen!" (Mt 6,24) Man dient immer einem Herrn, in jeder Handlung, die man tut. Und dann ist man entweder Diener des Bösen oder Diener Gottes. Die Tatsache, dass Gott vieles scheinbar ungestraft laufen lässt (zulässt), heißt nicht, dass es harmlos wäre. Die Sünde schadet immer, der Teufel verlangt seinen Preis, früher oder später. Wenn ich etwas auf Kredit kaufe, muss ich es auch bezahlen, es ist nicht kostenlos. Irgendwann muss ich den Preis zahlen. Und genauso ist es mit der Sünde. Sie ist nie ohne Folgen.

 

Der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen.

 

Wir lassen uns gerne die ermutigenden Worte von Jesus sagen. Müssen wir uns nicht auch die gut gemeinten warnenden Worte von Jesus sagen lassen? Lassen wir uns von Jesus überführen! Lassen wir uns von ihm zur Umkehr aufrufen. Er will uns nichts. Er will uns nur frei sehen von der Herrschaft des Bösen!

 

Gebet:

Jesus, ich bin etwas erschüttert über die Tatsache, dass ich dich und unseren Himmlischen Vater immer wieder verlasse, wenn ich sündige. Ich unterwerfe mich mit jeder Sünde der Herrschaft des Bösen. Ich will das nicht. Ich will dir gehören und ganz bei dir bleiben. Hilf mir dabei! Ich werfe mich neu in deine Arme. Hilf mir, dass ich dein Kind bleibe, heute den ganzen Tag!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

Montag, 30. Juli 2018

Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse. (Mt 13,32)

17 Woche im Jahreskreis     Montag

 

EVANGELIUM

Mt 13, 31-35

 

In jener Zeit

31erzählte Jesus der Menge ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte.

32Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.

33Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

34Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen.

35Damit sollte sich erfüllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war.

 

 

Tagesimpuls:

 

Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse.  (Mt 13,32)

 

Wir müssen lernen, umzudenken. Es kommt nicht auf die großen Zahlen an. Das Himmelreich beginnt klein. Wenn es wenige sind, dann sind wir sehr schnell entmutigt. Wenn ich bei uns in der Gegend die riesengroßen Gebäude sehe, die früher einmal Klöster und Priesterseminare verschiedener Ordensgemeinschaften waren, dann bekomme ich eine Idee von den großen Zahlen früherer Zeiten. Wenn ich unsere Kirchen betrachte, die fast alle zu groß geworden sind, dann ist die Versuchung groß, entmutigt zu werden. Aber mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Senfkorn, es ist klein, wird sich aber entfalten.

 

Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse.

 

Ich denke an die Kirche z.B. in China, die eine kleine unterdrückte Minderheit war, und jetzt wächst sie. Gott braucht nicht aus menschlicher Sicht günstige Voraussetzungen. Gott kann, wie bei der Brotvermehrung, mit seiner übernatürlichen Kraft aus einer kleinen Gruppe etwas sehr Großes machen. Selbst die heutigen Zahlen, sind sie überhaupt realistisch? Geben sie uns ein realistisches Bild über das Reich Gottes? Jesus redet nicht von der Kirche, sondern vom Himmelreich! Ich vermute, dass die Menge der Gottesdienstbesucher immer noch eine große Menge ist im Vergleich zu denen, deren Leben wirklich relevant ist für das Wachsen des Himmelreichs. Wir haben immer noch vergleichsweise viele Kirchgänger, aber wie wenige haben wirklich ein offenes Herz für Jesus und alles, was Jesus will? Mit anderen Worten: Wahrscheinlich werden wir noch viel kleiner als Kirche.

 

Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse.

 

Wenn ich z.B. einlade zu einem Bibelgespräch oder einer Gebetsveranstaltung: wie viele komme da? Das ist vergleichsweise zu den anderen immer noch volkskirchlichen Veranstaltungen eine geringe Menge. Aber das sind die Menschen, durch die die Kirche wieder wachsen wird, wenn sich vieles andere überlebt hat. Trotzdem, ich darf mir nicht anmaßen, zu beurteilen, wessen christliches Leben für das Reich Gottes relevant ist und welches nicht. Das weiß Gott. Wir dürfen nicht urteilen. Wichtig ist nur, dass wir uns von den kleinen Zahlen nicht entmutigen lassen. Für das Reich Gottes genügt ein Senfkorn.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns führst. Oft bin ich entmutigt, weil nur so wenige das wichtig finden, was ich meine, was am wichtigsten ist: Die persönliche Beziehung zu dir, das Gebet, die Vertiefung der Heiligen Schrift, die christliche Gemeinschaft, in der man sich über den Glauben austauscht und gemeinsam Gebete teilt. Ich will aber nicht der Gefahr erliegen, die Treffen ausfallen zu lassen oder als unwichtig zu bewerten, nur weil nicht mehr Menschen teilnehmen. Im Gegenteil, das sind die Orte, wo dein Reich wächst und sich entwickelt. Hilf mir, dass ich treu weitermache, auch wenn viele das kritisieren und genau wegen der kleinen Teilnehmerzahlen lächerlich machen wollen, oder es als irrelevant abstempeln. Jesus, ich vertraue auf dich. Du wirst das Reich Gottes wachsen lassen, auch wenn wir es jetzt noch nicht sehen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

Samstag, 28. Juli 2018

Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? (Joh 6,5)

17 Sonntag im Jahreskreis  

 

EVANGELIUM 

Joh 6, 1-15

 

In jener Zeit

1ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt.

2Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.

3Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder.

4Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe.

5Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?

6Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte.

7Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll.

8Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm:

9Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele!

10Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer.

11Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen.

12Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt.

13Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren.

14Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll.

15Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?  (Joh 6,5)

 

Immer wieder stehen wir vor der Erfahrung, dass wir irgend wovon nicht genug haben. Bei uns in Europa ist es normalerweise nicht das Essen. In der Katholischen Kirche ist es inzwischen immer häufiger die Sorge, dass wir nicht mehr genug Geld haben, um alles so weiter zu machen wie bisher. In Klöstern fehlt der Nachwuchs. In den Pfarreien fehlen die Priester. Aber meiner Meinung nach ist der größte Mangel, dass zu wenige Menschen Jesus kennen. Zu wenige Menschen kennen die sogenannte Taufe im Heiligen Geist, die eine tiefe persönliche Beziehung zu Jesus vermittelt. Wer das erlebt hat, setzt sich mit großer Motivation für die Kirche und für den Glauben an Jesus ein. Aber an solchen Menschen mangelt es.

 

Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?

 

Wenn Jesus den Finger in die Wunde legt, dann ist das ein Wink mit dem Zaunpfahl. Wir sollen nicht mit menschlichen Mitteln versuchen, die Krise zu überwinden. Wir sollen zu ihm kommen mit unseren Sorgen und mit unserem Mangel. „Ohne mich könnt ihr nichts tun," sagt er (Joh 15,5). Noch bevor die Jünger beginnen, selber nach Lösungen zu suchen, macht Jesus sie aufmerksam, damit sie das Problem im Dialog mit ihm zu lösen versuchen. Und so gelingt es dann auch. Der menschliche Beitrag zur Lösung wird gebraucht, die fünf Brote und zwei Fische. Aber dann kommt das göttliche Wirken dazu, das Übernatürliche, die Wandlung, das Wunder. Wenn wir Gott zum Zug kommen lassen, dann schenkt er Lösungen.

 

Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?

 

Wir sollen Gott zum Zug kommen lassen, ihm immer wieder den Ball zuspielen. Wir machen das, indem wir alle unsere Sorgen, all unseren Mangel, all unsere Not zu Jesus bringen, zum Kreuz. Dann bekommt Jesus Handlungsspielräume, dann kann er wirken. Und durch viele Erfahrungen von Not und Mangel lehrt Jesus uns diese Lektion, so lange, bis wir tief hineingewachsen sind in das Vertrauen auf ihn.

 

Gebet:

Jesus, danke, dass du den Philippus, die Jünger und auch mich lehrst, alles im Dialog mit dir zu lösen, alle Probleme zu dir zu bringen. Du willst nicht, dass wir unsere Zeit verschwenden und ohne göttliche Hilfe an unseren Problemen herumlaborieren. Du willst unsere göttliche Hilfe sein, die wir in Anspruch nehmen sollen. Hilf uns, zu vertrauen, dass wir immer und jederzeit deine göttliche Hilfe zur Verfügung haben, wenn wir uns nur an dich wenden. Und wenn wir dich wieder einmal vergessen, dann sprich uns an, so wie du Philippus angesprochen hast. Mach uns aufmerksam auf dich, damit wir zu dir kommen, damit du uns helfen kannst.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org