Montag, 2. Juli 2018

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen. (Lk 1,54)

FEST MARIÄ HEIMSUCHUNG

 

EVANGELIUM

Lk 1, 39-56

 

39In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

40Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.

41Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

42und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

43Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

44In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

45Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

47Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,

47und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

48Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

49Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.

50Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

51Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

52er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

52Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.

54Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,

55das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

56Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

 

 

Tagesimpuls:

 

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen.  (Lk 1,54)

 

Maria zeigt uns eine wunderbare Art zu beten. Sie lobt Gott und proklamiert seine großen Taten. Das ist meines Erachtens nach stärker als Fürbitte. „Herr, du hast Großes getan, und du wirst auch in Zukunft für uns Großes tun. Du bist gut, und du wirst immer wieder an deine Knechte denken und Erbarmen mit uns haben." Diese Art des Betens hat einen großen Vorteil gegenüber dem Bittgebet. Beim Bittgebet könnte man meinen, man müsse Gott dazu überreden, gut zu sein und gut an uns zu handeln. Das ist natürlich falsch, kann aber vorkommen, wenn Menschen ein negatives Gottesbild haben. Beim Proklamieren, wie Maria es tut, kann dieses Missverständnis nicht aufkommen. Man proklamiert ja die guten Taten Gottes. Damit setzt man neue Segensströme frei, und Gottes Handeln, seine Herrschaft, seine Herrlichkeit wird wiederum sichtbar. Es ist ähnlich wie beim Danken. Durch Danken setzt man immer neuen Segen frei. Man könnte sagen, dann braucht man gar nicht mehr zu bitten, denn der Segen fließt.

 

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen.

 

Jesus hat aber gesagt: „Bittet, und ihr werdet empfangen!" (Mt 7,7) Wir sollen also nicht gegen das Bittgebet sprechen. Allerdings muss dem Bittgebet das richtige Gottesbild zugrunde liegen: Dass Gott gut ist und gute Gaben schenken will. Das Bittgebet ist wie das Abholen der Gaben Gottes. Gott wartet darauf, dass wir seine Gaben abholen. Das Proklamieren der Güte und der großen Taten Gottes, wie Maria es macht, fördert in uns dieses richtige Gottesbild. Und es vertreibt die Lügen, die der Teufel uns einflüstern will. Für diese Lügen bleibt kein Platz mehr. Das Danken und das Proklamieren der großen Taten Gottes ist demnach das beste Gegenmittel gegen Depression, Traurigkeit, Mutlosigkeit usw. Durch den Lobpreis wird das Dunkel aus unserer Seele vertrieben. Wir öffnen uns für Gottes Licht und Gottes Wahrheit.

 

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen.

 

Beten wir heue mit Maria! Beten wir nach ihrem Vorbild! Proklamieren wir die Güte Gottes!

 

Gebet:

Guter Gott, du hast auch schon sehr viel Großes in meinem Leben getan. Du schaust in Güte auf uns herab. Du denkst an dein Volk, so wie du auf das Schreien der Israeliten gehört hast. Ich danke dir und ich preise dich, und ich glaube, dass du auch in Zukunft gnädig an uns handeln willst. Du wirst dein Volk nie im Stich lassen, sondern immer allen helfen, die voll Glauben und Vertrauen zu dir rufen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

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