Mittwoch, 25. Juli 2018

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein. (Mt 20,26)

FEST DES HEILIGEN JAKOBUS

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 20,20-28.

In jener Zeit kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. 

Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. 

Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. 

Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. 

Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. 

Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. 

Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, 

und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. 

Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.  (Mt 20,26)

 

Jesus will uns immer in eine größere Demut führen. Wenn jemand hoch hinaus will, wenn jemand meint, aufgrund seines Charismas etwas Besonderes zu sein, dann hat sich der Widersacher eingemischt. Er will uns zum Stolz verführen, dass wir meinen, etwas Besseres zu sein, über den anderen zu stehen. Ich sehe eine solche Gefahr bei uns Charismatikern. Wie schnell sind wir dabei, uns als etwas Besseres zu fühlen, uns über die anderen Christen zu erheben! Anstatt uns selber zu bekehren, fordern wir die Bekehrung der anderen.

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.

 

Wenn wir wirklich vom Heiligen Geist geleitet werden, dann erkennt man das daran, dass wir demütiger werden, dass uns an nichts mehr liegt als an unserer eigenen Bekehrung. Wir erkennen, dass wir dann am meisten für die Evangelisierung tun, wenn wir bei uns selber anfangen.

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.

 

Die echte Stimme Jesus führt uns auch immer dazu, dass wir mehr bereit sind, unser Kreuz aufzunehmen, nicht ab und zu mal, sondern täglich. Jesus hilft uns, dass wir den Kelch mit ihm trinken. Gemeint ist der bittere Kelch. Das hat nichts mit Hoch-hinaus-Wollen zu tun, sondern mit Demut, mit Erniedrigung. Wenn man uns kritisiert, dann müssten wir nicht versuchen, uns zu rechtfertigen, uns zu wehren, sondern dann müssten wir geduldig sein. Das wäre ein echtes Hören auf die Stimme Jesu.

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.

 

Manche leben auch nicht wirklich aus ihrer Identität als Kinder Gottes. Sie meinen, ihr Leben hätte dann einen höheren Wert, wenn sie einen Posten haben, etwas Besonderes sind in der Kirche. Aber unser Selbstwert kann und soll nicht aus einem Posten kommen, sondern aus unserer Identität als Kinder Gottes. Wenn das in unserem Herzen klar ist, dann wollen wir nichts Besonderes sein. Der Pfarrer von Ars war nur ein einfacher Dorfpfarrer. Er brauchte keinen besonderen Posten. Der Heilige Josef, die Muttergottes, wie viele andere Heilige hatten weltlich gesehen keine besondere Stellung inne! Wir müssen nicht irgendwie höhergestellt sein, um mehr für das Reich Gottes zu wirken. Wir müssen nur eins: Uns immer mehr bekehren zu mehr Demut und zu mehr Kreuzesnachfolge.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich in deine Nachfolge gerufen hast. Ich sehe, wie weit ich auch nach Jahren der Nachfolge noch entfernt bin von dem Ideal der Demut und der Liebe zum Kreuz. Aber ich vertraue fest auf dich! Ich werde immer mehr deinen Willen tun. Du lehrst mich, wie du den Jakobus und Andreas gelehrt hast. Du leitest mich, so dass ich lerne, mit dir den Kelch zu trinken, so wie du ihn getrunken hast.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

1 Kommentar:

  1. Herr u d Goot, Jesus Christus, führe mich durch meinen Schutzengel zur tiefen "Einsicht" dass ich jegliche Art des Stolzes, den Hochmut und die Eigensucht in mir "abtöte" und meinen Blick auf die Heiligen unserer Kirche lenke.
    Denn die "gelebte Demut" aller Heiligen, ist die Wertschöpfung des Glaubens ....an dein Heiliges Wort und an das Leben in Jesus Christ.

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