Montag, 22. April 2024

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. (Joh 10,9)

04 Woche der Osterzeit       Montag

 

EVANGELIUM

Joh 10, 1-10

In jener Zeit sprach Jesus:

1Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.

2Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.

3Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.

4Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.

5Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.

6Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.

7Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

8Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.

9Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

10Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.  (Joh 10,9)

 

Wenn man wo hingeht, dann geh man zuerst durch die Tür. Die Tür steht immer am Anfang. Wir sollen also zuerst durch Jesus gehen, bevor wir etwas tun, bevor wir anderen Menschen begegnen. Es hat also damit zu tun, dass wir Jesus an die erste Stelle stellen. 

 

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

 

Ich verstehe es so, dass es auch sehr viel mit unserer Motivation zu tun hat. Denken wir noch an das Evangelium von gestern. Der bezahlte Knecht war nicht motiviert. Ihm ging es nur um sein Geld. Aber nicht unsere eigenen Triebe, Instinkte, nicht unser eigenes menschliches Denken sollen uns motivieren, sondern  Jesus. Wir sollen alles für Jesus tun. 

 

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

 

Das bedeutet, dass wir immer am Anfang an Jesus denken sollen. Dazu müssen wir innehalten, aufhören (im doppelten Sinne des Wortes!), auf Jesus schauen, bevor wir etwas beginnen. Jesus soll immer die Tür sein. Oft reagieren wir impulsiv, weil wir ein bestimmtes Verlangen haben, oder wir wollen schnell und emotional auf einen Menschen reagieren. Aber dann ist Jesus nicht die Tür. Wir müssen zuerst durch die Tür gehen, durch Jesus. Das heißt, innehalten und Jesus fragen: „Wie würdest du jetzt reagieren, was soll ich tun?" 

 

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

 

Dazu brauchen wir am Tag wenigstens eine oder mehrere größere Gebetszeiten. Dann üben wir das Hören auf Jesus ein. Dazu halten wir im Laufe des Tages immer wieder inne, hören immer wieder auf mit dem, was wir spontan tun wollen, hören auf Jesus, was er uns eingibt, damit wir in allen Situationen des Tages durch die richtige Tür gehen.

 

Gebet: 

Jesus, du bist die Tür. Durch dich will ich gehen. Hilf mir, dass ich das nicht vergesse! Bewahre mich davor, meinen spontanen Impulsen und Instinkten nachzugehen! Hilf mir, dass ich immer wieder innehalte und dich an die erste Stelle stelle. 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Samstag, 20. April 2024

Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. (Joh 10,11)

04 Sonntag der Osterzeit 

Evangelium                                                                                                  Joh 10, 11–18

In jener Zeit sprach Jesus:
11Ich bin der gute Hirt.
Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
12Der bezahlte Knecht aber,
der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören,
sieht den Wolf kommen,
lässt die Schafe im Stich und flieht;
und der Wolf reißt sie und zerstreut sie.
Er flieht,
13 weil er nur ein bezahlter Knecht ist
und ihm an den Schafen nichts liegt.
14Ich bin der gute Hirt;
ich kenne die Meinen
und die Meinen kennen mich,
15 wie mich der Vater kennt
und ich den Vater kenne;
und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.
16Ich habe noch andere Schafe,
die nicht aus diesem Stall sind;
auch sie muss ich führen
und sie werden auf meine Stimme hören;
dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
17Deshalb liebt mich der Vater,
weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.
18Niemand entreißt es mir,
sondern ich gebe es von mir aus hin.
Ich habe Macht, es hinzugeben,
und ich habe Macht, es wieder zu nehmen.
Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

 

Tagesimpuls:

 

 Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. (Joh 10,11)

 

Jesus stellt den guten Hirten dem bezahlten Knecht gegenüber, der nur seinen Job macht. Diese Unterscheidung können wir in unserem Leben immer wieder beobachten. Richtig beurteilen können wir es nur von uns selbst, aber bei anderen Menschen fällt es uns mehr auf. Wir haben manchmal den Eindruck, wenn wir bedient werden, dass es dem anderen nur um sein Geschäft geht. Aber wir sollen die anderen nicht beurteilen, jedenfalls nicht negativ. Wie schön ist es, wenn wir z.B. jemanden antreffen, der seine Arbeit mit Liebe tut, wenn man dieses gewisse Extra wahrnimmt, was man nicht bezahlen kann. Ich erinnere mich z.B. an eine Rechtsanwältin, die Asylsuchende betreut hat. Da merkte man, sie macht das mit Herz. Es geht ihr nicht nur darum, das Geld zu kassieren. 

 

Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.

Aber wie gesagt, beurteilen wir es nicht von anderen, es sei denn positiv, wo sie uns ein gutes Beispiel geben! Beurteilen wir es von uns selbst! Fülle ich meine Arbeit mit Liebe? Erkennt man an mir, dass ich mehr mache als nur einen Job? Gebe ich mein Leben, mein Herzblut, meine Zeit, oder tue ich nur das Nötigste? Wie gehe ich an meine Arbeit heran, wenn es niemand sieht, wenn ich keine Anerkennung dafür bekomme? „Tut eure Arbeit gern, als wäre sie für den Herrn und nicht für die Menschen", schreibt Paulus (Kol 3,23). Lebe ich in dem Bewusstsein, dass der Herr mich sieht und alles, was ich tue? 

 

Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.

Jesus hat alles mit Liebe gefüllt, sogar sein Leiden. „Niemand nimmt mir mein Leben, ich gebe es freiwillig", sagt er (Joh 10,18). Er füllt sein Leiden mit Liebe. Er hat alles mit Liebe gefüllt. Das ist unser Vorbild. 

 

Gebet: 

Jesus, ich will heute alles mit Liebe füllen, meinen ganzen Tag. Ich will auch das tun, was keiner bezahlt, was keiner sieht, was du aber siehst. Ich will die Menschen um ihrer selbst willen lieben, nicht nur die, die mir etwas Gutes tun. Bitte hilf mir, deinen Lebensstil der Liebe zu leben. 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Freitag, 19. April 2024

Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. (Joh 6,53)

03 Woche der Osterzeit       Freitag

 

EVANGELIUM

Joh 6, 52-59

In jener Zeit

52stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?

53Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.

54Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.

55Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.

56Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.

57Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.

58Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

59Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.  (Joh 6,53)

 

Ist das Leben, was Jesus meint, eine wahrnehmbare Qualität in unserer Erfahrung? Oder ist es etwas, was man nicht spürt, was aber objektiv in uns vorhanden ist? Ich glaube, dass man es wahrnehmen, spüren kann, oder sich zumindest bewusst machen muss. Wenn jemand von der Liebe Gottes spricht, und für mich ist das so, wie wenn jemand sagt, dass in China gerade ein Sack Reis umfällt, das kann doch nicht der Sinn sein. Gott würde uns seine Liebe schenken, aber für uns wäre das nur eine nicht wahrnehmbare Tatsache! Ich glaube, dass unser Glaube, unsere Gottesbeziehung eine Liebe ist, die in uns etwas verändert, die in uns einen Unterschied macht, die wir in uns wahrnehmen können. 

 

Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.

 

Dieses göttliche Leben ist in uns vorhanden, wenn wir mit Jesus verbunden bleiben durch die Eucharistie, so sagt er es zumindest. Viele, die zu faul sind, sich auf den Weg zur Kirche zu machen, werden einwenden, dass sie das göttliche Leben auch ohne die Messe in sich haben, und dass sie auch zum Himmel kommen. Aber wie verträgt sich das mit diesen Aussagen Jesu? Wir müssen doch fragen, wer hat Recht? Der, der meint, er brauche die Messe nicht, oder Jesus, der sagt, dass wir sein Fleisch essen und sein Blut trinken müssen, um das Leben in uns zu haben? Ich meine, auch wenn wir lange nicht alles verstehen, auch wenn es Wege geben mag, auf denen Gott Menschen retten kann, die wir nicht kennen können, dass wir doch Jesus Recht geben sollten. Er sagt: 

 

Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.

 

Da wir niemals die anderen, sondern nur uns selbst ändern können, beginnen wir bei uns! Wie viel ist mir die Eucharistiefeier wert? Versuche ich mich, so oft wie möglich mit Jesus zu vereinigen? Und bemühe ich mich, innerlich offen und andächtig mitzufeiern? Gehen wir mit einem guten Beispiel voran, mit einer großen Wertschätzung für Jesu Opfer, für seine Heilige Messe, an der wir teilnehmen dürfen! Dann werden hoffentlich nicht nur wir selbst, sondern auch viele andere das Leben in uns spüren, von dem Jesus spricht. Und dann können wir andere mit unserem Beispiel anstecken. 

 

Gebet: 

Jesus, ich danke dir für dein Opfer, das in jeder Eucharistiefeier gegenwärtig wird. Ich will deine Aussagen nicht relativieren. Du sagst, dass es eine untrennbare Verbindung gibt zwischen der Messe und dem Leben, dass du uns schenkst. Bitte hilf uns, die Messe wertzuschätzen und ein gutes Beispiel zu sein, das andere Menschen ansteckt! 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Donnerstag, 18. April 2024

Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. (Joh 6,50)

03 Woche der Osterzeit       Donnerstag

 

EVANGELIUM

Joh 6, 44-51

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:

44Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.

45Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.

46Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen.

47Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben.

48Ich bin das Brot des Lebens.

49Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.

50So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.

51Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.  (Joh 6,50)

 

Auch heute bekommen wir einen Vers, der uns herausfordert, denn unsere Erfahrung stimmt noch nicht mit der Aussage Jesu überein, wie so oft bei den Aussagen Jesu. Wir werden sterben, wir haben vielleicht Angst vor dem Tod, der leibliche Tod ist eine Realität, die wir nicht leugnen können. Aber dennoch sagt Jesus: 

 

Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.

 

Ich kenne eine Erfahrung, in der ich die Realität Gottes deutlich stärker als real empfunden hatte als mein normales Leben. Ich dachte mir damals: „Wenn eins von beiden Einbildung und eins real wäre, dann wäre vielleicht mein natürliches Leben nur Einbildung, aber Gott ist real." Die Erfahrung der Realität Gottes war deutlich intensiver als die normale Lebenserfahrung, die man ja als sehr real empfindet. Ich fand mein Leben auch real, aber die Realität Gottes war um vieles stärker. 

 

Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.

 

Wenn man in dieser Gotteserfahrung lebt, Gott als vollkommen real empfindet, realer als das natürliche Leben, dann ist das ja die Konstante, die nach dem leiblichen Tod bleibt. Das Leben geht einfach weiter, dieses göttliche Leben, das Gott in uns hineingelegt hat, das schon begonnen hat. Wenn das leibliche Leben stirbt, dann ist das so, wie wenn man zur Friseur geht. Man ist doch nicht unsagbar traurig, weil die Haare abgeschnitten werden. Das Leben geht doch weiter. 

 

Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.

 

Durch die Eucharistie wird das göttliche Leben in uns gestärkt. Wie ich schon in den vergangenen Tagen gesagt hatte, müssen wir uns darum bemühen, dass die Eucharistie wirklich fruchtbar wird, durch häufige Beichte und durch Glaubenswachstum. Je früher das übernatürliche Leben in unserem Leben die Überhand gewinnt, umso besser. Dann ist der Tod nur noch ein Übergang, das eigentliche Leben wird uns nicht genommen – wie beim Friseur. 

 

Gebet: 

Jesus, ich danke dir, dass ich schon erleben durfte, wie intensiv dein übernatürliches Leben ist. Bitte lass dieses Leben in meiner subjektiven Erfahrung so sehr wachsen, dass die Angst vor dem Tod verblasst. Lass es aber auch in meinen Mitmenschen wachsen. 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Mittwoch, 17. April 2024

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. (Joh 6,35)

03 Woche der Osterzeit       Mittwoch

 

EVANGELIUM

Joh 6, 35-40

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: 

35Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

36Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht.

37Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen;

38denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

39Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

40Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.  (Joh 6,35)

 

Diesen Impuls schreibe ich sehr persönlich. Ich wiederhole das Wort von gestern. Ich fand es wie ein Zeichen von Jesus. Gestern hatte ich tagsüber nicht viel an dieses Wort gedacht. In einer Situation gestern versuchte ich mich an das Wort zu erinnern, und ich musste lange nachdenken, bis es mir einfiel. All die anderen Worte der letzten Tage waren mir zunächst eingefallen, denn in den Tagen davor hatte ich die Worte intensiver gelebt. Die Worte waren in mir zum Leben geworden, aber gestern war das weniger so. Also denke ich, dass Jesus mir eine zweite Chance mit diesem Wort gibt. 

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Tatsächlich habe ich irgendwann – ich kann mich nicht mehr genau an den Tag erinnern – eine Erneuerung mit dem Wort Gottes erlebt. Ich hatte einen Vortrag von Johannes Hartl über das Leben mit dem Wort Gottes gehört[1]. Seitdem hatte ich beim Morgengebet das Wort des Tages für eine längere Zeit wiederholt, es mir immer wieder vorgesprochen, damit es sich mehr in mir einprägt. Damit wurde es leichter, dass es mir auch später am Tag immer wieder einfiel. Diese Übung des Wiederholens machte ich nicht nur beim Morgengebet, sondern auch bei anderen Gelegenheiten während des Tages, z.B. beim Autofahren. Das Wiederholen wurde mir so lieb wie z.B. der Rosenkranz, bei dem auch Worte wiederholt werden. 

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Dabei ist es kein Problem, wenn das Wort zunächst lang und sperrig wirkt. Man lernt auch ein langes und sperrig scheinendes Wort, und es prägt sich ein. Im Laufe der Tage tauchten dann auch immer wieder die älteren Worte auf, die ich an den Vortagen wiederholt hatte. Das Wort Gottes prägte mein Leben, so dass mir in den verschiedenen Situationen neben dem Tageswort auch andere passende Worte in den Sinn kamen. Daran möchte ich nun heute anknüpfen, denn gestern war es nicht so stark. Heute will ich mir dieses Wort neu einprägen, so dass es zugefügt wird zu dem Schatz der Worte, die mir bisher geschenkt wurden. 

 

Gebet: 

Jesus, ich danke dir für die Erneuerung in deinem Wort, die ich in den vergangenen Tagen erfahren durfte. Bitte segne mich und viele andere Menschen heute, damit wir dein Wort immer tiefer in unser Leben aufnehmen. Dann werden wir nie mehr Hunger und nie mehr Durst haben. 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Dienstag, 16. April 2024

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. (Joh 6,35)

03 Woche der Osterzeit       Dienstag

 

EVANGELIUM

Joh 6, 30-35

In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: 

30Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?

31Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.

32Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.

33Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.

34Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!

35Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.  (Joh 6,35)

 

Die Menschen baten Jesus: „Herr, gib uns immer dieses Brot!" Diesen Wunsch hat uns Jesus erfüllt in der Eucharistie. Immer dürfen wir dieses Brot empfangen. Es stillt unseren Hunger nach Liebe und unsere Sehnsucht nach Glück und Frieden. Wenn wir dieses Brot bekommen, haben wir alles, was wir brauchen. 

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Wir empfinden das noch nicht so deutlich. Subjektiv kann es sein, dass wir das eucharistische Brot empfangen und trotzdem unzufrieden und unglücklich sind. Die Eucharistie hat – vergleichbar mit dem Wort Gottes – eine innere Kraft, die erst langsam in uns zur Entfaltung kommt. Darüber hinaus haben wir leider auch die Möglichkeit, diese Entfaltung zu verhindern, wie Paulus es schreibt. In 1 Korinther 11,27 schreibt Paulus, dass man unwürdig die Kommunion empfangen kann, dann wird dies zum Gericht führen, also genau das Gegenteil von Glückseligkeit. 

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Damit der Kommunionempfang also wirklich diese erfüllende Wirkung mit sich bringt, brauchen wir ein Wachstum im Glauben und eine Vorbereitung, damit wir nicht unwürdig den Leib des Herrn empfangen. Die Vorbereitung besteht in der Beichte. Dadurch drücken wir unsere Sehnsucht aus, mit reinem Herzen den Herrn zu empfangen, damit er in uns das Glück und den Frieden wirken kann. 

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Das Glaubenswachstum braucht Zeit. Daher kann es sein, dass wir die Erfüllung all unserer Sehnsüchte durch das Brot des Lebens erst nach und nach immer tiefer erfahren. Aber es ist wichtig, dass durch ein Wort Gottes wie dieses unser Glaubenswachstum angeregt wird. Auf diese Weise können wir dorthin gelangen, wo die Eucharistie die Erfüllung von allem ist, wonach wir sehnen. Dann werden wir in der Erfahrung leben, die Theresa von Avila mit den Worten beschrieben hat: „Gott allein genügt." 

 

Gebet: 

Jesus, ich glaube dir, ich glaube deine Worte. Die Eucharistie ist alles, was wir brauchen. Aber ich erlebe auch noch sehr viel Unzufriedenheit und Suchen an anderen Stellen, die nur scheinbare Erfüllung bringen, in Wirklichkeit aber Irrwege sind. Bitte hilf mir, dass mein Glaube wächst, dass ich wirklich alles nur noch bei dir suche. 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Montag, 15. April 2024

Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. (Joh 6,27)

03 Woche der Osterzeit       Montag

 

EVANGELIUM

Joh 6, 22-29

In jener Zeit

22sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren.

23Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten.

24Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.

25Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?

26Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

27Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.

28Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?

29Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

 

 

Tagesimpuls:

 

Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.   (Joh 6,27)

 

Wir haben von Gott die Fähigkeit zum Arbeiten bekommen. So wie Gott selbst die Welt geschaffen hat, so hat er uns nach seinem Ebenbild geschaffen. Daher macht auch uns das Arbeiten grundsätzlich Freude, es verleiht uns Sinn. Jeder möchte eine sinnvolle Beschäftigung haben, jeder möchte das gute Gefühl haben, für etwas nützlich zu sein. Die Soziallehre der Kirche betont, dass es zur Würde eines Menschen gehört, dass er eine sinnvolle Arbeit hat. 

 

Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.

 

Trotzdem sollen wir uns mehr um das Übernatürliche mühen, die Speise, die Jesus uns gibt. Eigentlich ist das ein gewisser Widerspruch, denn das, was Jesus uns gibt, können wir uns gar nicht mit Mühe verdienen, das  bekommen wir ja geschenkt. Hier erinnern wir uns an die Worte Jesu: „Mein Joch ist leicht." Jesus möchte, dass wir uns seine übernatürlichen Gaben abholen, ohne dass wir dafür arbeiten müssten. Es mag sein, dass jemand denkt: „Das ist doch zu einfach, das ist doch zu schön, um wahr zu sein." Aber Jesus sagte auch: „Ihr müsst von Neuem geboren werden", und nicht: „Ihr müsst euch sehr anstrengen!" Es ist ein Geschenk und nicht das Produkt unserer Arbeit. 

 

Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.

 

Wie sieht denn dieses Mühen aus? Wenn es keine Arbeit ist, was ist es denn? Am Ende dieses Abschnitts erläutert Jesus etwas mehr: Es ist ein Werk Gottes, dass Gott in uns tut, und dieses Werk ist, dass wir an Jesus Glauben. Im Grunde ist es von unserer Seite hauptsächlich ein Zulassen, damit Gott das in uns wirken kann, was er will. Es ist wie das Ja, das Maria gegeben hat. 

 

Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.

 

Man kann dabei nicht oft genug betonen, dass Glauben mehr ist als ein Für-wahr-Halten. Glauben ist unsere Beziehung zu Jesus, es ist das tiefe Erkennen Jesu, so wie er es bei den Jungfrauen gesagt hatte: „Ich kenne euch nicht." Wer ihn kennt, hat ewige Gemeinschaft mit ihm im Himmel, wer ihn nicht kennt, schließt sich dieser Gemeinschaft aus. Das Werk Gottes ist also das Glauben im tief verstandenen Sinne, dass wir zu Christus eine tiefe Beziehung haben. 

 

Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.

 

Darum sollen wir uns also mühen. Ich verstehe es als ein Offensein, als ein Fokussiert-Sein auf diese Beziehung. Es hat natürlich sehr viel mit meinem Gebetsleben zu tun. Die Zeit, die ich mir persönlich nehme, aber auch die Zeit in Gemeinschaft, das Bibelgespräch, die Messe, die Sakramente. Wie gesagt, es ist leicht. Ich darf mich nur nicht immer ablenken lassen von den weltlichen Dingen. Das Weltliche hat mir Gott in seiner Liebe in die Hände gelegt. Aber das sind alles seine Geschenke. Und wir sollen uns mehr auf den Schenker als auf die Geschenke konzentrieren. 

 

Gebet: 

Lieber Jesus, ich danke dir so sehr, dass wir mit dir verbunden leben dürfen. Es ist so leicht, die Gemeinschaft mit dir zu pflegen, und du schenkst uns so viel! Bitte hilf mir, mich nicht so oft vom Weltlichen ablenken zu lassen. Ich will vor allem dich suchen und dir danken für die Erfahrung, die ich immer wieder machen darf: Du schenkst mir doch alles, darum muss ich mir keine Sorgen machen. 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Samstag, 13. April 2024

Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. (Lk 24,39)

03 Sonntag der Osterzeit 
Evangelium                                                                                                  Lk 24, 35–48
Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren,
35erzählten den Elf und die mit ihnen versammelt waren,
was sie unterwegs erlebt
und wie sie Jesus erkannt hatten,
als er das Brot brach.
36Während sie noch darüber redeten,
trat er selbst in ihre Mitte
und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
37Sie erschraken und hatten große Angst,
denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
38Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt?
Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen?
39Seht meine Hände und meine Füße an:
Ich bin es selbst.
Fasst mich doch an
und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen,
wie ihr es bei mir seht.
40Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
41Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten
und sich verwunderten,
sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
42Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch;
43er nahm es und aß es vor ihren Augen.
44Dann sagte er zu ihnen:
Das sind meine Worte,
die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war:
Alles muss in Erfüllung gehen,
was im Gesetz des Mose,
bei den Propheten und in den Psalmen
über mich geschrieben steht.
45Darauf öffnete er ihren Sinn
für das Verständnis der Schriften.
46Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben:
Der Christus wird leiden
und am dritten Tag von den Toten auferstehen
47und in seinem Namen
wird man allen Völkern Umkehr verkünden,
damit ihre Sünden vergeben werden.
48Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.
 
Tagesimpuls:
 
Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.  (Lk 24,39)
 
Jesus zeigt und betont, dass er leibhaftig von den Toten auferstanden ist. Das fällt den Menschen – damals wie heute – schwer zu glauben. Dass Gott Geist ist, ein höheres geistiges Wesen, das fällt vielen leichter zu glauben. Das erschließt sich dem natürlichen Verstand. Es gibt zwar auch Materialisten, die glauben, dass alles nur aus Materie besteht. Aber viele glauben doch, dass es auch etwas Geistiges gibt, und viele glauben auch an Gott als höheres geistiges Wesen. 
 
Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.

Da aber die meisten Menschen nicht wirklich mit Gott etwas zu tun haben, können sie sich nicht vorstellen, dass Gott hier in der materiellen Welt wirken würde. Ein höheres geistiges Wesen, mit dem man praktisch nichts zu tun hat, ja, das kann man sich irgendwie vorstellen. Aber z.B., dass Jesus durch die Kraft Gottes über das Wasser geht, dass er fünf Brote verwandelt, dass fünftausend Menschen davon satt werden, dass er von den Toten aufersteht und mit einem neuen echten Leib nicht nur erscheint, sondern dass man ihn anfassen kann und er  mit den Jüngern isst, das kann man sich nicht vorstellen. 
 
Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.

So ist es auch bis heute. Wenn z.B. jemand sagt, dass er durch Gebet und die Hilfe Gottes von einem körperlichen Leiden befreit wurde, dann ist das sehr schwer zu glauben. Dann vermuten die meisten, dass es Einbildung wäre, oder eine Art psychosomatischer Zusammenhang. Aber man kann sich nicht vorstellen, dass Gott in der konkreten materiellen Welt irgendwie wirken würde. 
 
Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.

Aber Gott ist real, auch in dieser Welt. Die Tatsache, dass viele mit ihm praktisch nichts zu tun haben, heißt nicht, dass er nicht real wäre. Wir glauben, dass er real in der Eucharistie gegenwärtig ist, im Fleisch, in seinem Leib. Und wir glauben, dass er in der realen materiellen Welt wirken kann, dass es auch heute wie zu allen Zeiten Wunder gibt, die wir nicht erklären können, außer durch das Wirken Gottes. Und wir glauben, dass das Leben nach dem Tod real und leibhaftig sein wird, wie wir an der Auferstehung Jesu erkennen. 
 
Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.

Je mehr Kontakt wir mit Gott bekommen, umso mehr werden wir das selbst erkennen. Dann begreifen wir, dass Beten Sinn macht, weil Gott mit Hilfe unseres Gebets in der Welt real etwas bewirken will. Er will nicht nur, dass wir konkret und real lieben, sondern auch, dass wir durch unser Gebet seinem realen Einwirken in die Welt den Weg bereiten. 
 
Gebet: 
Jesus, du bist nicht nur Geist und Gedanke, du lebst real in unserer Welt in der Eucharistie in jeder Kirche. Du willst real in unserem Leben wirken. Bitte öffne uns, damit wir für dich und dein Wirken offen sind. Bitte stärke unseren Glauben, damit wir diesen Glauben auch an unsere Mitmenschen weitergeben können. 
 
 
Pastor Roland Bohnen 
www.tagesimpuls.org 
 

Freitag, 12. April 2024

Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. (Joh 6,11)

02 Woche der Osterzeit       Freitag

 

EVANGELIUM

Joh 6, 1-15

In jener Zeit

1ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. 

2Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.

3Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. 

4Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. 

5Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? 

6Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. 

7Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. 

8Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: 

9Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele! 

10Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. 

11Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. 

12Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt. 

13Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. 

14Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. 

15Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

 

 

Tagesimpuls:

 

Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen.   (Joh 6,11)

 

Nach Ostern erinnern sich die Jünger an vieles, was Jesus gemacht hatte. Und auch wir schauen nach Ostern mit den Jüngern auf die Ereignisse im Leben Jesu zurück. Nachdem Jesus das letzte Abendmahl mit den Jüngern gefeiert hatte, sehen wir die Brotvermehrung in einem neuen Licht. Es ging dabei nicht nur um das Wunder, dass alle körperlich satt wurden. Es ging dabei auch schon um die Eucharistiefeier. Die Formulierungen „nahm, sprach, teilte aus", erinnern sehr stark an das eucharistische Hochgebet. 

 

Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. 

 

Nach Ostern ist der Auferstandene immer bei uns, wie er uns versprochen hatte: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." Die stärkste Form, in der er bei uns ist, ist die Heilige Messe. Jesus sagte: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben und mein Blut, das für euch vergossen wird." Wenn wir also den nachösterlichen auferstandenen Jesus erkennen wollen, dann finden wir ihn in der Eucharistiefeier. Dort gingen den Jüngern die Augen auf und sie erkannten ihn, und so ist es bis heute. 

 

Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. 

 

Leider komme ich aus einer Generation, in der die Messe immer weniger wertgeschätzt wurde. Wie oft habe ich gehört, dass sie zu lang und zu langweilig wäre. Wie oft habe ich gehört, dass man eine Beziehung zu Jesus, aber nicht zur Kirche haben wolle. Wenn die Messe das Wichtigste ist, dann kann es nicht ohne die Kirche gehen. Die mangelnde Wertschätzung kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht liegt es zum Teil am mangelnden Glauben der Verantwortlichen, also der Priester. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass wir die Messe nicht von Ostern her verstehen, als den Ort, wo der Auferstandene heute unter uns gegenwärtig sein und erkannt werden will. Auf jeden Fall müssen wir dieses österliche Verständnis der Messe gut erklären und natürlich auch ein gutes Vorbild sein. 

 

Gebet: 

Jesus, bitte verzeih uns und unserer ganzen Kirche, dass wir den Wert der Eucharistiefeier nicht genügend erkannt haben. Bitte verzeih alles negative Sprechen über die Messe. Hilf uns, dass wir die richtige Einstellung zur Messfeier bekommen. Schenke unserer Kirche lebendige Gottesdienste, schenke uns einen lebendigen Glauben. Und bitte segne alle Priester, die die Messe feiern. 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org 

 

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