Donnerstag, 16. August 2018

Nicht sieben Mal, sondern siebenundsiebzig Mal. (Mt 18,22)

19 Woche im Jahreskreis     Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 18,21-35.19,1.

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal? 

Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. 

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. 

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. 

Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. 

Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. 

Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. 

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! 

Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. 

Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hatte. 

Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. 

Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. 

Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? 

Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. 

Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt. 

Als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.

 

 

Tagesimpuls:

 

Nicht sieben Mal, sondern siebenundsiebzig Mal.  (Mt 18,22)

 

Dieses Evangelium ist uns bekannt. Wir lernen nichts Neues. Aber es ist gut, an diese Wirklichkeit erinnert zu werden. Das „Siebenmal" und vor allem natürlich das „Siebenundsiebzig Mal" weist darauf hin, dass in diesem Gespräch zwischen Jesus und den Jüngern die vielen kleinen Dinge gemeint sind, die unsere Beziehungen immer wieder belasten. Gerade die Menschen, die uns nahestehen, verletzen wir immer wieder, und wir werden von ihnen verletzt. Wenn wir da nicht aufpassen und immer wieder in unserem Herzen vergeben, dann kann es schnell passieren, dass unser Herz hart wird gegenüber Menschen, die wir lieben. Wenn man verletzt wird, dann muss man sich schützen. Man baut einen Panzer auf. Aber bei Menschen, die man liebt, will man das doch gar nicht. Also gibt es nur eine Möglichkeit: Verzeihen! Wenn ich verzeihe, dann kann ich ein reines Herz behalten und muss mich nicht verhärten gegenüber einem Menschen.

 

Nicht sieben Mal, sondern siebenundsiebzig Mal.

 

Wir sprechen oft auch negativ über Menschen, die uns weh getan haben. Dieses Schimpfen auf andere, ja sogar wenn es nur in Gedanken geschieht, tut uns gar nicht gut. Stattdessen sollten wir verzeihen und segnen. Wir sind von Gott doch in die Welt gesandt worden, damit wir die Liebe dorthin bringen, wo sie noch nicht ist. Also ist Segnen das Beste, was wir immer tun können. Und die Nachlässigkeiten der anderen Menschen können für mich Gründe werden, mich wieder mehr auf Jesus zu werfen. Aus diesem Grund lässt Gott die Lieblosigkeiten zu. Er will, dass ich immer wieder zu ihm komme und bei ihm Trost und Heilung suche. Damit habe ich nicht gesagt, dass Gott das gut findet, wenn andere lieblos sind. Aber er lässt es geschehen, weil es für mich Anlässe sind, noch mehr seinen Trost zu suchen.

 

Nicht sieben Mal, sondern siebenundsiebzig Mal.

 

Lassen wir uns also heute von Jesus an das Verzeihen erinnern! Kein schlechtes Reden, keine schlechten Gedanken, sondern gleich: Gebet zu Jesus, Vergeben in seiner Kraft und Segnen! Wenn wir das heute schaffen – mit Hilfe des Heiligen Geistes – dann müssten wir heute einen sehr glücklichen Tag haben, mit ganz viel innerem Frieden.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du heute besonders dafür sorgst, dass unsere Herzen rein sind. Du hast einmal gesagt: „Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesprochen habe" (Joh 15,3). Bitte hilf mir dabei, heute allen Menschen zu verzeihen und nichts Schlechtes zu denken oder zu reden. Lass mich heute deinen Frieden spüren, der aus dem Verzeihen kommt.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

Mittwoch, 15. August 2018

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. (Lk 1,45)

MARIÄ AUFNAHME IN DEN HIMMEL

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,39-56.

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. 

Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 

Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt 

und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 

In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. 

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. 

Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, 

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. 

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. 

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. 

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, 

und sein Name ist heilig. 

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht 

über alle, die ihn fürchten. 

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: 

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. 

er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. 

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben 

und lässt die Reichen leer ausgehn. 

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an 

und denkt an sein Erbarmen. 

das er unsern Vätern verheißen hat, 

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. 

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

 

 

Tagesimpuls:

 

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. (Lk 1,45)

 

Damit sich die Verheißungen Gottes erfüllen können, muss man auch daran glauben. Maria hat geglaubt, was der Herr ihr sagen ließ. Dadurch konnte Gott an ihr wirken, dadurch konnte das geschehen. Manche sagen z.B.: „Ja, wenn Gott mich heilen will, dann kann er das ja machen." Das hört sich so an, als wollten sie sich selber nicht darum bemühen, sie würden es aber quasi über sich ergehen lassen, wenn Gott es ihnen aufdrängt. Aber meistens ist es nicht so. Meistens ist es so, dass Gott etwas machen will, aber dazu braucht er unseren Glauben und unserer Mitwirkung. Der königliche Beamte Naaman musste z.B. sieben Mal im Jordan untertauchen. Er hatte auch Probleme, das zu glauben und das zu machen, aber schließlich, nachdem sein Diener ihn überredet hatte, hat er es gemacht. (2 Kön 5) Ganz ohne Glauben und Mitwirkung geht es eben meistens nicht.

 

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. 

 

Jesus bittet uns immer wieder, dass wir glauben sollen. Das ist ganz konkret. Wir sollen glauben, dass Gott hier in der Welt, „im Fleisch", handeln will. Der Sohn Gottes ist „im Fleisch" gekommen, nicht nur in Gedanken, als Idee. Und so will Gott auch heute „im Fleisch" kommen, nicht nur in Gedanken. Gott will viel mehr als uns nur etwas Trost schenken bei dem Gedanken, dass es ihn gibt und dass er uns liebt. Ich nehme einen Vergleich: Wenn jemand eine kleine Tochter hat, sagen wir mal ca. 5 Jahre alt, und diese Person hätte riesige Probleme, und dann würde die Tochter sagen: „Ich helfe dir, ich bin immer bei dir, ich liebe dich und lasse dich nicht im Stich." Das wäre ja sehr nett, und auch ein wenig tröstend. Aber was will die kleine Fünfjährige denn wirklich tun, um mir zu helfen? Wenn Gott nur so wäre wie dieses kleine Mädchen, der uns ein paar schöne Worte sagen würde, aber in Wirklichkeit nichts machen könnte, dann könnten sich einige über diese netten Worte von Gott freuen, aber viele würden sich auch zu Recht über ihn ärgern. Was soll das? Was soll Gott, wenn er uns doch nicht helfen kann oder will? Aber zum Glück ist es nicht so! Gott kann wirken hier in unserer Welt, „im Fleisch"! Aber wir müssen daran glauben, damit das, was er will, auch geschehen kann.

 

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. 

 

Die Menschwerdung Jesu in Maria war also nicht nur ein Akt Gottes, der Maria überrumpelt hätte. Es war auch ein Akt Marias, eben dieser Glaubensakt, ohne den das Ganze nicht möglich gewesen wäre. Bitten wir Gott, dass er uns auch immer wieder hilft, diese konkreten Glaubensakte zu setzen, damit er auch in unserem Leben wirken kann, ja große Taten tun kann, so wie in Maria!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du allmächtig bist. Du bist der allmächtige Gott, du kannst in unserem Leben wirken, aber du brauchst unseren Glauben. Hilf uns, so zu glauben wie Maria, dass sich deine großen Taten erfüllen können in unserem Leben!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org