Mittwoch, 8. August 2018

Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel bekannt. (Mt 15,24)

18 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 15,21-28.

In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. 

Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. 

Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. 

Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. 

Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! 

Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. 

Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. 

Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel bekannt. (Mt 15,24)

 

Es ist beeindruckend, wie stark Jesus den Gehorsam zu seinem himmlischen Vater lebt. Er macht nicht einfach eigenmächtig, wozu er Lust hat. Er macht nicht einmal eigenmächtig, was er wichtig oder notwendig findet. Er macht wirklich nur, was er den Vater sagen hört. Er ist sich seiner Sendung ganz sicher. Er kennt seine Identität, er weiß, wozu er berufen ist. Ich dagegen denke manchmal, dass ich alles Mögliche tue und mich verzettele, viel zu wenig Zeit für alles habe und in Stress gerate. Bin ich mir meiner Berufung, meiner Identität, meiner Sendung wirklich ganz bewusst? Was ist mein Auftrag? Mache ich vielleicht noch viel zu viele Dinge, um den Menschen zu gefallen, um Erfolg zu haben oder um ein schönes Gefühl zu bekommen? Je mehr ich zu meiner eigenen Identität finde, die Gott mir schenkt, umso mehr komme ich in die Ruhe meiner Sendung, aber umso mehr werde ich auch aus Gottes Kraft heraus handeln.

 

Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel bekannt.

 

Ich erinnere mich, von Mutter Theresa gehört zu haben – ich kann die Quelle nicht mehr angeben – dass sie gefragt worden sei, ob die Schwestern nicht auch Katechese machen könnten, weil das doch so notwendig wäre unter den armen Menschen. Und sie habe geantwortet, dass das nicht die Aufgabe der Schwestern sei, dass aber andere Gruppen von Gott diesen Ruf bekommen könnten. So ein Feststehen in der eigenen Identität imponiert mir, auch wenn man eine berechtigte Anfrage damit zurückweist. Das können wir von Jesus lernen. Er konnte Nein sagen, weil er nicht in den Ungehorsam gegenüber dem Vater fallen wollte.

 

Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel bekannt.

 

Ich habe gelernt, dass in unserer heutigen Kirche das prophetische Charisma einen guten Beitrag dazu leistet, Menschen in ihre Identität als Kinder Gottes zu führen. Ich habe z.B. bei Priesterexerzitien mit Sr. Briege McKenna von ihr einen prophetischen Zuspruch erhalten. Es ist sehr gut, dass unter der Führung des Heiligen Geistes dieses Charisma in unserer Kirche langsam entwickelt wird. Wir alle sind durch die Taufe prophetische Menschen geworden, d.h. das Hören auf Gott ist uns mit der Taufe ins Herz gelegt. Das können wir. Darüber hinaus gibt es Christen, die in besonderer Weise prophetisch begabt sind. (Das ist ähnlich mit dem Priestertum. Wir alle sind durch die Taufe priesterliche Menschen, aber es gibt natürlich auch das besondere Priestertum.) Also können wir auf Gott hören, und so finden wir unsere Berufung, und so können wir lernen, im Gehorsam zu leben und ruhig zu werden in Gott. Zum prophetischen Charisma müsste man noch mehr lernen, vor allem, dass es geprüft werden muss und dass man die Unterscheidung der Geister braucht. Wenn das gegeben ist, dann kann es für uns sehr fruchtbar werden.

 

Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel bekannt.

 

Nehmen wir uns heute vor, im Gehorsam gegenüber Gott zu leben, im inneren Hören, so dass wir nicht mehr tun als das, was unser Auftrag ist. Durch die Ruhe, die wir dann bekommen, werden wir liebevoller sein können zu unseren Mitmenschen, und das ist dann eine echte Frucht des Heiligen Geistes.

 

Gebet:

Jesus, ich will auf deine Stimme hören! Ich will dir gehorsam sein und mich nicht in alles Mögliche verzetteln. Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, dass dieser Lebensstil für mich etwas ganz Neues sein wird. Ich habe den Eindruck, dass ich mich ganz neu darin einüben muss. Ich bitte dich, dass du in mir das prophetische Charisma stärkst, dass ich von dir höre, dass ich deinen Willen erkennen kann. Ich spüre, dass du mir das schenken willst und kannst, wenn ich dir verspreche, dass ich dann auch gehorsam sein will. Wenn ich sowieso nur mein eigenes Ding machen will, dann musst du mir kein prophetisches Charisma schenken, dann geht das gar nicht. Also, auch wenn es mir nicht leichtfällt: Ich verspreche dir dass ich deinen Eingebungen folgen will, dass ich deinen Willen tun will, und ich vertraue dabei auf die Kraft des Heiligen Geistes. Bitte hilf mir, wenn es nötig ist, über meinen Schatten zu springen, damit ich dann auch wirklich deinen Willen erfüllen werde und gehorsam sein werde.

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

1 Kommentar:

  1. Herr Jesus Christus, lass meinen Glauben wachsen und meine Hoffnung immer mehr und mehr sich stärken...damit ich wie die Frau "treu und innig zu DIR bete". Amen

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