Dienstag, 7. August 2018

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? (Mt 14,31)

 18 Woche im Jahreskreis    Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 14,22-36.

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. 

Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. 

Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. 

In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. 

Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. 

Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! 

Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. 

Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. 

Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! 

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 

Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. 

Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. 

Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret. 

Als die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm 

und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?  (Mt 14,31)

 

Wie Petrus, so geht es uns Menschen allen, wenn wir ernsthaft auf dem Glaubensweg mit Jesus gehen. Wir machen Vorsätze, gehen ein Stück des Weges im Gottvertrauen, aber dann fallen wir auch immer wieder. Wichtig ist, dass Jesus uns hilft, sofort wieder aufzustehen. Es geht kein Weg daran vorbei, dass unser Glaube geprüft wird. Wir sollen auch bei starken Wellen auf Gott vertrauen, nicht nur dann, wenn es ruhig ist und alles glatt läuft.

 

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

 

Wir sind jetzt in Ferien in Medugorje. Gestern gingen wir abends im Dunklen auf den Erscheinungsberg. Wer das kennt, weiß, wie spitz die Steine dort sind. Ich musste an Psalm 91 denken, wo es heißt: „Sie tragen dich auf Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt". Damit sind die Schutzengel gemeint. Ich war gar nicht so trittsicher, vor allem im Dunklen, und ich bin auch kein geübter Bergsteiger. Während ich an den Psalm dachte, habe ich mich immer wieder an spitzen Steinen gestoßen. Das war eine symbolische Erfahrung. Ich konnte glauben: Die Schutzengel passen auf mich auf, auch wenn ich mich öfter stoße. Die Tatsache, dass ich mich stoße und mir ab und zu weh tue, widerspricht nicht der Erfahrung, dass die Schutzengel aufpassen, dass mir nichts passiert. Gerade in unruhigen Fahrwassern passen sie auf mich auf, auch wenn ich einen anderen Eindruck habe.

 

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

 

Aber trotzdem fallen wir. Uns verlässt das Gottvertrauen, wir zweifeln, wir meckern, wir schimpfen, wir fallen in Sünden. Hier will Jesus uns immer wieder aufrichten. Er streckt uns immer wieder seine Hand entgegen, wenn wir gefallen sind, wenn wir gezweifelt haben. Das wichtigste beim Fallen ist, dass man so schnell wie möglich wieder aufsteht. Wenn man eine kleine Sünde bemerkt hat, kann man sofort Buße tun, d.h. aussprechen, dass man anerkennt gegenüber Gott, dass das jetzt falsch war, und um Vergebung bitten. Bei Menschen muss man das auch so schnell wie möglich machen. Sobald man Buße getan hat, ist es wieder gut, geht man wieder auf dem Niveau weiter, wo man vorher war. Es gibt ja einen Spruch, der sagt, ein Heiliger sei ein Mensch, der einmal mehr aufgestanden ist als er gefallen war.

 

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

 

Ergreifen wir auch heute wieder die Hand Jesu! Wenn wir gefallen sind, dann stehen wir auf! Warten wir nicht damit! Und halten wir durch, auch wenn wir geprüft werden!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mir so sehr entgegen kommst. Du streckst mir immer deine Hand entgegen. Ich will dir vertrauen, auch wenn der Weg hart und steinig wird. Ich will dir immer vertrauen und nie zweifeln an deiner Liebe!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

1 Kommentar:

  1. Jesus...es ist mein Boot...dass sich vom "Land-Ufer-deiner Herzensliebe" entfernt ! Ich selbst verliere mich in den "Wogen dieser Welt" - Bitte Herr, reiche mir deine Hand...Ich reiche dir heute die meine!

    Denn es steht geschrieben...
    "ALLES KANN WER GLAUBT - DENN FÜR GOTT IST ALLES MÖGLICH" MK. 9,23..10,27

    AMEN

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