Donnerstag, 24. Mai 2018

Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. (Mk 9,43)

07 Woche im Jahreskreis     Donnerstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 9,41-50.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.
Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.
Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.
Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab;
es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden.
Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus;
es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden,
wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden.
Das Salz ist etwas Gutes. Wenn das Salz die Kraft zum Salzen verliert, womit wollt ihr ihm seine Würze wiedergeben? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!

 

Tagesimpuls:

 

Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.  (Mk 9,43)

 

Das Markusevangelium hat etwas Raues. Jesus spricht kraftvoll mit einfachen Worten, ohne Schnörkel. Es geht im Leben um Entscheidungen. Es geht um Leben und Tod. Wir müssen Prioritäten setzen. Wir müssen klar haben, was das Wichtigste ist. Und wir sollen nicht halbherzig dabei sein. Wir sollen nicht nur auf die Sünde, sondern auch schon auf das verzichten, was uns zur Sünde verführen könnte, weil das Reich Gottes es wert ist, weil uns das Reich Gottes am Herzen liegt, weil wir leben wollen und nicht sterben. In der traditionellen Sprache sagte man: Man solle nicht nur die Sünde, sondern auch die Gelegenheit zur Sünde meiden.

 

Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.

 

In einer anderen Sache ist Jesus auch ganz klar: Es gibt die Hölle. Da ist kein Spielraum zur Interpretation. Es sind zu viele Stellen in der Bibel, wo Jesus klar und eindeutig über die Existenz der Hölle spricht. Ebenso klar und eindeutig spricht Jesus über die Barmherzigkeit Gottes, über die Vergebung der Sünden. Beides scheint sich in den Augen Jesu nicht zu widersprechen. Gott ist gütig und barmherzig, aber wir müssen das Leben wählen. Wenn wir uns für den Tod entscheiden, dann lässt Gott uns diesen Weg bis zum Ende gehen. Dann haben wir uns für den Teufel entschieden, wir laufen in seine Arme. Gott kann nur die retten, die sich ihm zuwenden, die sich von ihm erretten lassen. Wer gerettet wird, darüber können wir keine Aussage machen. Wir dürfen für jeden hoffen. Aber – wie Paulus sagt – wir sollen uns mit allen Kräften um unser Heil mühen (vgl. Phil. 2,12).

 

Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.

 

Gebet:

Jesus, um auf dem richtigen Weg zu bleiben, brauche ich deine Gnade. Heiliger Geist, ich brauche dich. Ich kenne meine Schwachheit, aber ich kenne auch deine Barmherzigkeit. Heiliger Geist, führe und leite mich. Hilf mir, einen großen Abstand zur Sünde einzuhalten, dass ich immer die richtigen Entscheidungen treffe, dass ich immer so lebe, dass der Weg des Lebens oberste Priorität für mich hat. Ich weiß, dass es nur mit deiner Gnade geht. Diesen Weg will ich gehen. Heiliger Geist, stärke und erleuchte mich. Amen.

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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Mittwoch, 23. Mai 2018

Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. (Mk 9,39)

07 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 9,38-40.

In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.
Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.
Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

 

Tagesimpuls:

 

Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.  (Mk 9,39)

 

Mir scheint, als sei dies genau für unsere heutige Situation geschrieben. In den charismatisch-pfingstlichen Freikirchen gibt es viel Befreiungsdienst. In der katholischen Kirche dagegen ist dies streng geregelt. Wir Katholiken wundern uns über die Unbefangenheit, mit der manche Freikirchen mit dem Befreiungsdienst umgehen. Und Jesus scheint ihnen Recht zu geben. Bei der Katholischen Kirche ist es so, dass nur die Bischöfe (Nachfolger der zwölf Apostel) und eigens von ihnen eingesetzte Exorzisten die Vollmacht haben, Dämonen auszutreiben. Allerdings ist es auch in der Katholischen Kirche so, dass auch Priester und Gläubige Befreiungsgebete sprechen dürfen. Aber im Großen und Ganzen gibt es in der Katholischen Kirche in diesem Bereich eine große Zurückhaltung, in gewissem Sinne auch eine Unklarheit und verschiedene Meinungen, was wem erlaubt ist und was nicht.

 

Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.

 

Ich persönlich glaube, dass wir da noch mehr Klarheit bekommen werden in den nächsten Jahren. Vielleicht werden wir einiges von den Freikirchen lernen. Und zugleich werden die Freikirchen auch lernen, wann wo welche Art von Vollmacht vonnöten ist. Es gibt ja sehr unterschiedliche Fälle. Manche sind „besessen" im vollen Sinn des Wortes, manche sind von Dämonen belastet, bedrängt, und letztendlich steht jeder Mensch in irgendeiner Weise im Kampf mit den Mächten der Finsternis.

 

Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.

 

Aber was nehmen wir für heute aus diesem Vers mit? Ich würde sagen, eine große Offenheit gegenüber allen, die Christus verkünden, sich auf ihn berufen und in seinem Namen beten. Jesus zeigt uns hier, wie interkonfessionelle Toleranz und Respekt aussehen könnten. Darin ist er offener als seine Jünger. Dann nehme ich auch mit, dass Jesus den Blick wieder einmal richtet auf den Befreiungsdienst. Der muss bei uns Katholiken in irgendeiner Weise heraus aus der verstaubten Ecke. Dieser Dienst ist zentraler Bestandteil der Praxis Jesu, und Jesus hat uns immer dazu aufgefordert. Wir sollen dem Wirken des Satans das Handwerk legen. Gewiss, wir wollen nicht vorschnell und naiv agieren, aber irgendwie müssen wir auf diesem Gebiet auch weiterkommen, denn es gibt zu viele Menschen die leiden, die immer nur in die Psychiatrie geschickt werden, und denen nicht geholfen wird. Ich bin dankbar für alle Menschen, die sich auf diesem Gebiet engagieren. Und ich bete, dass sich die Katholische Kirche in dieser Hinsicht unter der Führung des Heiligen Geistes noch weiterentwickelt, so dass noch mehr Menschen geholfen werden kann.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du die Dämonen ausgetrieben hast. Du hast die Jünger und auch uns gelehrt, damit weiter zu machen, um die Menschen zu befreien. Heute ist dieser Dienst in großen Bereichen der Kirche zum Erliegen gekommen, und irgendwie scheinen wir da auch sehr kompliziert zu sein. Danke für die Erfahrung der Freikirchen, von denen wir vielleicht manches Gute lernen können, nicht überstürzt, aber in aller Behutsamkeit. Ich bete ganz besonders für die vielen leidenden Menschen. Schenke uns Wege, wie wir ihnen nachhaltig helfen können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Dienstag, 22. Mai 2018

Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. (Mk 9,35)

07 Woche im Jahreskreis     Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 9,30-37.

In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr;
denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.
Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.
Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?
Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei.
Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen:
Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

 

Tagesimpuls:

 

Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. (Mk 9,35)

 

Nach den heiligen Tagen beginnt wieder der Alltag des Jahreskreises. Und wir werden konfrontiert mit einem nüchternen Evangelium. Wir sollen Diener aller sein, nicht hoch hinaus wollen, uns um die Kleinsten in der Gesellschaft kümmern. Hier geht es nicht um heilige Gefühle, hier geht es um das ganz praktisch im Alltag gelebte Christsein. Darin liegt eine große Chance. Dienen kann man jeden Tag. Und wenn wir dienen, dann können wir ziemlich sicher sein, dass wir den Willen Gottes tun. Achten wir also auf die Möglichkeiten, die sich uns heute eröffnen, wo wir den anderen dienen können!

 

Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.

 

Das heißt nicht, dass wir immer für andere da sein müssen. Jesus konnte sich auch abgrenzen. So heißt es oben im Evangelium, er wollte nicht, dass jemand davon etwas erfuhr. Er wollte mit den Jüngern allein sein. Jeder hat auch das Recht auf seine Privatsphäre. Man muss auch mal ganz ungestört sein dürfen. Manche wichtigen zwischenmenschlichen Gespräche wären unmöglich, wenn wir nicht diese Privatsphäre hätten. Wir sehen:  Jesus war bereit, den Menschen zu dienen, aber das heißt nicht, dass er immer allen Menschen in gleicher Weise zur Verfügung stand.

 

Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.

 

Wir sollen auch dienstbereit sein, aber wichtig ist, dass wir erkennen, für welchen Menschen wir jetzt da sein sollen. Wir können nicht allen dienen, wir können vor allem nicht die Erwartungen aller erfüllen. Hier müssen wir immer wieder zu Jesus gehen, Jesus fragen, um den Heiligen Geist beten. Lassen wir uns heute vom Heiligen Geist durch diesen Tag führen! Er möge uns zeigen, welchen Menschen wir heute dienen sollen.

 

Gebet:

Jesus, ich will nicht hoch hinaus. Ich will einfach für dich leben, in Demut, in Bescheidenheit. Ich muss nicht der Erste und der Größte sein. Ich will da leben und dienen, wo du mich hingestellt hast. Hilf mir, heute die Freundschaft zu dir und zum Heiligen Geist gut zu leben. Denn nur, wenn ich mit dir in Kontakt bleibe, kann ich erkennen, wo du mich sendest und wo ich Nein sagen soll. Allein werde ich es nicht schaffen, ohne die enge Beziehung zu dir werde ich mich vermutlich heute wieder überfordert fühlen. Aber ich vertraue fest auf dich. Ich will heute eng mit dir und dem Heiligen Geist verbunden bleiben.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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