Samstag, 15. Dezember 2018

Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. (Joh 3,16)

02 Sonntag im Advent         

 

EVANGELIUM

Lk 3, 10-18

 

10In jener Zeit fragten die Leute den Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun?

11Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso.

12Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun?

13Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist.

14Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold!

15Das Volk war voll Erwartung, und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei.

16Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

17Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

18Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.  (Joh 3,16)

 

Johannes ermahnt die Menschen zum moralischen Handeln. Sie sollen gut sein zu ihren Mitmenschen, teilen, was sie im Überfluss haben, ihre Machtstellung nicht missbrauchen, korrekt sein und keinen übervorteilen. Das ist sehr gut. Aber das ist eine Vorbereitung auf das Evangelium, das ist noch nicht das Evangelium. Jesus wird mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Durch den Heiligen Geist bekommen wir eine persönliche Beziehung zu Gott. Und das Feuer reinigt uns von allem Bösen, das sich in uns festgesetzt hat. Ohne das Feuer bekommen wir keine Reinheit, und ohne diese Reinheit wird unser moralisches Handeln immer nur Stückwerk bleiben.

 

Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

 

Deswegen dürfen wir die christliche Verkündigung nicht reduzieren auf Moralpredigten. Aber das geschieht in so vielen Kirchen heute. Weil den Menschen das Mysterium verloren gegangen ist, weil sie den Heiligen Geist und die Kraft Gottes nicht kennen, wird immer nur davon gepredigt, dass man nett sein soll zu seinen Mitmenschen und ein guter Mensch sein müsse. Und über den Weltfrieden wird gepredigt, den die Politiker doch endlich anstreben sollen. Da ist ja nichts gegen einzuwenden, aber das ist eine Vorbereitung. Das ist noch nicht das Evangelium. Wer sich bemüht, seine Mitmenschen zu lieben, ist wie der alttestamentliche Mensch, der Jesus noch nicht kennt, aber durchaus schon die Gebote Gottes. Das Alte Testament ist eine sehr gute Vorbereitung. Wer sich bemüht, sich daran zu halten, dessen Herz wird offen dafür, Jesus anzunehmen.

 

Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

 

Aber im Alten Testament haben wir auch die Pharisäer, die an ihrem Glauben festhalten und Jesus nicht annehmen wollen. Und so müssen wir uns bewusst sein, dass wir das Übernatürliche, den Heiligen Geist, auch das Feuer der Reinigung, das Jesus bringen will, annehmen müssen. Wir dürfen nicht beim Moralpredigen stehen bleiben, sondern wir müssen die Kraft Gottes verkündigen. Deshalb ist mir der Glaube an Wunder so wichtig. Wenn wir nicht an das Übernatürliche glauben, dann sind wir vollkommen auf uns allein gestellt, ohne Gottes Hilfe. Das ist nicht das Evangelium. Nein, der Heilige Geist wirkt, Jesus ist da, er hilft uns. Und nur mit seiner Hilfe kann das moralische Handeln dann wirklich gelingen, das Johannes der Täufer gepredigt hat.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für alles Gute, dass Menschen tun, auch wenn sie nicht an dich glauben. Je mehr Gutes getan wird, umso offener wird man für dich. Aber bewahre uns davor, uns zu verschießen für die Kraft Gottes wie die Pharisäer. Hilf uns offen zu sein für das Wirken des Heiligen Geistes, für das Übernatürliche, für das Feuer der Reinigung, das du uns senden willst. Danke, dass wir nicht auf uns allein gestellt sind, sondern dass du uns in allem helfen willst.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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Freitag, 14. Dezember 2018

Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen. (Mt 11,19)

02 Woche im Advent           Freitag          

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 11,16-19

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: 

Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. 

Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. 

Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.  (Mt 11,19)

 

Man kann es den Menschen nie recht machen. Sie finden immer einen Grund, die göttliche Weisheit abzulehnen. Bei Johannes sagen sie, er sei von einem Dämon besessen. Heute sagen die Menschen bei geistlichen Erneuerungsbewegungen, das seien Sekten. Jesus hat nicht streng asketisch gelebt, da sagen sie: „Der kann nicht von Gott stammen, denn er isst mit Zöllnern und Sündern." Wie soll man es richtig machen? Wer Jesus nicht annehmen will, der findet immer einen Grund.

 

Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.

 

Aber die göttliche Weisheit bekommt trotzdem recht durch ihre Taten. Das tröstet. Wie auch immer die Menschen reagieren – wenn wir als Christen treu unseren Glauben leben, dann wird Gott sich durchsetzen können in unserer Welt. Unsere Taten sind nicht umsonst, egal, was die Menschen über uns denken oder sagen. Durch unsere Taten können wir Jesus bezeugen, auch wenn die Menschen ihn noch nicht anerkennen.

 

Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.

 

Jesus weist uns also darauf hin, wie wichtig unsere Taten sind, vor allem dann, wenn unsere Worte nicht angenommen werden. Unsere Taten sprechen für sich. Die größte Tat Jesu war sein Opfertod für uns Sünder. Das ist der Weg dort, wo die Worte nicht mehr gehört werden. Und wir Christen haben noch etwas ganz Großes: Wir können die Eucharistie feiern und diese Großtat Jesu immer wieder den Menschen zuwenden, für die wir beten. Wir müssen also nicht nur selber Taten des Glaubens vollbringen, wir können jeden Tag das Opfer Jesu darbringen für die Erlösung der Welt. Dabei wird das Opfer Jesu natürlich nicht wiederholt. Aber wir wenden es der Welt zu, wir bringen das kostbare Blut Jesu im Heute zu den Menschen, hinein in die Welt. So dürfen wir die eine Großtat Jesu immer wieder darbringen und damit der göttlichen Weisheit zu ihrem Recht verhelfen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass Taten dort sprechen, wo Worte nicht mehr gehört werden. Die größte Tat ist dein Opfertod, den wir allen Menschen zuwenden können, wenn wir die Eucharistie feiern. Dazu dürfen wir selber auch Taten aus dem Glauben vollbringen. All das bewirkt, dass deine Liebe in die Welt fließen kann, auch dort, wo man nicht auf deine Worte hören will. Ja, hilf uns, diese Welt mit deiner Liebe zu erfüllen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Donnerstag, 13. Dezember 2018

Bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich. (Mt 11,12)

02 Woche im Advent            Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 11,7b.11-15

In jener Zeit begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden: 

Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er. 

Seit den Tagen Johannes' des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich. 

Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt. 

Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll. 

Wer Ohren hat, der höre! 

 

 

Tagesimpuls:

 

Bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich.  (Mt 11,12)

 

Dieses Wort Jesu ist schwer zu erklären. Man könnte es so deuten, dass die Christenverfolgung damit gemeint ist. Man kann es aber auch positiv deuten. Johannes war ein Asket. Er hat große Anstrengungen unternommen für das Reich Gottes. Seine Berufung hat ihn alles gekostet, er hat sein Leben hingegeben. Man kann es also so verstehen: Seit Johannes dem Täufer reißen die Menschen mit „Gewalt", also mit großer Energie das Reich Gottes an sich. Sie bemühen sich, mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gehen. Die, die wirklich etwas investieren, das sind die Menschen, die in das Reich Gottes kommen. Es sind die, die alle ihre Perlen verkaufen, um die eine kostbare zu erlangen.

 

Bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich. 

 

Dann kann man auch den Umkehrschluss sagen: Wem es nicht so wichtig ist, der geht nicht in das Himmelreich. Wer weiterhin in Kompromissen mit der Sünde leben will, der wird das Himmelreich nicht erben. Man findet es nur, wenn man sich wirklich alle Mühe gibt, sich von der Sünde loszureißen.

 

Bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich. 

 

Wäre es nicht gut, heute etwas von der Mentalität Johannes des Täufers an den Tag zu legen? Die Adventszeit ist ähnlich wie die Fastenzeit eine Bußzeit. Johannes der Täufer war ein Büßer. Wir könnten unsere Leiden und Probleme aufopfern heute – für die Bekehrung der Sünder! Wir könnten einmal bewusst ein Opfer bringen, um in den Fußstapfen Johannes des Täufers Buße zu tun, uns „Gewalt anzutun". Ich schreibe dies hier, obwohl ich mir dessen bewusst bin, wie schwer ich mich selber damit tue. Aber vielleicht finde ich einen Weg, der für mich passend ist, dieses Evangelium heute in die Tat umzusetzen.

 

Gebet:

Jesus, mir fällt es überhaupt nicht leicht, Buße zu tun. Bitte zeige mir einen Weg, wie ich das heute praktizieren kann. Ich danke dir für die guten Vorbilder, für Johannes, den Täufer, aber auch für Vorbilder in meinem Leben heute. Hilf uns allen, dass wir den Sinn der Adventszeit richtig erkennen, dass wir uns wie Johannes durch Buße auf die Geburt des Erlösers vorbereiten.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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