Samstag, 22. Dezember 2018

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? (Lk 1,43)

04 Sonntag im Advent         

 

EVANGELIUM                                                                                                   Lk 1, 39-45

 

39Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

40Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.

41Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

42und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

43Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

44In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

45Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?  (Lk 1,43)

 

Elisabeth ist tief berührt von Gott durch die Begegnung mit Maria. Wir können hier wirklich sehen, dass Maria Menschen zu Jesus führt. Sie vermittelt eine intensive Begegnung mit Jesus, so dass Elisabeth Jesus als ihren Herrn anerkennt. Dabei wird Elisabeth geistig und körperlich berührt von Gott. Mir ist es wichtig, das Körperliche zu betonen, weil auch heute viele Menschen göttliche Manifestationen in ihrem Körper spüren. (Selbstverständlich brauchen wir die Unterscheidung der Geister, weil nicht jedes Phänomen, was wir im Körper spüren, ein Geschenk Gottes ist.)

 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

 

Wenn Elisabeth bekennt, dass Maria die Mutter ihres Herrn ist, dann ist das ein Bekenntnis für Jesus. Weil Jesus der Herr ist – und hier ist das Wort „Herr" ganz klar der Gottestitel – ist Maria die Mutter des Herrn. In der deutschen Sprache sagen wir gerne die Muttergottes. Genau das ist gemeint. Wenn Menschen nun Probleme haben, wieso Gott eine Mutter haben könnte, dann ist dies nicht wirklich eine mariologische Frage, sondern eine christologische. Die zwei Naturen Jesus Christi, die göttliche und die menschliche, das ist es, was den Denkern Kopfzerbrechen bereitet, weil man das nicht erklären kann. Der Muttergottestitel ist nur eine Folge davon. Er resultiert daraus, dass wir den Menschen Jesus als unseren Herrn anerkennen und damit seine Gottheit bekennen.  

 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

 

Wir dürfen also mit biblischer Grundlage Muttergottes sagen. Wir müssen uns nicht an theologischen Problemen aufhalten, sondern einfach glauben, dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist. Und Maria ist mehr gesegnet als alle anderen Frauen, d.h. sie hat eine ganz besondere Stellung, sie ist nicht einfach nur eine normale Frau. Und weil sie so sehr gesegnet ist, deshalb kann sie so viel Segen weiterschenken an uns. Sie schenkt uns Jesus.

 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

 

Elisabeth erkennt das sehr demütig an. Weil sie von Gott berührt ist, ist sie offen und demütig. Aber weil sie offen und demütig ist, kann sie von Gott berührt werden. Wir brauchen diese Offenheit und Demut, damit wir die Dinge Gottes erkennen können.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für das Zeugnis der Elisabeth. Sie hat sich von dir berühren lassen. Sie hat so viel verstanden von dir. Sie hat dich erkannt und als Herrn anerkannt. Sie hat Maria als Muttergottes anerkannt. Und dabei war sie nicht stolz oder hochnäsig, sondern ganz demütig. Hilf uns, in dieser Haltung vor dir zu leben und deine Wahrheiten zu erkennen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. Gott, ich bitte DICH; Nimm mich mithinein in die Stunde der Begegnung zwischen Maria und Elisabeth.
    Denn beim Lesen der Bibelstelle wird mir deutlich, dass in Maria, durch Jesus, die "Gnaden - Quelle deiner göttlichen Liebe sichtbar wird und in seiner ganzen Fülle entspringt".
    ( ... und diese Fülle springt auf Elisabeth "leibhaftig" über)
    O Herr, schenke mir die Gnade, dass ich mich an dieser "Gnaden-Quelle" in diesen Tagen ausruhen kann.
    Amen

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