Donnerstag, 27. Dezember 2018

Er sah und glaubte. (Joh 20,8)

27 Dezember             Heiliger Johannes

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 20,2-8

Am ersten Tag der Woche lief Maria von Magdala schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. 

Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; 

sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. 

Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. 

Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 

und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. 

Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.

 

 

Tagesimpuls:

 

Er sah und glaubte.  (Joh 20,8)

 

Auch wenn man ein Wunder sieht, muss man einen Glaubensakt machen, um das Wunder als solches zu erkennen und zu deuten, und um es anzunehmen. Es ist wie bei der menschlichen Kommunikation. Der andere Mensch kann deutlich sprechen, immer ist es an mir, zu entscheiden, ob ich es glaube. Es gibt Menschen, die haben schon Wunder erlebt, und die nennen es „unerklärliche Phänomene, die man bisher noch nicht wissenschaftlich erklären kann". Aber diese Menschen würden das nicht mit Gott in Verbindung bringen. Der Glaubensakt kommt immer als zusätzlicher Akt dazu.

 

Er sah und glaubte.

 

Dieses Glauben-Können ist eine Gnade, und es ist zugleich eine menschliche Zustimmung. Trotzdem beschreibt jeder, der glauben kann, dies als eine Gnade, die ihm zuteil geworden ist. Wie viel Gnade die Menschen erhalten haben, die nicht glauben, wissen wir nicht. Wir können nicht sagen, ob sie die Gnade abgelehnt haben, oder ob ihnen diese Gnade bisher einfach noch nicht zuteil geworden ist. Wir müssen das auch nicht beurteilen. Für uns selber wissen wir: Es ist eine Gnade, aber wir haben dem Wirken Gottes auch zugestimmt, wir haben uns geöffnet, wir haben geglaubt.

 

Er sah und glaubte.

 

Vielleicht erleben wir heute kein direktes Wunder. Natürlich kann man auch die ganze Schöpfung als Wunder bezeichnen. Aber ich meine jetzt ein explizites Wunder, also ein für uns Menschen unerklärliches, besonderes Eingreifen Gottes. Auch wenn wir in diesem Sinne ein Wunder nicht erleben, können wir das Wort auf unsere Erfahrungen des heutigen Tages übertragen. Wir werden Dinge sehen heute, wir werden Dinge erleben. Und dann können wir das alles mit den Augen des Glaubens betrachten. Wir können versuchen, das Wirken Gottes hinter den Geschehnissen zu erkennen. So können auch wir heute sehen und glauben.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir glauben dürfen, dass du hinter allem steckst, dass du in allem wirkst, was wir heute erleben werden. Lass uns erkennen, wie du heute zu uns sprechen willst durch das, was geschieht. Und ich bete heute besonders für die Menschen, die nicht glauben können. Ich will und kann sie nicht beurteilen. Aber bitte schenke ihnen Gnaden, dass sie sich für dein Wirken öffnen können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. Jesus, heute wird beim Lesen des Tagesevangelium in mir die Frage laut...."und du, glaubst du?"

    Am Heiligabend, ja da ist klar, DU  wirst geboren von der Jungfrau Maria -  und ich kann DICH schauen, in der Krippe kann ich DICH sehen.

    Doch heute, schaue ich mit Johannes und Petrus ins "Leere"- leere Grab.

    ....darum bete ich im Rosenkranzgebet ....
    ● "Jesus -  der den Glauben in uns (mir) vermehre"

    Ja !  Jesus ich Bitte DICH, schenke mir die Gnade  des Glaubens, und vermehre diesen Glauben in mir.

    Denn,wenn ich mit Johannes in die "Leere des Granes" hineinschaue, so darf ich mit Johannes auch die "Gnadenfülle Gottes" hierin entdecken und erkennen.

    Amen

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