Dienstag, 4. Dezember 2018

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. (Lk 10,21)

01 Woche im Advent            Dienstag       

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,21-24

In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. 

Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. 

Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. 

Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.  (Lk 10,21)

 

Hochmut kommt vor dem Fall, heißt es in der Bibel (Spr 16,18). Der Hochmütige lernt nichts mehr von anderen, weil er ja meint, alles selber besser zu wissen. Damit verschließt er sich für die Wahrheit und kreist um sich selbst. Der Demütige dagegen lernt immer mehr dazu, denn er ist davon überzeugt, dass er von jedem anderen Menschen etwas lernen kann. Er sieht sich den anderen nicht überlegen, sondern er schätzt den anderen höher ein als sich selbst (vgl. Phil 2,3). Und das ist der Grund, warum Jesus die Unmündigen seligpreist. In diesem Sinne ist auch das Wort der Bergpredigt zu verstehen: „Selig die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich" (Mt 5,3)

 

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

 

Die Menschen, die intellektuell stark sind, die gebildet sind, müssen sich umso mehr um die Haltung der Armut im Geist bemühen. Aber Demut ist eine Tugend, in der sich jeder üben muss. Man kann nicht sagen, dass es immer die intelligenten Menschen sind, die zu Stolz und Hochmut neigen. Aber wer aus menschlicher Sicht sehr stark ist, muss sich sicherlich ganz besonders dessen bewusst sein, dass er nicht hochmütig werden darf. Vor Gott und vor meinen Mitmenschen muss ich immer ganz klein bleiben, anderenfalls bleibe ich in meiner Entwicklung stehen, und ich lerne nicht Neues mehr dazu.

 

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

 

Um Jesus anzunehmen, um das anzunehmen, was von Gott kommt – und von Gott kommt immer Neues in die Welt, auch heute – müssen wir kein und unmündig sein. Wenn wir stolz sind und alles besser wissen, kann Gott nicht mehr zu uns sprechen. Daher müssen wir uns immer fragen: Bin ich noch lernfähig? Kann ich mir von anderen Menschen etwas sagen lassen? Kann ich Neues annehmen von Gott, oder will ich nur das alt Gewohnte? Hat es in meinem Leben als Christ im vergangen Jahr Dinge gegeben, die ich neu gelernt habe, die sich jetzt geändert haben, die ich von anderen angenommen habe?

 

Gebet:

Jesus, durch das Wirken des Heiligen Geistes schenkst du der Kirche ständig Neues. Hilf mir, immer offen zu bleiben dafür. Hilf mir klein und demütig zu bleiben, so dass ich immer lernen kann, von anderen Menschen und von dir.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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