Samstag, 8. Dezember 2018

Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. (Lk 1,28)

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,26-38

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret 

zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. 

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. 

Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. 

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. 

Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. 

Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. 

Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. 

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? 

Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. 

Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. 

Denn für Gott ist nichts unmöglich. 

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

 

 

Tagesimpuls:

 

Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.  (Lk 1,28)

 

Maria ist von Gott in außergewöhnlicher Weise begnadet. Der Heilige Hieronymus übersetzt in seiner lateinischen Übersetzung sogar: „voll der Gnade" – „gratia plena", wie es in unser Gebet „Gegrüßet seist du Maria" eingegangen ist. Kein Mensch war so eng verbunden mit Jesus wie Maria. Ludwig Maria Grignon von Montfort schreibt: „Wenn man neuen Wein in ein dreckiges Fass, in dem sich noch Reste verdorbenen Weins befinden, schüttet, wird der neue Wein verdorben. Man braucht ein neues, sauberes Gefäß für den guten Wein. Und so hat Gott sich in Maria ein ganz sauberes Gefäß geschaffen, in dem Jesus zur Welt kommen sollte."

 

Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

 

Weil Maria voll der Gnade ist, kann sie göttliche Gnaden verteilen. Wenn Jesus das Haupt des Leibes ist, dann ist – so Grignon – Maria der Hals, der Teil des Leibes, der am engsten mit dem Haupt verbunden ist. Durch diesen Hals fließen die Ganden in die Welt, nicht nur bei der Menschwerdung in Betlehem, sondern bleibend, auch heute. Die Gnade wird immer zweifach vermittelt: Durch Gott direkt, durch den Heiligen Geist, und durch die Kirche, durch Menschen, von denen Maria die erste ist. Daher ist sie noch wichtiger als die Apostel. Ohne sie gäbe es keine Kirche, sie ist das Urbild der Kirche, in dem Sinne, dass sie der empfangende Mensch schlechthin ist, der die göttlichen Gnaden aufnimmt. Man kann Maria und Kirche oft in gleichem Sinn gebrauchen. Maria empfängt die göttlichen Gnaden, die Kirche empfängt die göttlichen Gnaden. Maria vermittelt diese Ganden, und ebenso tut es die Kirche. Das steht nicht im Widerspruch dazu, dass alle Gnaden direkt von Gott kommen. Wir machen es jeden Tag so. Wir beten, dass Gott direkt in den Herzen der Menschen wirkt. Aber wir beten, und die betende Kirche erwirkt diese Ganden durch ihre Offenheit. Da spielt Maria eine herausragende Rolle, weil sie der erste Mensch ist, der die göttlichen Gnaden empfängt und in vollkommener Weise weiterschenkt.

 

Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

 

In ihrem Gebet, dem sog. Magnifikat, sagt Maria uns im Heiligen Geist voraus, dass alle Generationen sie seligpreisen werden (Lk 1,48). Das ist nun schon 2000 Jahre her. Und auch wir sind heute eine Generation, die sich diesen Seligpreisungen anschließen darf. Preisen wir sie heute selig, an diesem besonderen Festtag!

 

Gebet:

Maria, du hast vorausgesagt, dass man dich seligpreisen wird. Heute ist dein ganz besonderes Fest. Wir feiern, dass du voll der Gnade bist, ohne Makel der Sünde, von Anbeginn deiner Existenz, schon im Mutterleib. Mit anderen Worten: Du bist ein ganz wunderbarer Mensch, ganz so, wie Gott dich gewollt und geschaffen hat. Hilf uns, auch so zu werden, voll der Gnade, rein und makellos wie du. Dann wird, wie du es immer wieder gesagt hast, dein Unbeflecktes Herz triumphieren.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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