Mittwoch, 30. September 2020

Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber… (Lk 9,61)

26 Woche im Jahreskreis      Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,57-62

In jener Zeit als Jesus und seine Jünger auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. 

Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. 

Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. 

Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes! 

Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. 

Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber…  (Lk 9,61)

 

Wie wichtig ist uns die Nachfolge Jesu? Wie wichtig ist unser Jünger-Sein? Wenn ich mich in meiner Umgebung umblicke, dann sagen wohl die meisten, dass sie Christen sind, dass sie glauben. Aber dann sehe ich auch, dass die Kirche ziemlich den letzten Stellenwert in ihrem Leben hat. Sie ist weniger wert als eine Nebensache, wie z.B. das Schauen eines Fußballspiels. Es geht so ziemlich alles vor. Aber dann taugt man nicht für das Reich Gottes.

 

Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber…

 

Was will ich noch „zuvor machen", bevor ich Jesus nachfolge? Was ziehe ich Jesus vor? Ich glaube, dass wir im Moment sehr gefährlich leben. Unsere Welt ist so gefährdet. Corona ist nur ein kleiner Warnschuss. Wenn wir Gott nicht bald ernster nehmen, sind wir in der Gefahr, dass noch viel schlimmere Dinge auf uns zukommen. Wir dürfen nicht mehr länger alles Mögliche Jesus vorziehen. Wir können doch nicht allen Ernstes behaupten, dass wir keine Zeit für Jesus hätten. Unser Termine machen wir doch selber. Dann muss ich eben an einer anderen Stelle mal Nein sagen, um Zeit für Jesus zu finden.

 

Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber…

 

Überdenken wir unsere Prioritäten! Stellen wir Jesus an die erste Stelle! Nehmen wir uns Zeit für ihn. Stellen wir die anderen Pläne zurück, hinter Jesus. Das heißt ja nicht, dass alles andere nicht mehr sein darf. Im Gegenteil, vielleicht werden manche andere Dinge noch schöner, wenn wir Jesus an die erste Stelle gestellt haben.

 

Gebet:

Jesus, es tut mir leid, dass wir in unserem Land dich so wenig ernst nehmen. Ich will nicht von den anderen sprechen, ich will bei mir anfangen. Hilf mir, dich an die erste Stelle zu setzen! Hilf mir, dir nichts anderes vorzuziehen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

 

Dienstag, 29. September 2020

Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn. (Joh 1,51)

Fest der Hll. Erzengel Michael, Gabriel, Raphael

 

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 1,47-51

 

In jener Zeit sah Jesus Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit.

Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.

Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!

Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.

Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.  (Joh 1,51)

 

Wann wurde diese Vorhersage für die Jünger erfüllt? Wann durften die Jünger diese Offenbarung empfangen? Bei der Kreuzigung? Da war nur Johannes anwesend, und da war der Himmel ganz dunkel. Die Bibel berichtet nichts von auf- und niedersteigenden Engeln, jedenfalls nicht, dass jemand das damals so gesehen hätte. Vielleicht bei der Auferstehung? Aber die geschah ohne die Beteiligung von irgendwelchen Zeugen. Später hat sich der Auferstandene gezeigt, aber immer noch gibt es keinen Bericht, der diese auf- und niedersteigenden Engel über dem Menschensohn ausdrücklich bezeugen würde. Ich bin davon überzeugt, dass immer Engel bei Jesus sind, genauso wie unsere Schutzengel auch immer bei uns sind. Aber ich suche nach einer ausdrücklichen Erfüllung dieser Prophezeiung.

 

Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

 

Ich muss an die Offenbarung des Johannes denken. Dort sieht Johannes Engel auf- und  niedersteigen. Die Engel verbinden Himmel und Erde. Jesus spielt durch sein Wort auf die Jakobsleiter an. Jakob sah im Traum eine Leiter, auf der Engel auf- und niederstiegen. In der gesamten Apokalypse wird von Himmel und Erde und von unzähligen Engeln berichtet. Nirgendwo in der Bibel wird die Aktivität von Engeln intensiver beschrieben als dort.

 

Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

 

Viele deuten die Apokalypse als Buch, in dem die Zukunft beschrieben wird. Aber darüber hinaus hat sie auch eine Bedeutung für die Christen aller Generationen. Es wäre sinnlos, wenn ein Buch der Bibel für Generationen von Christen nutzlos wäre außer für die, die das Ende der Welt erleben. Scott Hahn macht in seinem Buch „The Lambs Supper" (Das Mahl des Lammes) darauf aufmerksam, dass die frühen Kirchenväter das Buch der Offenbarung gedeutet haben als eine Beschreibung dessen, was in der Messe, in der Eucharistiefeier, vor sich geht. Hier steigen die Engel Gottes auf- und nieder über dem Menschensohn. Wenn das Heilig gesungen wird vor der Wandlung, dann betrachten wir, wie Gott einzieht in sein Heiligtum, begleitet von Scharen von Engeln: „Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!" Im ersten Hochgebet heißt es sogar ausdrücklich: „Dein Heiliger Engel trage diese Gaben auf deinen himmlischen Altar, vor deine göttliche Herrlichkeit!" Ist die Messe dieses Größere, auf das Jesus hier im heutigen Evangelium schon anspielt?

 

Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

 

Was ich hier schreibe, ist nur eine Vermutung, ein Hinweis. Aber mir scheint es viel Sinn zu ergeben. Heute wollen wir die Engel besonders verehren, insbesondere die drei Erzengel. Ganz sicher sind unzählig viele Engel zu finden bei jedem Tabernakel. Sie umgeben die Herrlichkeit Gottes. Wenn wir uns ihrer Gegenwart bewusst sind, dann spüren wir, wie sehr sie uns helfen können, in der Gemeinschaft mit Gott zu leben.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für die großartigen Einblicke, die du uns in deine Schöpfung gewährst. Immer schon waren die Menschen davon fasziniert, ob es irgendwo im Universum noch Leben gibt. Vielleicht spiegelt sich darin eine Ahnung wider. Du hast uns die Engel zur Seite gestellt, die das Universum beleben, die Himmel und Erde miteinander verbinden. Danke für deine göttliche Hilfe, die du uns durch die Engel zuteil werden lässt.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
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Montag, 28. September 2020

Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. (Lk 9,48)

26 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,46-50

In jener Zeit kam unter den Jüngern die Frage auf, wer von ihnen der Größte sei. 

Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich 

und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß. 

Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt. 

Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.  (Lk 9,48)

 

Es geht im Leben nicht darum, groß zu sein oder Recht zu haben. Wir treten leider so oft in Konkurrenz zu einander. Männer diskutieren oft darüber, wer Recht hat. In der Natur gibt es immer Hackordnungen. Einer will größer und stärker sein als der andere. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, Jesus aufzunehmen. Oft hilft einem das Kleinsein, Jesus aufzunehmen. Wer groß ist, hat Angst vor den anderen, er muss um seine Position fürchten, er muss immer stark sein, und vor allem, er lässt sich von niemandem reinreden. Aber wenn man sich von niemanden mehr etwas sagen lässt, dann ist man nicht mehr offen. Dann nimmt man auch Jesus nicht mehr auf.

 

Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.

 

Wer klein und schwach ist, der ist vielleicht etwas offener für Jesus. Der kann die Hilfe Jesu gut gebrauchen, der betet um göttliche Hilfe, und so nimmt er Jesus auf in sein Leben. Wer sein eigenes Kleinsein und Schwachsein annimmt, der nimmt vermutlich auch andere schwache Menschen mehr in sein Herz auf. Solange man nach Größe und Erfolg strebt, neigt man dazu, die gebrochenen und schwachen Menschen zu verurteilen. Man denkt: „Sie haben sich nicht bemüht, sie wollen sich auf den Sozialleistungen ausruhen, für die andere gearbeitet haben." Daran sieht man: Das Herz ist noch nicht offen für die Kleinen und Schwachen.

 

Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.

 

Jesus will, dass wir ihn in unser Herz aufnehmen. Das tun wir, indem wir die Kinder in unser Herz aufnehmen, aber im übertragenen Sinn auch alle kleinen und schwachen Menschen, auch die, die am Rande der Gesellschaft stehen, die es nicht zu etwas gebracht haben. Im Moment stellt es sich mir so dar, dass dies alles ein große Geheimnis ist, wo ich gerade an der Oberfläche kratze. Da liegen noch viele verborgene Schätze: Jesus in dem Armen entdecken! Ich bitte Jesus, dass er mich auf diesem Weg weiter führt.

 

Gebet:

Jesus, du rätst uns, Kinder in unser Herz aufzunehmen. Das ist ein Mittel gegen die Neigung, groß und größer als andere sein zu wollen. Hilf mir, zu realisieren, dass es nicht auf Erfolg und Größe ankommt, sondern darum, ob ich die Kinder, die Armen und die Schwachen in mein Herz aufnehme, und damit dich in mein Herz aufnehme. Jesus, hilf mir,  mein Herz nicht zu verschließen. Ich will dich aufnehmen in mein Leben, immer mehr und immer tiefer.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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