Mittwoch, 2. September 2020

Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden. (Lk 4,43)

22 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 4,38-44

In jener Zeit verließ Jesus die Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon hatte hohes Fieber, und sie baten ihn, ihr zu helfen. 

Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Da wich es von ihr, und sie stand sofort auf und sorgte für sie. 

Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die Hände auf und heilte alle. 

Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Da fuhr er sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Messias war. 

Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern wegzugehen. 

Er sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden. 

Und er predigte in den Synagogen Judäas.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden.  (Lk 4,43)

 

Ich habe mich immer gefragt, wie es zu verstehen ist, dass Jesus in der Bibel fast immer alle Menschen geheilt hat, heute aber, wenn wir um Heilung beten, werden nicht alle geheilt. Ich meine, heute Morgen eine Antwort darauf erhalten zu haben. Jesus hat zu biblischen Zeiten alle geheilt, die zu ihm kamen. Er war an Ort und Zeit gebunden. Die, die in diesem Moment zu ihm kamen, wurden geheilt. Aber schon am nächsten Tag war er nicht mehr dort, sondern an anderen Orten. Dann hat er dort geheilt.

 

Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden.

 

Heute ist Jesus an allen Orten zu jeder Zeit, überall da, wo Christen sich in seinem Namen versammeln und beten. Deswegen ist die Art, wie er sich entzieht, heute anders. Damals entzog er sich, indem er räumlich fortging. Heute entzieht er sich auch. Wir können ihn nicht ergreifen, wir können ihn nicht für unsere Zwecke instrumentalisieren, wir können ihn nicht, wie in der Bibel einmal als Wunsch der Menschen berichtet, zum König machen. Jesus war für die Menschen damals nicht verfügbar, sondern nur, wenn er es wollte, wenn er in einen Ort kam. Und er ist für uns heute nicht verfügbar. Er bleibt geheimnisvoll. Er heilt, aber er heilt nicht auf unser Kommando.

 

Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden.

 

Ganz falsch ist es, wenn jemand behauptet, Wunder würden heute nicht mehr geschehen. Dann setzt er seine persönliche Erfahrung absolut, so als wenn er alles wüsste, und als wenn sein eigener Erfahrungshorizont das einzige wäre, was zählt. Dass Gott immer unverfügbar und geheimnisvoll bleibt, darf uns nicht zu der extremen Schlussfolgerung verleiten, er würde keine Wunder mehr wirken. Das einzige, was wir sagen können, ist, dass er die Wunder nicht so wirkt, wie wir sie haben wollen, nicht so, dass wir sie berechnen können. Aber er wirkt auch heute noch genauso wie damals.

 

Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden.

 

Ich würde sagen, wir müssen akzeptieren, dass Jesus sich entzieht. Wir können es nicht verstehen, aber wir müssen es akzeptieren und ihm auch darin vertrauen, dass er alles richtig macht. Aber zugleich müssen wir immer weiter beten, denn Jesus hat sehr oft denen besonders geholfen, die beharrlich waren, ja, die in unseren Augen schon etwas dreist waren. Also dran bleiben und bitten ist sehr wichtig, aber zugleich auch Jesu Unverfügbarkeit anerkennen in tiefem Gottvertrauen.

 

Gebet:

Jesus, du hast so viele Menschen geheilt, aber deine Heilungen an sich sind nicht alles, was du uns geschenkt hast. Das Größte ist, du hast dich uns selbst geschenkt., und du schenkst dich täglich in der Eucharistie im Brot des Lebens. Weil wir so hartherzig sind, meinen wir, das wäre wenig. Aber das ist das Größte. Heilungen und Wunder sind nur Zeichen, die uns auf dieses größte Geschenk hinweisen. Danke Jesus für alle deine Geschenke, aber besonders für das größte, das du selber bist.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
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Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Herr, wenn ich das Evangelium lese, frage ich mich;  wo stehe ich ( aus deiner Sicht ) an diesem Tag.
    Bin ich dort zu finden, wo ich mich von Deinem Heilenden Wort "anrühren lasse"?
    Jesus, wenn wir offen sind für dein Wort, offen sind für deine Liebe,  wirkt Dein Wort "heilend"  egal in welcher Intensität und auf welche Weise. Sicher ist das DU heilst,  auch Heute !!  Du heilst durch Deine Gegenwart ( Anbetung ),  Du heilst durch Dein Heiliges Fleisch und Blut ( Hl.Eucharistie ) !! Du heilst durch dein Wort (Bibel lesen)
    DU bist die Vollmacht,  Du hast die Vollmacht und DU gibst jene, die sich in der "Ganzhingabe - Zölibat - Treue " Dir ganz hingeben  und Dir nachfolgen "Macht das zu tun, was DU bewirken willst.
    Allen gibst Du Anteil an Deine Gnaden, auf Grund der Taufe, und dies bekräftigst Du im Sakrament der Firmung.  Doch vielmehr gibst Du Priestern - deinen Nachfolgern, jene Gnade der Heilung.  Und damit alle Menschen in den "Genuss des Wortes - in den Genuss der Heilung kommen",  rufst Du auf zur "Nach-folge- um dein Wort überall hinzubringen.
    Jesus, hilf deinen Priestern,   MUT  zu haben,  mit den Möglichkeiten dieser Zeit, Dein Wort hinaus zu tragen in alle Welt, damit viele Menschen geheilt und befreit werden. Amen

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  2. Jesus, das Wunder geschehen können setzt Glauben voraus. Der Glaube wiederum ist ein Geschenk.
    Jesus, jeder der an deinem Namen glaubt, kann auch auf wunderbare Weise im Leben Erfahrungen machen. Es ist etwas Großes dich im Herzen tiefer zu erfahren, und erfüllt zu sein. Da frage ich nicht mehr, welchen Weg wurden die Mitmenschen geführt, sondern es ist die Liebe die uns verbindet. Es ist eine Herzlichkeit unter den Glaubenden. Das erleben wir bei der Schwiegermutter des Petrus. Sie wurde von Jesus geheilt, stand auf und bediente ihn und seine Jünger.
    Jesus Christus, auch ich bedarf immer wieder der Heilung. Das geschieht im Bußsakrament. Wenn ich ehrlich und demütig bin, kann die Liebe Gottes neu mich erfüllen.
    Heiliger Geist, schenke mir die Kraft immer umzukehren und nach deinem Willen zu leben. Amen!

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