Dienstag, 22. September 2020

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. (Lk 8,20)

25 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 8,19-21

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. 

Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. 

Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

 

 

Tagesimpuls:

 

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.  (Lk 8,20)

 

Wir sehen hier, wie es für alles seine Zeit gibt. Wir erleben die Wirklichkeit hier auf Erden in zeitlicher Abfolge. Immer ist etwas anderes dran. Daher darf man die Momentaufnahmen nicht absolut setzen, sondern man muss immer das Gesamtbild betrachten, was sich erst mit der Zeit ergibt.

 

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. 

 

Es gab die Zeit, wo Jesus ganz in der Familie war, fast ganz ohne Öffentlichkeit. Dann kam die Zeit, wo Jesus in der Öffentlichkeit war, und die Familie musste ganz zurücktreten. Davon erleben wir hier ein Bild. Darüber hinaus stellt Jesus klar, dass er jetzt eine neue Familie bildet, die Familie der Kinder Gottes, die Kirche. Welch ein Trost für alle, die ihre Familie verloren haben, die einsam sein müssten, gäbe es nicht die Kirche als ihre neue Familie. Und gewiss ist es so: Wenn wir den Glauben an Jesus lebendig leben, dann entsteht diese Familie, dann muss keiner einsam sein. Sollte diese Familie in der Kirche nicht vorzufinden sein, dann ist das ein untrügliches Zeichen, dass wir uns sehr von Jesus entfernt haben, selbst wenn wir äußerlich noch Gottesdienste feiern. Man kann einen kirchlichen Betrieb aufrecht erhalten, ohne wirklich Christ zu sein, ohne tiefe persönliche Beziehung zu Jesus, ohne Gemeinschaft. Und das, was dann noch an Gemeinschaft übrig ist, gleicht eher einer Clique als eine christlichen Familie der Kinder Gottes.

 

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. 

 

Später kommt wieder eine Zeit, wo die beiden Familien Jesu, die Herkunftsfamilie und die Kirche, eine Synthese bilden. Am Kreuz verschmelzt Jesus diese beiden Familien. Da sollen  Johannes und Maria eine Familie bilden. Somit sind wir jetzt alle eine Familie. Maria ist uns als Mutter gegeben. Wir haben nicht nur Anteil an der übernatürlichen Familie, die Jesus gegründet hat (die Kirche), wir sind auch Teil seiner Herkunftsfamilie geworden, mit Maria als Mutter.

 

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. 

 

Und Maria mischt in der Kirche kräftig mit. Sie ist längst nicht nur seine irdische Mutter. Sie ist inzwischen Mutter der Kirche mit einem gewaltigen Einfluss. Alles ist für uns ein großer Grund zur Dankbarkeit. Wir sollen aber immer auch darauf achten, dass wir diese lebendige Familie sind, dass wir nicht zu einer Clique degradieren, dass wir Menschen in unsere Gemeinschaft aufnehmen, die den Anschluss an unsere Familie brauchen.

 

Gebet:

Jesus, ich kann dir nur danken für die Familie, die du mir schenkst, die natürliche und die Kirche, und dafür, wie beides zusammen verschmilzt. Ich bete für alle, wo es noch nicht so zusammengeht, die in ihrer natürlichen Familie noch keinen Glauben erleben, aber Sehnsucht danach haben, dass beide Familien zusammenfinden. Ich bete für unsere Kirchengemeinden, dass wir lebendige christliche Familien werden und anziehend sind für Menschen, die auf der Suche sind. Und ich will dich, Maria, annehmen als Mutter, die Jesus uns geschenkt hat. Ich kann so gut nachvollziehen, dass Du, Jesus, dir nicht die Trennung wünschst, sondern die Gemeinschaft zwischen deiner alten und deiner neuen Familie.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, ich verstehe es Heute so:

    "Familie"  ist nicht nur eine kleine Gesellschaftszelle- (Vater, Mutter, Sohn, Tochter usw.) so wie eine "eingeschweißte Gemeinschaft", wo man sich umeinander kümmert, und füreinander da ist. 
    Jesus, wenn ich Dir jetzt zuhöre, dann geht's um mehr! Denn das " zusammengehören -  zusammen hören" ist ein wichtiger Punkt im Evangelium.
    JESUS DU beschränkst das "Familiendasein" nicht nur auf die leibliche Familie ( Vater, Mutter, Bruder,  Schwester, Grosseltern,  Tanten und Onkel...und alle übrigen Anverwandten),  nein, DIR geht es um mehr. Dir geht es um das "grosse gelebte gemeinsame  Glaubensverständnis", welches nicht groß genug sein kann. ( Aus der Sicht der Göttlichen Glaubensdimension )  
    DU verleugnest "deine leibliche Familie" nicht.
    Durch deine Aussage, erweiterst DU nur meine eigene "Begrenztheit des Verstehens" und weitest meinen Blick.
    So machst DU deutlich, wenn DU sagst: »Meine Mutter und meine Brüder sind alle, die das Wort Gottes hören und danach handeln.« Für mich kann ich sagen; dass ich glaube das dies keine Absage an das " gesellschaftliche traditionelle Familienbild" ist.
    Denn DU selbst bist ja in die "Heilige Familie hineingeboren", und hast gehorsam und glücklich in Nazareth gelebt.
    Für mich muss heute wichtig sein; dass die "Familie" von Beginn an  hineingebunden ist - also unzertrennlich ist - von der christlichen Gemeinschaft.  Denn DU sprichst von Gott als Vater und Mutter,  Du sprichst von den Christen ( Menschen im Glauben ) als gemeinsame Brüdern und Schwestern, und  DU sprichst von  Kinder Gottes.

    Gottesmutter Maria,  bitte öffne mein Herz, damit ich die Worte Jesu, gut verstehe, und von Heute an, einen "erweiterten pflichtbewussten Familienblick" erhalte.
    Einen "Familienblick" der nicht  an meiner Haustüre, oder an der Grundstücksgrenze aufhört.
    Alles Gott zur Ehre!
    Amen

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