Freitag, 25. September 2020

Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. (Lk 9,21)

25 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,18-22

In jener Zeit als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? 

Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. 

Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. 

Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. 

Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.  (Lk 9,21)

 

Viele Menschen stellen immer wieder die Frage, warum Jesus das verboten hat. Warum offenbart er sich nicht schneller? Warum offenbart er sich nicht so, dass gleich alle Menschen Bescheid wissen? Nun, eins ist sicher, er will sich uns Menschen offenbaren. Wenn er das langsam tut, dann kann es nicht daran liegen, dass er uns etwas vorenthalten will. Wenn ich z.B. einen dicken Baum absägen will, dann geht das nicht so schnell. Das liegt aber nicht an mir, sondern am Baum. Von mir aus würde ich das gern in einer Minute schaffen. Aber der Baum ist so dick, dass es eine längere Zeit braucht, bis ich fertig bin.

 

Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.

 

So muss es an uns Menschen liegen, dass Jesus sich nicht so schnell offenbaren kann. Wir brauchen Zeit. Unser Herz muss mitkommen können. Wir brauchen Heilung, wir brauchen eine Entwicklung. Das erklärt auch die lange Zeit der Menschheitsgeschichte, bevor Jesus gekommen ist. Die Menschheit musste vorbereitet werden.

 

Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.

 

Jesus  musste den Menschen seiner Zeit vieles erklären und vieles zeigen. Dies alles war erst vollendet mit seinem Leiden, seiner Auferstehung und der Geistsendung. Erst dann sollten die Jünger verkünden. Erst musste das vollständige Bild fertig sein. Die Jünger sollten nicht etwas halbes, unvollständiges verkünden. Es gibt keinen Messias ohne Leiden und Auferstehung.

 

Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.

 

Könnten wir das auf unser Leben übertragen? Das hieße, dass alles, was geschieht, Vorbereitung ist. Gott ist dabei, sich uns zu offenbaren. Wir wünschten es uns vielleicht schneller, aber es braucht seine Zeit. Und alles, was wir erleben, dient dieser Offenbarung als Vorbereitung, bzw. ist schon Teil davon, aber noch nicht das ganze Bild. Ich weiß nicht, ob man es hundertprozentig auf uns übertragen kann, aber auf jeden Fall finde ich den Gedanken schön, dass alles im Leben seinen Sinn hat auf das hin, was Gott uns schenken bzw. mit uns machen will.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du dich uns offenbart hast. Du willst, dass wir dich ganz den Menschen offenbaren, nicht nur einen kleinen Teil von dir. Du bist nicht nur der Wunderheiler, das entscheidende bei dir ist dein Leiden und deine Auferstehung. Jesus, wir leben nach Pfingsten, wir sollen dich verkünden. Hilf uns dabei. Amen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, wenn Du in "göttlicher Sprache" mir verbietest ( genau wie die Jünger)  über eine gewisse Sache zu reden, so wirst auch DU dafür Sorge trage, dass sich mein Mund zu deinem festgelegten Zeitpunkt öffnen wird, und dein Lob verkünden wird.
    Jesus, dein Wille geschehe... Amen

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