Mittwoch, 23. September 2020

Er gab ihnen Kraft und Vollmacht. (Lk 9,1)

25 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,1-6

In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. 

Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. 

Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd. 

Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. 

Wenn euch aber die Leute in einer Stadt nicht aufnehmen wollen, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. 

Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.

 

 

Tagesimpuls:

 

Er gab ihnen Kraft und Vollmacht.   (Lk 9,1)

 

Jesus hat die zwölf Apostel mit besonderer Kraft und Vollmacht ausgestattet. Ein Kapitel weiter, also im zehnten Kapitel, sendet Jesus zweiundsiebzig Jünger aus mit ähnlicher Vollmacht. Und am Ende des Evangeliums sagt Jesus: „Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;  wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden." (Mt 16,17f) Hier sind es nicht mehr nur die Apostel, auch nicht nur zweiundsiebzig ausgewählte Jünger, sondern „alle, die zum Glauben gekommen sind", die mit solcher Vollmacht ausgestattet werden. Das heißt, wir dürfen einerseits eine besondere Vollmacht anerkennen, die den Aposteln gegeben ist, aber andererseits gibt Jesus auch dem ganzen Gottesvolk, allen, die zum Glauben gekommen sind, eine sehr große Vollmacht.

 

Er gab ihnen Kraft und Vollmacht.

 

Wir haben also eine große Autorität kraft unserer Taufe und Firmung. Im weiteren gibt Jesus Anweisungen. Ich denke, das sind alles Dinge, die wir beachten sollten, damit wir wirklich in der Kraft und Vollmacht agieren können, damit unsere Kraft nicht geschwächt wird. Das erste ist, dass wir von der Vorsehung leben sollen, damit materielle Dinge uns nicht hindern. Materieller Ballast schmälert die Kraft und die Vollmacht. Wenn die Kirche nur noch ein Verwaltungsapparat ist, dann ist von der Kraft und Vollmacht nichts mehr zu spüren. Was das für jeden einzelnen heißt, kann man nicht allgemein sagen. Aber wir können uns fragen: Wo trage ich zu viel Ballast mit mir herum, der die göttliche Kraft in mir ausbremst?

 

Er gab ihnen Kraft und Vollmacht.

 

Dann sollen wir nicht von Haus zu Haus wandern. Wenn wir einen guten Gastgeber haben, sollen wir nicht vergleichen, bei wem es vielleicht noch besseres Essen geben würde. Im übertragenen Sinn heißt das, so würde ich sagen: wir sollen nicht so viel auf die Menschen achten. Wir sollen nicht unseren Vorteil von anderen Menschen suchen, aber auch nicht so sehr Rücksicht auf sie nehmen. Wir sollen bei unserer Linie bleiben, der Verkündigung. Das Wort Gottes soll immer unsere Priorität sein. Wir müssen uns also fragen: Wo lasse ich die Kraft Gottes ausbremsen, weil ich mich zu viel nach anderen Menschen richte?

 

Er gab ihnen Kraft und Vollmacht.

 

Das dritte Hindernis besteht darin, dass man sich an Menschen abarbeitet, die Jesus gar nicht wollen. Dann soll man es besser sein lassen und zu den Menschen gehen, die offen sind. Das ist für einen Pfarrer natürlich anders als für einen Ehrenamtlichen. Der Pfarrer muss sich um die ganze Gemeinde kümmern. Der Ehrenamtliche kann sich in den Bereichen einsetzen, wo sein Dienst auch fruchtbar werden kann. Aber auch der Pfarrer kann nachdenken, wie viel Kraft er in welche Aufgaben investiert. Und manchmal wird man auch etwas weglassen oder weniger machen können, um dafür an anderen Stellen Schwerpunkte zu setzen. Wir sollen uns also nicht von fruchtlosen Aktivitäten ausbremsen lassen. Auch hier muss sich jeder selber fragen: Wo kann ich etwas weglassen, was keine Frucht bringt, damit meine Vollmacht im Dienst Gottes nicht vermindert wird?

 

Gebet:

Jesus, wenn ich dich reden höre, habe ich den Eindruck, dass ich noch weit entfernt bin von der Vollmacht, die du mir geben könntest und geben willst. Ich glaube, dass ich schon viel in deiner Vollmacht wirke, aber noch lange nicht so viel, wie möglich wäre. Danke, dass du uns hier auf mögliche Bremsen aufmerksam machst. Ich will über diese drei Punkte nachdenken. Heiliger Geist, bitte zeige mir, welche Richtung ich einschlagen kann, um mehr in der göttlichen Vollmacht wirken zu können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus, es steht geschrieben... "In jener Zeit rief ..."  Ich bin mir sicher, dass DU auch "Heute" und besonders jetzt in dieser Zeit der Pandemie rufst. Sicherlich rufst DU einen jeden von uns. Doch  ich frage mich:  höre ich deine Stinme,  - höre ich deinen Ruf ?
    Und ein weitere Frage tut sich auf:
    - folge ich DIR  "freiwillig" oder fühle ich mich gedrängt, dir zu folgen?
    - fühle ich mich gedrängt zur Hl.Messe zu gehen?
    - habe auch ich ein solches Vertrauen, so wie die Jünger, dass ich spüre...dass DU  durch das "wenige" was ich bin, auf meinen Pilger / Lebensweg,  großes bewirkst. !?

    Hl. Pater Pio, bitte halte für mich Fürsprache an Gottes Thron, damit ich wachsam bin, und den Ruf meines Herrn Jesus Christus höre und freiwillig sagen kann,  "Herr sprich, dein Diener hört". Amen

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  2. Lieber Gott, liebe Maria, ich brauche Eure Hilfe, ich fühle mich sehr traurig, total einsam und verlassen, aber für Euch nichts ist unmöglich. Ich möchte nicht mehr so leben. Ich kann nicht mehr, ich sehe keinen Ausweg mehr. Ich habe immer an Wunder geglaubt, jedoch allmählich verliere ich meine Hoffnung. marta aus Saarbrücken

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