Dienstag, 30. April 2019

Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. (Joh 3,7)

02 Woche der Osterzeit   Dienstag

 

EVANGELIUM

Joh 3, 7-15

 

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus:

7Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. 

8Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. 

9Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen? 

10Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? 

11Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. 

12Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche? 

13Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. 

14Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 

15damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.   (Joh 3,7)

 

Wir haben ein zweites Leben. Wir haben das natürliche und das übernatürliche Leben. Das natürliche Leben ist uns sehr bewusst. Wir haben uns nicht selbst gemacht, wir mussten nichts leisten, um auf die Welt zu kommen. Das Leben wurde uns geschenkt. Und genauso ist es auch mit dem übernatürlichen Leben, das Leben als Kind Gottes. Das ist nicht ein Plan, kein Programm, nichts, was man machen müsste oder könnte. Das kann uns genauso nur geschenkt werden. Wir „machen" nicht Kirche. Wir bekommen von Gott das übernatürliche Leben als Kinder Gottes geschenkt.

 

Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. 

 

Aber wie sehr ist uns dieses übernatürliche Leben bewusst? Oder fragen wir uns: Haben wir das überhaupt schon bekommen? Wir Katholiken glauben, dass es uns in der Taufe geschenkt wurde. Trotzdem steht vielen Menschen, die als Kind getauft wurden, die Erfahrung des übernatürlichen Lebens nicht so deutlich vor Augen, verglichen mit dem natürlichen. Man müsste sich fragen: „Worin besteht bei mir die Erfahrung des übernatürlichen Lebens? Was ist bei mir anders, weil ich Christ bin?" Vielleicht ist die Taufe bei vielen wie ein verschlossener Geschenkgutschein, der seit Jahren oder Jahrzehnten irgendwo im Schrank liegt. Sie besitzen es, ja, aber es wurde nie ausgepackt, nie gebraucht, nie erlebt.

 

Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. 

 

Müsste uns als Christen nicht irgendeine Art von Erfahrung des übernatürlichen Lebens zu Verfügung stehen? Es kann doch nicht sein, dass es nur eine Theorie ist, man das aber niemals erlebt. Es müsste doch mindestens so sein wie zum Beispiel ein Erwachen. Vorher ist man im Schlaf, alles ist unbewusst, und dann wacht man auf und man erlebt, dass man lebt, dass man da ist. Mit anderen Worten: Habe ich irgendwann erlebt, dass sich etwas in mir verändert hat? Dass Jesus in meinem Leben wichtig geworden ist? Dass ich eine persönliche Beziehung zu ihm bekommen habe? Wann ist das übernatürliche Leben in mir erwacht?

 

Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. 

 

Ich betone, es ist nicht etwas, das man machen kann. Vielleicht gibt es Christen, die wollen „Kirche machen", aber sie haben kaum eine Erfahrung des übernatürlichen Lebens, des Neu-Geboren-Seins, so wie Jesus das hier meint. Wie kommt man denn zu der übernatürlichen Erfahrung des Neu-Geboren-Werdens in Christus? Ich meine, genau, wie Jesus es hier macht. Er verkündet diese Wirklichkeit dem Nikodemus. Und Nikodemus müsste sich dafür öffnen. Man müsste einfach, wenn man die Botschaft verstanden hat, Jesus darum bitten: „Ja, Jesus, ich will auch neu geboren werden im Heiligen Geist, ich will auch diese Erfahrung, dass dein göttliches Leben in mir erwacht und ganz lebendig wird."

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich im Heiligen Geist neu geboren wurde. Ich habe das Erwachen des übernatürlichen Lebens in mir deutlich gespürt. Du hast mein Leben gewaltig verändert. Ich will diese Erfahrung verkünden. Ich bitte dich: Sende deinen Heiligen Geist, dass viele Menschen das verstehen und sich auch dafür öffnen können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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Montag, 29. April 2019

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. (Mt 11,28)

Katharina von Siena     Fest

 

EVANGELIUM

Mt 11, 25-30

 

25In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

26Ja, Vater, so hat es dir gefallen.

27Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

28Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

29Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.

30Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

 

 

Tagesimpuls:

 

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.  (Mt 11,28)

 

Eine der schwersten Lasten ist, dass man mit sich selbst klarkommen muss. Wenn wir einmal den Weg mit Jesus begonnen haben, dann werden uns Verhaltensweisen klar, die uns schaden, die nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmen, die sogar anderen Menschen schaden. Zunächst stellt man es sich vielleicht einfach vor, sein Verhalten zu ändern, so dass es dem Willen Gottes entspricht. Aber mit der Zeit stellt man fest, dass das doch nicht so einfach ist. Die alten Verhaltensmuster sind stärker, als man gedacht hat. Ja, wir sind in vielen Bereichen gebunden und können gar nicht so, wie wir wollen. Es mag sein, dass das nicht bei allen Menschen so ist, aber ich glaube, dass sich viele darin wiederfinden. Und wenn jemand anderer Meinung ist und denkt, dass seine größte Last nicht er selber, sondern ein anderer Mensch ist, der ihm zu schaffen macht, oder eine Situation, unter der er leidet, dann könnte er sich aber fragen, warum das denn für ihn so ein großes Problem ist. Und dann würde er vielleicht doch etwas in sich selber finden, was noch nicht geheilt ist, was ihn so empfänglich macht für das Leid, das andere ihm zufügen.

 

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

 

Aber was auch immer meine größte Sorge sein mag, ich soll damit zu Jesus gehen. „Kommt alle zu mir!" Ich soll nicht allein versuchen, meine Probleme zu lösen. Und vor allem soll ich nicht resignieren, ich soll mich nicht daran gewöhnen. Es mag sein, dass jemand sich schwertut umzukehren, Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen. Man ist schnell geneigt, zu sagen: „Ich bin eben so. Ich muss das akzeptieren, dass das bei mir so ist." Das wäre Resignation. Stattdessen sollen wir zu Jesus gehen. Wir können wenigstens Jesus immer wieder um Heilung und Befreiung bitten. Und irgendwann ist es dann so weit, irgendwann tut sich etwas, irgendwann bringt uns jemand auf den Weg, so dass wir wieder einen Schritt weiterkommen in die Freiheit, die Jesus uns wünscht und die er uns schenken will.

 

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

 

Glauben wir daran! Es gibt Fortschritte! Auch wenn wir das Gefühl haben, lange auf der Stelle zu treten. Wenn der Wunsch in uns ist, dass wir uns zum Positiven weiterentwickeln wollen, und wenn wir Glauben haben wie ein Senfkorn, dann wird Jesus uns helfen. Er wird uns Ruhe verschaffen vor unseren Feinden, die in uns stecken.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich auf dich hoffen darf, dass ich zu dir kommen darf, dass du mich lehrst, dass du mir immer wieder Menschen schickst, von denen ich lernen darf, die mich weiterführen. Ja, meine Last, das sind vor allem meine Sünden, das sind die Bereiche, wo mein Leben noch nicht mit deinem Willen übereinstimmt. Aber du wirst mir helfen, du wirst mir Ruhe verschaffen, ich höre nicht auf, auf dich zu hoffen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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