Mittwoch, 17. April 2019

Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. (Mt 26,21)

Karwoche   Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 26,14-25

In jener Zeit ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern 

und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. 

Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern. 

Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? 

Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. 

Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor. 

Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. 

Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. 

Da waren sie sehr betroffen, und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? 

Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten. 

Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre. 

Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.

 

 

Tagesimpuls:

 

Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.  (Mt 26,21)

 

Warum sagt Jesus das? Ich glaube, er will den Jüngern zeigen, dass er alles genau im Blick hat, was geschieht. Es ist kein unerwartetes Schicksal, das ihn ereilen würde, und dem er nicht mehr hätte entrinnen können. Nein, er sieht alles genau kommen, er wehrt sich nicht dagegen, im Gegenteil, in gewisser Weise will Jesus sogar, dass es geschieht. An einer anderen Stelle sagt er: „Keiner nimmt mir das Leben, sondern ich gebe es freiwillig hin" (Joh 10,18).

 

Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.

 

Jesus bleibt also immer Herr der Lage, er wird nie „Opfer" in dem Sinn, dass er nicht mehr bestimmen könnte, was mit ihm geschieht. Er wird natürlich auch zum Opfer, aber er gibt sich freiwillig in diese Lage, er verliert dadurch nicht seine Souveränität, seine Würde. Auch wenn es durch die Sünden der Menschen verschuldet ist, sieht er es als Fügung Gottes, in die er sich freiwillig hineinbegibt. Es ist eben die Fügung Gottes, dass er freiwillig für uns Sünder leidet.

 

Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.

 

Können wir auch so leben? Alles als Fügung Gottes annehmen, sogar wenn es durch die Sünden der Menschen verschuldet ist? Gott hat auch uns auf diese Erde gerufen, und auch wir leiden unter den Sünden der Menschen. So ist es auch für uns die Fügung Gottes, dass wir unter den Sünden leiden, und somit können auch wir Ja dazu sagen. Wir sagen nicht Ja zu den Sünden, sondern dazu, dass Gott uns in dieses Leben berufen hat, was beinhaltet, unter den Sünden zu leiden. Jesus hat Ja gesagt, und wir können in, mit und durch Jesus auch unser Ja zum Willen Gottes sagen. Wir können jedes Leid aufopfern so wie Jesus es getan hat, alles für den himmlischen Vater, oder wie wir in einem alten Gebet sagen: „Alles meinem Gott zu Ehren".

 

Gebet:

Jesus, normalerweise sträuben wir uns gegen das Leid. Aber du zeigst uns, dass wir es auch annehmen können als Fügung Gottes. Gott will zwar nicht die Sünden, aber er will Menschen, die das Leben und ihre Mitmenschen und sich selbst auch dann lieben, wenn sie unter den Sünden leiden. Wir sollen Ja sagen zum Leben, mit allen Konsequenzen. Das heißt Ja sagen auch zu dem Schmerz, den das Leben mit sich bringt. Auch wenn die Sünden nicht dein Wille sind, so ist es doch dein Wille, dass wir da sind, und so wollen wir alles annehmen und aus Liebe zu dir aufopfern, was uns geschieht. Jesus, nimm das Opfer unseres Lebens an!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. Jesus, 
    heute frage ich mich:
    " wie würde ich mich verhalten, wenn  ich wüsste, dass mein Verräter mit mir an einem Tisch sitzt" !!

    Herr, darüber will ich heute nachdenken...in Liebe

    JESUS, HALTE MICH
    IN DEINER LIEBE

    Amen

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