Samstag, 6. April 2019

Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. (Joh 8,6)

05 Sonntag der Fastenzeit

 

EVANGELIUM

Joh 8, 1-11

 

In jener Zeit 

1ging Jesus zum Ölberg.

2Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es.

3Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte

4und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt.

5Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du?

6Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

7Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.

8Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.

9Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand.

10Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt?

11Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

 

 

Tagesimpuls:

 

Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. (Joh 8,6)

 

Jesus wird unter Druck gesetzt. Nun kommt es darauf an, die richtigen Worte zu finden, die richtige Antwort zu geben. In diesem Fall ist Jesus nicht so schlagfertig, vielleicht, weil es eine besonders schwierige Situation ist. Immerhin geht es um Leben und Tod eines Menschen. Und was macht Jesus hier? Er schreibt mit dem Finger in den Sand, ohne die Menschen zu beachten. Es mag sein, dass es noch sehr viele andere Erklärungen für dieses Verhalten gibt, aber ich erkenne darin eins: Er versucht, Zeit zu gewinnen. Man kann nicht immer die richtige Antwort aus dem Handgelenk schütteln. Es gibt Situationen, da braucht man einfach etwas Zeit. Man muss beten, in sich hineinhören, auf die Stimme Gottes hören. Irgendwann muss man sich dann entscheiden, dann muss man etwas sagen.

 

Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

 

Am Ergebnis sehen wir, dass die Antwort Jesu echt kreativ war. So etwas kann nur vom Heiligen Geist eingegeben werden, darauf kann man nicht einfach so kommen. Mit seiner Antwort begibt sich Jesus auf eine andere Ebene. Es geht nicht mehr nur um die Frage: „Wer hat Recht?" Jesus hilft den Pharisäern, zu sehen, dass sie selber auch Sünder sind, und dass wir alle Barmherzigkeit brauchen, mehr als Gerechtigkeit. Man darf sich also von den Fragestellern nicht auf deren Schema festlegen lassen. Oft ist die Frage schon so gestellt, dass, wenn man in diesem Schema bleibt, man gar keine richtige Antwort geben kann. Aber um das zu erkennen, braucht man eben Zeit.

 

Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

 

Lernen wir also von Jesus! Nehmen wir uns vor Entscheidungen Zeit zum Beten. Wir müssen nicht immer sofort handeln. Lassen wir uns nicht unter Druck setzen! Im Gegenteil, je höher der Druck ist, umso wichtiger ist es, dass wir erst mal Zeit gewinnen, um aus dem Gebet heraus die richtige Antwort zu geben. Wir können das ganz einfach tun, indem wir es mitteilen. Wir können sagen: „Darüber muss ich erst mal nachdenken." Oder man könnte sagen: „Ich sehe das anders, aber ich kann es jetzt aus dem Stehgreif nicht sofort begründen. Ich muss erst darüber beten und nachdenken." Das ist unser gutes Recht. Wenn nicht gerade ein Haus brennt oder jemand in akuter Lebensgefahr ist, dann kann ich mir die Zeit nehmen, um für eine gute Entscheidung zu beten. Und selbst der Feuerwehrmann, wenn er einfach nur hastig losrennt, dann macht er vermutlich auch viele Fehler und hilft nicht mehr so gut, wie wenn er ein wenig nachgedacht hätte.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns zeigst, dass man manchmal etwas Zeit braucht, bevor man eine gute Antwort geben kann. Ich will das von dir lernen. Ich muss kein Held sein, der alles aus der Hüfte beantworten kann. Ich darf mir Zeit nehmen, wenn du selbst auch erst mal Zeit nehmen musstest zum Nachdenken. Hilf mir, dazu zu stehen und mich nicht unter Druck setzen zu lassen. Es ist keine Schwäche, sondern im Gegenteil, eine Stärke, wenn man mit Bedacht handelt. Danke, dass du mich das lehrst.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. Danke Jesus, für DEINE LIEBE.....
    denn;

    Verzeihende Liebe  ( von ...)  führte mich in den tiefen Glauben an Jesus Christus !!

    Die Offenbarung eines großen Fehlers führt durch den Schmerz, hinein in die barmherzige und liebende Güte Gottes.....die alles verzeiht und vergibt !!

    ( für mich gilt aber ) vorausgesetzt ich habe mich offenbart bei dem Menschen den ich zutiefst verletzt habe...und um Entschuldigung gebeten habe...
    - ich habe auch im Sakrament der Beichte meine Sünde Jesus gegenüber bekannt und IHN  um Verzeihung und Erbarmen gebeten!
    - und jene Person / nen,  die ich mit in diese Sünde verstrickt habe,  Jesus im Gebet gebeten, er möge sie verzeihen und segnen...denn ich bin es gewesen der sie mit in den Abgrund der Sünden mit hineinnahm.

    Danke Jesus, dass mein Weg durch die Sünde ( Sünde, die ich erfuhr ) mir Schmerz bereitete, und mir den Weg DEINER LIEBE erschloss.

    Amen

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