Samstag, 20. April 2019

Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern. (Lk 24,9)

Karsamstag - Osternacht

 

EVANGELIUM

Lk 24, 1-12

 

1Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab.

2Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war;

3sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht.

4Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen.

5Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

6Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war:

7Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.

8Da erinnerten sie sich an seine Worte.

9Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern.

10Es waren Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; auch die übrigen Frauen, die bei ihnen waren, erzählten es den Aposteln.

11Doch die Apostel hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen nicht.

12Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden dort liegen. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war.

 

 

Tagesimpuls:

 

Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern.  (Lk 24,9)

 

Die Frauen haben Erstaunliches erlebt. Engel berichteten ihnen von der Auferstehung Jesu. Die Frauen glaubten daran. Sie glaubten dem Engel, sie glaubten ihrer eigenen Eingebung. Sie hätten ja auch an sich selber zweifeln können. Aber sie lassen sich in diesem Moment von Gott ergreifen. Obwohl das alles weit über ihre Vorstellungskraft und weit über ihr normales, gewohntes Leben hinausgeht, lassen sie sich darauf ein, lassen sie sich sozusagen mitnehmen auf einen Weg, auf eine Reise mit dem Übernatürlichen.

 

Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern.

 

Wer an so etwas glaubt, wer sich von so etwas ergreifen und mitnehmen lässt, wer sich auf so etwas einlässt, hat es in der Gesellschaft nicht leicht. Man wird allzu schnell belächelt, als hysterisch abgestempelt, oder wie hier, nicht ernst genommen. „Weibergeschwätz", das ist das einzige, was die seriösen Männer dazu zu sagen haben. Aber ich finde gut, dass die Frauen von ihrem übernatürlichen Erlebnis trotzdem erzählen. Das kommt in unserer Gesellschaft viel zu kurz. So viele Menschen – nicht nur Charismatiker, sondern ganz normale Katholiken – erzählen mir von übernatürlichen Erlebnissen. Und jedes Mal sagen sie dazu: „Das kann ich ja sonst niemandem erzählen", oder: „Ich habe das bisher noch niemandem erzählt." So glaubt jeder, er sei ganz allein mit seinen besonderen, übernatürlichen Glaubenserfahrungen, weil man Angst davor hat, von der Gesellschaft nicht ernst genommen zu werden.

 

Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern.

 

Das schreit nach einem neuen Klima in unserer Gesellschaft, oder zumindest in unseren christlichen Gemeinschaften. Wir brauchen ein Klima, in dem Übernatürliches erzählt werden kann, wo das Übernatürliche dazugehört, wo wir Worte finden, um Übernatürliches zu berichten. Bibelgespräche können eine wichtige Vorstufe dazu sein, denn dort lernt man, über den Glauben und Glaubenserfahrungen zu sprechen. Aber wir müssen auch lernen, mehr in der Öffentlichkeit über den Glauben zu reden und uns nicht entmutigen zu lassen. Mögen die Menschen spotten oder uns belächeln! Dennoch ist es wichtig, dass sie die Botschaft hören, und zwar nicht nur als objektive biblische Aussagen, sondern auch und vor allem als persönliche Erlebnisse. Denn nur durch das persönlich erlebte wird die biblische Botschaft für die heutigen Menschen glaubwürdig.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du durch deine Auferstehung neues Leben in die Welt gebracht hast. Schenke unserer Kirche und unserer Welt dieses neue Leben, eine geistliche Erneuerung, so dass du wieder einen Platz in unserem Leben bekommst. Dass wir über dich und unsere Erlebnisse mit dir offen reden, dass das Übernatürliche einen festen Platz in unserem Leben hat.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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