Dienstag, 23. April 2019

Die Frauen verließen sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern. (Mt 28,8)

Osteroktav   Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 28,8-15

Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten, verließen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. 

Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. 

Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen. 

Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. 

Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld 

und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. 

Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt. 

Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

 

 

Tagesimpuls:

 

Die Frauen verließen sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern.  (Mt 28,8)

 

Es können mehrere Gefühle gleichzeitig in einem Menschen sein. Hier in diesem Fall sind es Furcht und zugleich große Freude. Ich kenne das auch. Es kann ein Schmerz da sein, und trotzdem fühlt man sich sehr glücklich. Man hört es auch viel von den Heiligen. Sie berichten, dass sie inmitten großer Kreuze glücklich sind. Ich meine, dass sich hier schon ein wenig das Geheimnis von Kreuz und Auferstehung zeigt, wie es von einem Menschen in der Nachfolge Christi erlebt wird. Wir erleben innerlich das Kreuz, und zugleich auch die Auferstehung, den Schmerz und die Freude. Am stärksten ist dieses Zusammenspiel in der Liebe: Man liebt einen anderen sehr, und zugleich leidet man auch an ihm, für ihn, unter ihm. In der griechischen Sprache wird dieser Zusammenhang ausgedrückt in dem Wort Sympathie. Das heißt wörtlich übersetzt Mitleid.

 

Die Frauen verließen sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern.

 

Vielleicht kann uns diese Bibelstelle ermutigen, Gefühle zuzulassen. Die Furcht ist da, wir können sie nicht leugnen. Wir können auch nicht sagen: „Ich glaube an Jesus, also ist keine Angst mehr in mir." Wenn wir die Furcht erkennen und anerkennen, dass sie da ist, dann kann Jesus zu mir sagen: „Fürchte dich nicht!" (Vers 10). Und er kann mir meinen Auftrag geben („Geht zu den Jüngern!"), an dem mich die Furcht dann nicht mehr hindern kann. So geht Jesus mit mir einen Schritt weiter, er hilft mir, die Frucht zu überwinden mit seinem wirkmächtigen Wort, und indem er mir meinen Weg zeigt. Auf diese Weise wird meine Freude vollkommen (vgl. Joh 16,24).

 

Die Frauen verließen sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern.

 

Ich sehe in diesen Worten Jesu auch noch, dass wir keine Angst haben müssen vor dem Schmerz. Er wird sich mit Freude mischen, wenn wir eng mit Jesus verbunden bleiben. Die Freude Jesu ist in uns. Es ist die Freude des Auferstandenen. Jeder von uns kann an dieser Freude partizipieren. Dann können schlimmer Sachen auf uns zukommen, anstrengende Auseinandersetzungen, Konflikte, was auch immer. Die Freude Jesu ist in uns, und sie bleibt in uns. Keiner kann sie uns nehmen. Und sie hilft uns, unsere Lebensaufgabe – was auch immer es ist – zu bestehen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir so sehr für die österliche Freude, die in uns ist, die uns begleitet und trägt. Ich sehe auch den Schmerz, die Furcht, den innerlichen Druck, die Unruhe, aber all das kann die Freude nicht verdrängen. Im Gegenteil, die Freude, verbunden mit deinem Wort „fürchte dich nicht!" vertreibt das Negative. Aber Jesus, ich bitte dich, hilf mir auch, den Schmerz anzunehmen, der mir auf meinem Weg begegnet, damit ich immer wieder den Durchgang, die Wandlung, von Kreuz zu Auferstehung in mir erlebe.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

 

 







Roland Bohnen
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