Mittwoch, 24. April 2019

In jener Zeit stand Maria draußen vor dem Grab und weinte. (Joh 20,11)

Osteroktav    Mittwoch

 

EVANGELIUM

Joh 20, 11-18

 

In jener Zeit

11stand Maria draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. 

12Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. 

13Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. 

14Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. 

15Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. 

16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. 

17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. 

18Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

 

 

Tagesimpuls:

 

In jener Zeit stand Maria draußen vor dem Grab und weinte.  (Joh 20,11)

 

Maria Magdalena stand noch lange draußen vor dem Grab. Alle anderen waren schon wieder nach Hause gegangen, da stand sie immer noch da und weinte. Vielleicht haben die anderen versucht, sie zu überreden, mit nach Hause zu kommen. Vielleicht haben sie gesagt: „Es bringt nichts, wenn du hier die ganze Zeit stehen bleibst und weinst. Davon wird Jesus auch nicht mehr lebendig." Aber Maria lässt sich nicht beeindrucken. Sie bleibt einfach da und lässt ihren Gefühlen freien Lauf.

 

In jener Zeit stand Maria draußen vor dem Grab und weinte.

 

Wenn das ein Vorbild für unser Gebet ist, dann merken wir, in welche Richtung das geht. Es ist ein Unterschied, ob jemand ein kleines Pflichtgebet macht, ein schnelles Kreuzzeichen, oder auch stilvoll z.B. eine Vesper betet, vielleicht mit einem sehr guten Chor, oder ob jemand, wie Maria Magdalena, stundenlang weint und fleht und Gott sein ganzes Herz ausschüttet. Wenn dies hier ein Vorbild für unser Gebet ist, dann kann man sagen, dass Ehrlichkeit, Intensität, aber auch Extensität (lange Ausdauer) belohnt wird. Und ich glaube, es ist so. Daher müssen wir darauf achten, dass unsere Gebete nicht allzu formell werden.

 

In jener Zeit stand Maria draußen vor dem Grab und weinte.

 

Es gibt aber auch einen gegenteiligen Standpunkt. Da sagen Menschen: „Ich bete nur, wenn mir danach ist." Da würde ich sagen, dass das langanhaltende ausdauernde formelle Gebet auch eine sehr große Wirkung hat. Wer regelmäßig betet, auch wenn seine Gefühle nicht immer voll intensiv mitschwingen, der tut auch sehr viel, und der findet gewiss auch Erhörung. Selten zu beten, und dann aber besonders intensiv, das ist nicht die Alternative. Wir sollen regelmäßig beten, aber wir sollen versuchen, auch mit dem Herzen zu beten, ehrlich zu beten, und mitunter auch mal längere Zeiten des Gebets halten, eben so wie Maria Magdalena. Die Intensität und die Regelmäßigkeit dürfen sich nicht ausschließen.

 

In jener Zeit stand Maria draußen vor dem Grab und weinte.

 

„Betet so lange, bis das Gebet für euch zur Freude wird," sagt Maria einmal in Medugorje. Das hat Maria Magdalena erlebt. Gut, dass sie nicht zu früh aufgegeben hat! „Pray until something happens!" (PUSH), sagen die Jugendlichen und tragen ein Armband mit der Aufschrift PUSH. Nehmen wir uns heute Maria zum Vorbild!

 

Gebet:

Jesus, danke für diese Aufmunterung und Ermutigung! Ich möchte Maria heute zum Vorbild für mich nehmen. Ich möchte intensiv beten und nicht oberflächlich. Bitte, Heiliger Geist, hilf mir dabei!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. Herr schenke mir ein offenes Ohr, damit ich DEIN RUFEN höre.
    Amen

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