Samstag, 4. Februar 2023

Ihr seid das Salz der Erde. (Mt 5,13)

05 Sonntag im Jahreskreis   

Evangelium                                                                                                 Mt 5, 13–16

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
13Ihr seid das Salz der Erde.
Wenn das Salz seinen Geschmack verliert,
womit kann man es wieder salzig machen?
Es taugt zu nichts mehr,
außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.
14Ihr seid das Licht der Welt.
Eine Stadt, die auf einem Berg liegt,
kann nicht verborgen bleiben.
15Man zündet auch nicht eine Leuchte an
und stellt sie unter den Scheffel,
sondern auf den Leuchter;
dann leuchtet sie allen im Haus.
16So soll euer Licht vor den Menschen leuchten,
damit sie eure guten Taten sehen
und euren Vater im Himmel preisen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ihr seid das Salz der Erde.  (Mt 5,13)

 

Das Salz unterscheidet sich von der Speise, die es würzt. So unterscheiden wir Christen uns vom Mainstream der Gesellschaft. Dieser Unterschied schmerzt. In uns Menschen steckt ein Bedürfnis, so sein zu wollen wie alle anderen. Die Ursache dafür scheint mir eine von Gott gegebene Sehnsucht nach Einheit zu sein. Wir Menschen brauchen diese Gemeinsamkeiten, z.B. die gemeinsame Sprache oder eine gemeinsame Kultur. Es ist also eine von Gott gegebene Anlage im Menschen, dass er die Gemeinsamkeit sucht. 

 

Ihr seid das Salz der Erde.  

 

Das Problem ist der Sündenfall. Der Lauf der meisten Gesellschaften und Gemeinschaften ist nicht in jeder Hinsicht positiv. Es gibt viele Sünden und sündige Strukturen und Kulturen, und damit dürfen wir uns nicht eins machen. Da es zunächst nur wenige Menschen sind, die das erkennen und den Mut haben, mit sündigen Strukturen und Kulturen zu brechen, sind die Christen diesbezüglich in der Unterzahl. Sie sind wie das wenige Salz, das die große Menge der Speise würzt. 

 

Ihr seid das Salz der Erde.  

 

So sehr wie das Beispiel vom Salz schmerzt, weil es uns bewusst macht, wie sehr wir in der Unterzahl sind, so sehr ist es aber auch eine Ermutigung. Wir müssen nicht viele sein. Selbst eine kleine Zahl genügt, um die Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Dazu müssen wir Christen aber in die Schaltstellen der Gesellschaft einwirken, z.B. in Politik, in Kultur, im Bildungswesen usw. Gott wird uns die Charismen geben, an der Stelle positiv zu wirken, wo er uns hingestellt hat. Teilweise wird er uns „erhöhen", d.h. in Positionen heben, in denen wir Einfluss haben. Aber wir müssen keine herausgehobenen Berufe haben, um Einfluss nehmen zu können. Gott kann uns auch Begegnungen schenken, durch die wir Einfluss auf andere Menschen bekommen, die ihrerseits in einflussreichen Positionen sind. Wir wissen nicht, wie die Wege und Pläne Gottes sind. Wenn wir unsere Charismen entwickeln und bereit sind, Zeugnis zu geben, dann werden wir als Salz unsere Gesellschaft positiv beeinflussen. 

 

Gebet: 

Jesus, ich habe Angst davor, Salz zu sein, ich will nicht anders sein, ich will nicht von den Menschen ausgegrenzt werden. Aber ich verstehe, dass einige Menschen beginnen müssen, mit den sündigen Strukturen zu brechen, auch wenn die Mehrheit das nicht erkennt. Bitte hilf uns Christen, offen zu sein für deine Berufung und Führung, dass wir an die Stellen in unserer Gesellschaft gesetzt werden, wo wir vieles zum Guten prägen können. 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org 

 

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