Dienstag, 16. Juli 2019

Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. (Mt 11,21)

15 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 11,20-24

In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten: 

Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. 

Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch. 

Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute. 

Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan.  (Mt 11,21)

 

Das Evangelium ist – so empfinde ich es – ein wenig auf mich persönlich zugeschnitten. Ich sehne mich sehr nach dem Übernatürlichen, vielleicht etwas zu viel, ich bin mir nicht sicher. Vor kurzem hörte ich in einer Predigt, dass ein Bischof von Tschenstochau gefragt worden wäre, was seiner Meinung nach der Unterschied zwischen Tschenstochau und Fatima wäre, beides berühmte große Marienwallfahrtsorte. Der Bischof hätte geantwortet: „Wir erwarten hier keine Wunder." In Fatima wäre die Muttergottes auf wunderbare Weise erschienen, in Tschenstochau würde sie den Menschen helfen, ihr Leid zu tragen. Das Bild der Muttergottes ist beschädigt, sie hat „Narben" im Gesicht, das heißt, sie leidet mit den Menschen.

 

Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan.

 

Wie schon gesagt, ich bin mir in der Sache nicht sicher. Sollen wir nicht für Wunder beten? Sollen wir das Übernatürliche denn nicht ersehnen? Eine Sache hat mich getröstet. Die Wände in der Wallfahrtskirche in Tschenstochau hängen voll von Votivtafeln und Krücken, die Heilungen bezeugen. Also dass dort gar keine Wunder geschehen würden, ist wohl auch eine etwas einseitige Sicht des Bischofs, der diese Aussage gemacht hat.

 

Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan.

 

Aber kommen wir zum Evangelium. Jesus hat Wunder gewirkt. Er hat das Übernatürliche in großer Fülle in die Welt gebracht. In den jüdischen Städten Chorazin und Kafarnaum sind sehr viele Wunder geschehen. Ich höre aus den Worten Jesu heraus: Wunder müssen zum Glauben führen. Und wenn das nicht geschieht, dann ist das für die betreffenden Menschen sogar gefährlich, weil sie umso strenger gerichtet werden. Wer viel bekommen hat, von dem wird auch viel erwartet. Und an dieser Stelle fühle ich mich angesprochen. Ich sehne mich sehr nach dem Übernatürlichen, und ich meine, dass ich es auch schon relativ viel erleben darf, auch wenn ich mich noch nach viel mehr sehne. Aber Jesus macht mir bewusst: Das ist gut so, das will er so, aber es ist auch mit einer hohen Erwartung an mich verbunden. Mein Leben muss sich auch dementsprechend immer mehr nach Jesus ausrichten. Wer nur Wunder will ohne Glauben und Nachfolge Jesu, der unterscheidet sich nicht von einem Magiker, der nur übernatürliche Energie haben will. Es geht um den Glauben, um die Beziehung zu Jesus.

 

Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan.

 

Was sollen wir nun machen? Lieber keine Wunder anstreben, um sicherer als laue Christen leben zu können? Ganz gewiss nicht. Jesus will, dass wir glauben, dass wir das Übernatürliche erleben. Wir sollen auf einem hohen Niveau leben, wir sollen als echte Christen leben, die das Übernatürliche erleben und einen tiefen Glauben besitzen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns Mut machst. Du willst, dass wir Zeichen und Wunder erleben. Hilf uns, dadurch im Glauben zu wachsen. Hilf uns, dir nachzufolgen, damit uns nicht so ein Urteil treffen wird wie die Menschen in Chorazin und Kafarnaum.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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