Dienstag, 16. August 2022

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. (Mt 19,24)

20 Woche im Jahreskreis    Dienstag

EVANGELIUM
Mt 19, 23-30

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
23Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen.
24Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
25Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden?
26Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.
27Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?
28Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
29Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.
30Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

Tagesimpuls

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. (Mt 19,24)

Reichtum kann verschiedenes sein, nicht nur Geld. Reichtum ist alles, an das ich mich klammere. Wenn ich mich an etwas anderes klammere als Jesus, dann sind meine Hände gebunden. Dann habe ich keine Zeit mehr für Jesus, dann stelle ich Jesus automatisch hinter meinen Reichtum zurück. Das können zum Beispiel meine Talente sein, meine Fähigkeiten, was ich mir erarbeitet habe, mein Erfolg, meine Leistungen in Beruf oder im Sport, oder auch das, was ich als Priester erreicht habe und nicht aufgeben möchte. Auch geistliche Dinge, so wertvoll sie auch sein mögen, könnten die Stelle Gottes einnehmen, und das darf nicht sein. Wir müssen immer bereit sein, alles loszulassen.

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.

Wenn unsere Hände voll sind, dann haben wir keinen Raum für Jesus. Wir sollen aber Jesus ergreifen. Deswegen müssen unsere Hände immer wieder leer sein, damit wir Platz für Jesus haben. Wir könnten heute uns fragen: woran hängt mein Herz? Was ist mein Reichtum? Was sind die Dinge, die ich nicht loslassen könnte, wenn sie mir weggenommen würden? 

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.

Das ist ganz praktisch: wenn jemand zum Beispiel ein Hobby hat, dass er sehr gerne macht und in dass er sehr viel Zeit steckt, dann fehlt wahrscheinlich die Zeit für Jesus, für das Gebet, für den Gottesdienst, für das Mitmachen in der Gemeinschaft der Christen. Der Reichtum ist das, was sich vor Jesus schiebt. Vielleicht ist es sogar bei jemandem der Fußball, oder ein anderer Sport. Wenn es etwas gibt, weswegen ich die Heilige Messe zurückstellen würde, dann sehe ich, dass das mein Reichtum ist. Ich kann aber nur in das Himmelreich kommen, wenn ich mich an Jesus klammere. Wenn ich mich an etwas anderes klammere, dann ist der Weg zum Himmel verschlossen. Wenn ich sterbe, dann habe ich eben das andere in der Hand und nicht Jesus. Wenn ich mich an Jesus klammere und dann sterbe, dann habe ich Jesus in der Hand, und dann komme ich ins Himmelreich.

Gebet:
Jesus, ich will mich an dich klammern. Ich will dich an die erste Stelle meines Lebens setzen. Jesus, ich brauche dich. Ich will bereit sein, alles andere loszulassen, damit du wirklich in meinen Händen bist, wenn ich sterbe.


Pastor Roland Bohnen 


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