Mittwoch, 23. Mai 2018

Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. (Mk 9,39)

07 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 9,38-40.

In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.
Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.
Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

 

Tagesimpuls:

 

Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.  (Mk 9,39)

 

Mir scheint, als sei dies genau für unsere heutige Situation geschrieben. In den charismatisch-pfingstlichen Freikirchen gibt es viel Befreiungsdienst. In der katholischen Kirche dagegen ist dies streng geregelt. Wir Katholiken wundern uns über die Unbefangenheit, mit der manche Freikirchen mit dem Befreiungsdienst umgehen. Und Jesus scheint ihnen Recht zu geben. Bei der Katholischen Kirche ist es so, dass nur die Bischöfe (Nachfolger der zwölf Apostel) und eigens von ihnen eingesetzte Exorzisten die Vollmacht haben, Dämonen auszutreiben. Allerdings ist es auch in der Katholischen Kirche so, dass auch Priester und Gläubige Befreiungsgebete sprechen dürfen. Aber im Großen und Ganzen gibt es in der Katholischen Kirche in diesem Bereich eine große Zurückhaltung, in gewissem Sinne auch eine Unklarheit und verschiedene Meinungen, was wem erlaubt ist und was nicht.

 

Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.

 

Ich persönlich glaube, dass wir da noch mehr Klarheit bekommen werden in den nächsten Jahren. Vielleicht werden wir einiges von den Freikirchen lernen. Und zugleich werden die Freikirchen auch lernen, wann wo welche Art von Vollmacht vonnöten ist. Es gibt ja sehr unterschiedliche Fälle. Manche sind „besessen" im vollen Sinn des Wortes, manche sind von Dämonen belastet, bedrängt, und letztendlich steht jeder Mensch in irgendeiner Weise im Kampf mit den Mächten der Finsternis.

 

Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.

 

Aber was nehmen wir für heute aus diesem Vers mit? Ich würde sagen, eine große Offenheit gegenüber allen, die Christus verkünden, sich auf ihn berufen und in seinem Namen beten. Jesus zeigt uns hier, wie interkonfessionelle Toleranz und Respekt aussehen könnten. Darin ist er offener als seine Jünger. Dann nehme ich auch mit, dass Jesus den Blick wieder einmal richtet auf den Befreiungsdienst. Der muss bei uns Katholiken in irgendeiner Weise heraus aus der verstaubten Ecke. Dieser Dienst ist zentraler Bestandteil der Praxis Jesu, und Jesus hat uns immer dazu aufgefordert. Wir sollen dem Wirken des Satans das Handwerk legen. Gewiss, wir wollen nicht vorschnell und naiv agieren, aber irgendwie müssen wir auf diesem Gebiet auch weiterkommen, denn es gibt zu viele Menschen die leiden, die immer nur in die Psychiatrie geschickt werden, und denen nicht geholfen wird. Ich bin dankbar für alle Menschen, die sich auf diesem Gebiet engagieren. Und ich bete, dass sich die Katholische Kirche in dieser Hinsicht unter der Führung des Heiligen Geistes noch weiterentwickelt, so dass noch mehr Menschen geholfen werden kann.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du die Dämonen ausgetrieben hast. Du hast die Jünger und auch uns gelehrt, damit weiter zu machen, um die Menschen zu befreien. Heute ist dieser Dienst in großen Bereichen der Kirche zum Erliegen gekommen, und irgendwie scheinen wir da auch sehr kompliziert zu sein. Danke für die Erfahrung der Freikirchen, von denen wir vielleicht manches Gute lernen können, nicht überstürzt, aber in aller Behutsamkeit. Ich bete ganz besonders für die vielen leidenden Menschen. Schenke uns Wege, wie wir ihnen nachhaltig helfen können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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