Samstag, 20. Juli 2019

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. (Lk 10,39)

 16 Sonntag im Jahreskreis

 

Evangelium                                                                     Lk 10, 38–42

In jener Zeit
38kam Jesus in ein Dorf.
Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf.
39Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß.
Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen
und hörte seinen Worten zu.
40Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen
zu dienen.
Sie kam zu ihm
und sagte: Herr, kümmert es dich nicht,
dass meine Schwester die Arbeit mir allein überlässt?
Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
41Der Herr antwortete:
Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.
42Aber nur eines ist notwendig.
Maria hat den guten Teil gewählt,
der wird ihr nicht genommen werden.

 

Tagesimpuls:

 

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.  (Lk 10,39)

 

Es ist so wichtig, bei Jesus zu sein! Es kann nicht sein, dass wir durch alles andere, was scheinbar wichtiger ist, daran gehindert werden. Ich glaube, dass wie bei Marta, die Arbeit bei vielen von uns einen sehr hohen Stellenwert hat. Wir sind aufgewachsen in einem Land, in dem Fleiß und Disziplin sehr wichtig war. Man merkt das immer noch bei den jungen Familien, z.B. bei der Erstkommunionvorbereitung. Für die Schule lernen ist in ihren Augen viel wichtiger als zur Kirche zu gehen. Berufliche Karriere steht bei vielen Menschen an allererster Stelle. Fleiß und Disziplin sind gewiss sehr wichtige Tugenden, aber nichts darf den Stellenwert einnehmen, der nur Gott zusteht.

 

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.

Für uns muss Gott an erster Stelle stehen. Aber das muss sich dann auch in unserem Tagesablauf bemerkbar machen. Ich muss wieder denken an das Gespräch zwischen Jacinta, einer der Seherinnen von Fatima, und ihrer Mutter. Die Mutter sagte, dass sie es heute nicht geschafft habe, einen Rosenkranz zu beten, worauf Jacinta antwortete: „Aber Mama!" Vielleicht würde Jesus uns manchmal auch so antworten, nicht vorwurfsvoll, aber doch deutlich im Sinne von: „Denk doch mal nach, gab es für das Gebet heute wirklich keine Zeit?"

 

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.

Ich glaube, dass es jeden Tag etwas gibt wie der Vorwurf von Marta, was uns am Gebet hindern will. Mal sind es innere Ablenkungen, mal sind es Menschen, die uns irgendwie ablenken oder mit Unverständnis auf unsere Gebetszeit reagieren. Viele Menschen verstehen das innere Leben nicht. Sie brauchen immer Impulse von außen. Sie können es nicht verstehen, wieso man glücklich sein kann, wenn man einfach nur eine Zeit lang still betet. Aber die Menschen dürfen uns das nicht wegnehmen. Jesus will, dass uns das nicht genommen wird. Halten wir fest an unserer täglichen Zeit mit Jesus, zu seinen Füßen, damit das innere Leben in uns immer noch stärker wird.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für alle Freude und allen Frieden, für alles, was du mir im Gebet schenkst. Ich bitte dich, dass viel mehr Menschen das verstehen. Hilf mir, heute still bei dir zu bleiben, mich nicht ablenken zu lassen. Und lass jeden Konflikt, der deswegen in unserer Familie oder in meiner Umgebung entsteht, umgewandelt werden zu großem Segen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
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