Freitag, 15. Oktober 2021

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. (Lk 12,4)

28 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,1-7

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.

Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.

Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.

Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen.

Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.



Tagesimpuls:

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.  (Lk 12,4) 

Dieses Wort hat eine große Tiefe. Jesus sagt: „Ihr braucht keine Angst haben, denn sie können euch nichts tun." Dass sie den Leib töten können, ist in den Augen Jesu eher wenig. Er sieht uns als Menschen in unserer Ganzheit, und der Leib ist dabei gar nicht so wichtig. Er sieht uns also schon in der ewigen Perspektive, er sieht schon den verklärten Auferstehungsleib. Es fühlt sich fast so an, als würde er uns sagen: „Sie können euch vielleicht die Haare abschneiden, aber was ist das schon. Die gehen sowieso irgendwann mal verloren." Oder er würde sagen: „Ok, mag sein, dass sie euch 10 Euro stehlen, aber das ist doch alles nicht so wichtig." 

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

Ich kann das noch nicht so sehen. Ich habe Angst vor körperlichen Schmerzen. Aber ich lasse mich von Jesus berühren. Wenn Jesus sagt, dass es nicht so wichtig ist, was mit dem Leib geschieht, dann glaube ich ihm. Ich will Jesus ganz vertrauen. Wir erleben, dass der Leib schwach ist. Wir werden ab und zu krank und haben immer wieder unter dem schwächer werdenden Leib zu leiden. Auf irgendeine Weise wird der Leib einmal sterben. Da macht Jesus uns Mut, auf das zu achten, was wirklich für das ewige Leben zählt, auf unsere Seele. 

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

Wir sollen darauf achten, dass unsere Seele auf dem richtigen Weg ist, Richtung Himmel und nicht Richtung Hölle. Der Teufel will uns regieren durch Angst. Und Jesus sagt uns dagegen, dass wir keine Angst haben sollen. Wir sollen den Leib nicht so in den Mittelpunkt stellen. Wir sollen uns auf die Seele konzentrieren. Am heutigen Freitag können wir das ein klein wenig praktizieren durch ein Opfer des Fastens. Wir müssen den Leib nicht so sehr verwöhnen. Wir sollen darauf achten, dass unsere Seele stark wird. Dazu kann uns dieser Freitag einen Schritt weiterbringen. 

Gebet: 
Jesus, ich danke dir, dass du mir die Angst nimmst vor körperlichen Schmerzen, davor, dass jemand meinem Leib etwas antun könnte. Jemand hat einmal gesagt, Mut sei Angst, die gebetet hat. Du hast im Garten Getsemani deine Angst vor den Vater gebracht. Hilf mir, dasselbe zu tun. Ich will mit deiner Gnade zusammenwirken, dass meine Seele stark wird. Dazu will ich heute dein Angesicht suchen, und den Leib nicht so sehr verwöhnen. 


Pastor Roland Bohnen  
www.tagesimpuls.org 
 

Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627  
Fax 02456 - 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
www.kirche-selfkant.de

Unser nächster Livestream