Samstag, 23. Februar 2019

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. (Lk 6,35)

07 Sonntag im Jahreskreis  

 

EVANGELIUM

Lk 6, 27-38

 

27Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen.

28Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.

29Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd.

30Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück.

31Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.

32Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.

33Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.

34Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.

35Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

36Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

37Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

38Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt.  (Lk 6,35)

 

Wir sollen unser Verhalten nicht von dem bestimmen lassen, was die anderen tun oder nicht tun. Unser Maßstab ist Jesus. Danach richten wir unser Verhalten aus. Jesus war gut, und deshalb will auch ich gut sein, egal, wie der andere sich verhält. Wenn der andere meint, mit mir Streit haben zu müssen, kann ich trotzdem zu ihm gut sein, weil Jesus mein Maßstab ist. Ich verhalte mich zu allen Menschen so, wie Jesus es tun würde. Ich mache den ersten Schritt, und ich warte nicht darauf, dass der andere den ersten Schritt macht.

 

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt.

 

Wenn man so leben und handeln kann, dann ist das eine große Gnade. Immer wieder durfte ich es erleben, dass ich eine Sympathie, ja eine Liebe zu Menschen empfand, obwohl diese Menschen nicht gut zu mir waren. Ich sah darin eine Wirkung Gottes. Gott selber war es, der mir Liebe ins Herz geschenkt hatte zu diesen Menschen. Es gibt ein altes Lied, „Gib mir Liebe ins Herz!" Ich durfte schon vielfach erfahren, dass dies nicht nur ein schönes Lied ist, sondern es ist Realität, es ist eine Gnade, die Gott schenkt.

 

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt.

 

Es gibt aber Fälle, wo ein Mensch einen anderen zerstört. In solchen Fällen muss man sich distanzieren oder wehren. Wenn ich so sehr unter einem anderen leide, dass ich nicht mehr lieben kann, dann muss ich mich schützen. Ich denke an ein Wort, das von Mutter Theresa überliefert ist: „Es darf weh tun, aber es darf uns nicht zerstören." Wir müssen uns also immer in eine Situation bringen, von wo aus wir den anderen lieben können. Manchmal können wir den anderen nur durch Gebet lieben, und dadurch, dass wir ihm innerlich verzeihen.

 

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt.

 

Aber vielleicht sind es gar nicht so viele Menschen, die uns so sehr nach dem Leben trachten, dass wir uns körperlich distanzieren müssen. Vielleicht können wir die meisten unsere Feinde schon dann lieben, wenn wir ihnen verzeihen und gut zu ihnen sind, aus einer Position der eigenen Stärke heraus. Wichtig ist, dass wir uns nicht immer vom anderen angegriffen fühlen, sondern dass wir erkennen, dass der andere ein Problem, eine Schwäche, eine Schwierigkeit hat. Und indem wir ihn lieben, können wir ihm vielleicht ein wenig helfen.

 

Gebet:

Jesus, ich will meine Feinde lieben. Danke, dass du mir schon oft Liebe ins Herz geschenkt hast. Ich stoße aber auch immer wieder an meine Grenzen. Oft fehlt mir die Zeit, allen Menschen so gerecht zu werden, wie es scheinbar sein müsste. Oft weiß ich nicht, was richtig wäre, wie ich mich Menschen gegenüber verhalten soll. Soll ich auf ihre Wünsche eingehen oder muss ich Nein sagen? Hilf mir dabei, immer gute Entscheidungen zu treffen, damit ich den Menschen so dienen kann, wie du es willst.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
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