Dienstag, 3. August 2021

Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. (Mt 14,23)

18 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 14,22-36

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. 

Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. 

Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. 

In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. 

Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. 

Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! 

Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. 

Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. 

Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! 

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 

Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. 

Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. 

Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret. 

Als die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm 

und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg.  (Mt 14,23)

 

Dies ist ein sehr reichhaltiges Evangelium, und man könnte so viel dazu sagen. Aber was mich am meisten anspricht, ist dieser Vers, dass Jesus so lange in der Einsamkeit auf dem Berg zu seinem Vater betete. Vielleicht ruft mich Gott dadurch zum Gebet auf, auch besonders in den Abendstunden. Mich erfüllt so viel Liebe und Friede bei dem Gedanken, dass Jesus nachts Stunden in der Einsamkeit im Gebet mit seinem Vater verbracht hat.

 

Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg.

 

Der Höhepunkt dieses Evangelium ist natürlich der Seewandel, und dann noch mal besonders der Glaube des Petrus, der bereit ist auszusteigen. Trotzdem verbleibe ich bei Jesu Gebet in der Einsamkeit. Vielleicht wäre es nie zu diesem total göttlichen Höhepunkt des Seewandels gekommen, wenn Jesus nicht diese Stunden in Zwiesprache mit seinem Vater verbracht hätte. Dort in den Stunden der Einsamkeit werden Grundlagen gelegt, werden Weichen gestellt, für Dinge, die später in der Welt geschehen können.

 

Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg.

 

Ich habe schon oft davon gesprochen: Wir brauchen in unseren Kirchen, ja in unserer Welt, wieder eine Kultur des Übernatürlichen. Das göttliche übernatürliche Wirken darf nicht aus unserem Alltag, und schon gar nicht aus unserem kirchlichen Leben, verbannt werden. Aber ich befürchte, dass dieses übernatürliche Wirken Gottes nur dann geschehen wird, wenn heilige Menschen nach dem Vorbild Jesu diese Stunden im stillen Gebet mit Gott verbringen. Wenn wir so intensiv verbunden sind mit Gott, dann kann Gott Großes, ja Unglaubliches, durch uns vollbringen. Wenn wir dagegen von Termin zu Termin hetzen, dann bleiben wir im Weltlichen stecken, selbst wenn wir uns bemühen, viel für Jesus zu tun.

 

Gebet:

Jesus, ich will dein Vorbild nachahmen und viel zu dir kommen. Ich will mehr in der Einsamkeit mit dir verbringen. In Wirklichkeit ist es ja eine Zweisamkeit, eine Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott, mit den Engeln, mit der Kirche des Himmels. Jesus, bitte verzeih mir, dass ich in meinem Leben so viele Gelegenheiten dazu habe verstreichen lassen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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