Dienstag, 18. Juni 2019

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. (Mt 5,44)

11 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 5,43-48

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 

damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 

Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? 

Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? 

Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

 

 

Tagesimpuls:

 

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.   (Mt 5,44)

 

Meistens haben wir Angst vor unseren Feinden, und daher ziehen wir uns zurück und wollen mit ihnen nichts zu tun haben. Einige wenige gibt es, die aggressiv versuchen, ihre Feinde zu vernichten. Aber ich finde, dass die meisten eher Angst haben. Ich kenne sehr viele Menschen, die nicht gerne Konflikte haben wollen. Aber Jesus zeigt uns noch einen anderen Weg. Und dieser Weg ist ein echtes Heilmittel gegen die Angst. Wir sollen unsere Feinde lieben und für sie beten.

 

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.

 

Ich weiß nicht, ob man die Reihenfolge auch umdrehen könnte, also dass man erst für sie betet, und dann wächst auch die Liebe. Aber so, wie Jesus es sagt, geht es auch. Weil man sie liebt, darum will man auch für sie beten. Vielleicht darf man auch erst mal einige Vorstufen der Liebe benennen, die aber in sich auch schon Liebe sind. Liebe beginnt ja mit Toleranz, dass man den anderen erträgt, seine Andersheit, seine andere Meinung, und dass man sein anderes Verhalten aushält. (vgl. Kol 3,13: Ertragt einander!) Eine wichtige Form der Liebe ist auch das Verständnis. Warum ist der andere so, warum handelt er so? Ich hatte z.B. als Kind immer wieder viel Verständnis für andere „böse" Kinder, weil meine Mutter uns öfter gesagt hatte: „Wir wissen nicht, wie es in deren Familie aussieht, ob sie vielleicht kein gutes Elternhaus haben." Wenn man bedenkt, was der andere vielleicht schon alles erlitten hat, dann hat man mehr Verständnis.

 

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.

 

Wichtig ist auch, dass man einfach annimmt, dass die Situation so ist wie sie ist. Wir nehmen das Kreuz an. So wie Jesus gelitten hat, so leiden wir auch unter der Gewalt, unter der Aggression der anderen. Und genau das gibt Jesus mir in diesem Moment auf, das ist meine Aufgabe. Jetzt soll ich den anderen lieben und für ihn beten. Jesus hat für seine Feinde gebetet: Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Er hat Verständnis für sie aufgebracht. Sie wussten es nicht besser. Versuchen wir also auch so zu leben. Das wird uns die Angst vor der Verfolgung nehmen, wir selber bleiben aktiv, wir werden nicht zum Opfer, sondern wir behalten die Möglichkeit in der Hand, die Situation aktiv zu gestalten.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir von ganzem Herzen, dass du uns zeigst, wie wir mit Konflikten umgehen sollen und können. Du erweiterst unseren Handlungsspielraum. Wir müssen nicht zum Opfer werden. Wir müssen keine Angst haben. Wir können uns bemühen, die Menschen zu lieben, und wir können für sie beten. Heiliger Geist, bitte erinnere uns daran, wenn es so weit ist. Hilf uns, nach dem Wort Jesu zu leben.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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