Samstag, 31. Oktober 2020

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 5,3)

ALLERHEILIGEN

Evangelium                                                   Mt 5, 1–12a

In jener Zeit,
1als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten,
stieg er auf den Berg.
Er setzte sich
und seine Jünger traten zu ihm.
2Und er öffnete seinen Mund,
er lehrte sie und sprach:
3Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
4Selig die Trauernden;
denn sie werden getröstet werden.
5Selig die Sanftmütigen;
denn sie werden das Land erben.
6Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;
denn sie werden gesättigt werden.
7Selig die Barmherzigen;
denn sie werden Erbarmen finden.
8Selig, die rein sind im Herzen;
denn sie werden Gott schauen.
9Selig, die Frieden stiften;
denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
10Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
11Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt
und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
12aFreut euch und jubelt:
Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

 

Tagesimpuls:

 

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.  (Mt 5,3)

 

Oft geht es mir so, dass ich nicht weiß, was ich am besten predigen soll. Ich hätte gern eine zündende Idee, vielleicht etwas Geniales, was für viele Menschen neu ist, oder was man eben nicht so oft hört. Aber dann fühle ich mich so leer.

Ich vermute, dass es das in jedem Beruf gibt. Man meint, dass man nicht das Zeug dazu hat. Man hat nicht das, was man braucht, um gut genug zu sein. Dieses Gefühl, nicht gut genug zu sein, kennen glaube ich viele Menschen. Aber im Licht des Evangeliums betrachtet: Ist das nicht auch eine Form von Armut? Erfüllt sich hier – wenn ich das alles im Licht Jesu betrachte und auf ihn beziehe – nicht die Bergpredigt:

 

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

Ich glaube, so ist es. Wenn wir mit unserer Armut zu Jesus gehen, dann ist alles gut, dann wird sie sogar zum Segen, dann werden wir sogar glücklich. Denken wir daran, dass wir Kinder Gottes sind. Kinder sind nicht dazu berufen, die Welt in jeder Hinsicht im Griff zu haben. Kinder haben nicht die Aufgabe, alles zu können und alles zu beherrschen. Kinder dürfen klein und schwach sein. Ich darf also gegenüber Gott sagen: „Jesus, ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt machen soll. Ich bin hier überfordert." Für Jesus ist das sehr gut. Er wünscht sich mehr solche Menschen. Er will genau diese Menschen glücklich machen, die nicht alles schaffen, nicht alles können, die sich hilflos fühlen, die überfordert sind. Wir müssen eben nur lernen, zu Jesus zu kommen, und nicht versuchen, alles allein zu machen.

 

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

Es gibt ja die Männer, die in einer fremden Stadt umherirren, weil sie einfach nicht finden, was sie suchen. Aber sie fragen niemanden nach dem Weg. Sie wollen es allein schaffen. Das ist dumm. Wir können doch zugeben, dass wir auf Hilfe angewiesen sind. Wir müssen es nicht allein schaffen. Der Mensch ist gar nicht darauf angelegt, allein alles zu meistern. Der Mensch ist als Kind Gottes geschaffen, er soll fragen, er soll bitten. Erst dann werden wir wirklich Mensch, erst dann werden wir menschlich, wenn wir uns annehmen als Kinder Gottes, wenn wir lernen, zu fragen, um Hilfe zu bitten, nicht mehr alles allein schaffen zu wollen. Dann könnte sogar ein Kind glücklich sein, wenn es eine schlechte Note mit nach Hause gebracht hat. Dann könnte ein Mann trotzdem glücklich sein, auch wenn er einen großen Misserfolg auf der Arbeit erlebt hat. Dann werden wir innerlich unabhängig von unserem äußeren Erfolg und von unseren Leistungen.

 

Gebet:

Jesus, Gott hat uns als Kinder erschaffen, Kinder, die die Welt nicht allein bewältigen können. Wir brauchen deine Hilfe. Das ist normal. Es ist nicht schlimm, wenn wir versagen und bestimmte Leistungen nicht erbringen. Jesus, ich will zu dir kommen. Jesus, ich will nicht ohne dich stark sein. Jesus, ich will als Gotteskind leben, in allem angewiesen auf die Hilfe des Vaters.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
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