Mittwoch, 18. September 2019

Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder Recht bekommen. (Lk 7,35)

24 Woche im Jahreskreis      Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 7,31-35

 

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich?

Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.

Johannes der Täufer ist gekommen, er isst kein Brot und trinkt keinen Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen.

Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!

Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder recht bekommen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder Recht bekommen.  (Lk 7,35)

 

Jesus beklagt, dass die Mehrheit seiner Generation ihn nicht annimmt. Man kann machen was man will. Johannes ist asketisch, ihn lehnen sie ab. Jesus ist mehr den Menschen zugewandt. Ihn lehnen sie auch ab. Aber eine kleine Gruppe glaubt an ihn. Das sind die Kinder, die der Weisheit Recht geben, wie er es formuliert. Mit anderen Worten: Die Tatsache, dass viele ihn nicht akzeptieren, heißt nicht, dass er Unrecht hätte. Recht und Unrecht entsteht nicht durch eine Mehrheitsentscheidung. Jesus hat Recht, auch wenn es nur eine kleine Gruppe ist, die ihn akzeptiert.

 

Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder Recht bekommen.  

 

Heute fühlen wir uns als Christen auch in der Minderheit. Die Volkskirche hat zwar ihre Spuren hinterlassen. In vielen Bereichen haben wir Christen die Gesellschaft geprägt, aber unser Einfluss auf die Gesellschaft lässt nach. Umso wichtiger ist es, dass wir heute der Weisheit Recht geben, wie Jesus es formuliert, dass wir für die Weisheit Zeugnis geben, und dass wir daran glauben, dass Jesus durch eine kleine Gruppe viele Menschen erreichen und positiv beeinflussen will, direkt oder indirekt. Wir müssen weiterhin an den Einfluss glauben, den unser Gebet und natürlich auch unser Leben auf die Gesellschaft hat. Eine kleine Gruppe zu sein, ist erst mal nichts Falsches. Es ist der Weg, auf dem Jesus die Welt erlöst hat, und auf dem er sie heute erlösen will.

 

Gebet:

Jesus, du hast immer durch wenige Menschen viel bewegt. Für dich müssen es keine Massen sein. Du kannst sehr effektiv sein durch kleine Gruppen. Hilf uns, fest an die Macht des Gebets und besonders der Fürbitte zu glauben. Schenke uns den Mut, dass wir auch als kleine Gruppe einen großen positiven Einfluss haben können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 







Roland Bohnen
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