Samstag, 19. September 2020

Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. (Mt 20,14)

 25 Sonntag im Jahreskreis

Evangelium                                                   Mt 20, 1–16

In jener Zeit
erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
1Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Gutsbesitzer,
der früh am Morgen hinausging,
um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.
2Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denár für den Tag
und schickte sie in seinen Weinberg.
3Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus
und sah andere auf dem Markt stehen,
die keine Arbeit hatten.
4Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Ich werde euch geben, was recht ist.
5Und sie gingen.
Um die sechste und um die neunte Stunde
ging der Gutsherr wieder hinaus
und machte es ebenso.
6Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging,
traf er wieder einige, die dort standen.
Er sagte zu ihnen:
Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig?
7Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben.
Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
8Als es nun Abend geworden war,
sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter:
Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus,
angefangen bei den Letzten,
bis hin zu den Ersten!
9Da kamen die Männer,
die er um die elfte Stunde angeworben hatte,
und jeder erhielt einen Denár.
10Als dann die Ersten kamen,
glaubten sie, mehr zu bekommen.
Aber auch sie erhielten einen Denár.
11Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn
12und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet
und du hast sie uns gleichgestellt.
Wir aber
haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.
13Da erwiderte er einem von ihnen:
Freund, dir geschieht kein Unrecht.
Hast du nicht einen Denár mit mir vereinbart?
14Nimm dein Geld und geh!
Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.
15Darf ich mit dem, was mir gehört,
nicht tun, was ich will?
Oder ist dein Auge böse,
weil ich gut bin?
16So werden die Letzten Erste sein
und die Ersten Letzte.

 

Tagesimpuls:

 

Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.  (Mt 20,14)

Wir sagen gerne: „Im Himmel wird es kein arm und reich mehr geben, da werden wir alle gleich sein." An anderer Stelle sagt Jesus, dass es Große und Kleine im Himmelreich geben wird (Mt 5,19), und sogar hier, im selben Evangelium, sagt er, dass es Erste und Letzte geben wird. Ich glaube, wir können das nicht verstehen, das übersteigt alles, was wir denken und uns vorstellen können. Ich vermute, dass beides richtig sein wird, wir werden alle gleich sein, und doch wird es Unterschiede geben, aber positive Unterschiede, wie z.B. Mann und Frau, Unterschiede, die nicht den anderen abwerten, sondern die mit unserer Identität zusammenhängen.

 

Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.

Man kann auch mit dem Wort spielen: Himmelreich! Himmel-reich ist der größte Reichtum, den man haben kann. Das ist unendlich reich. Bei unendlich gibt es keine Unterschiede. Unendlich minus eins oder unendlich minus zehn, das Ergebnis ist immer dasselbe. Es bleibt unendlich. Also ist im Himmelreich nicht einer weniger reich als der andere, sondern alle werden unendlich reich sein.

 

Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.

Von Heiligen hört man Visionen, die zeigen, dass es nicht selbstverständlich ist, ins Himmelreich zu kommen. Jesus hat es auch betont, denn er hat viel von der Hölle gesprochen, nicht  nur vom Himmel. Wir sollen den Opfertod und das Blut Jesu nicht als selbstverständlich ansehen. Es hat Jesus alles gekostet, uns die Tür zum Himmel zu öffnen. Wenn wir hier auf Erden so oft wie möglich den Leib und das Blut Jesu empfangen, dann werden wir ewig leben (vgl. Joh 6,50-58), dann sind wir auf dem richtigen Weg ins Himmelreich.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns den Weg zum Himmel geöffnet hast. Ich danke dir, dass wir dich empfangen können, denn du bist das Brot des Lebens. Durch die Eucharistie hast du uns den Weg gezeigt, wie wir schon hier mit dir verbunden sind und so das ewige Leben erlangen. Wir wollen uns nicht mit anderen vergleichen, nicht neidisch sein, sondern jedem gönnen, diesen unendlichen Reichtum des ewigen Lebens zu empfangen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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