Donnerstag, 15. April 2021

Er gibt den Geist unbegrenzt. (Joh 3,34)

02 Woche der Osterzeit       Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 3,31-36

Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen. 

Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. 

Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. 

Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. 

Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 

Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

 

 

Tagesimpuls:

 

Er gibt den Geist unbegrenzt.  (Joh 3,34)

 

Jesus fährt fort mit seiner Unterscheidung zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen. Er ist gekommen, um vom Himmel Zeugnis zu geben. Jesus leidet darunter, dass sein Zeugnis nicht angenommen wird. Die Menschen glauben ihm nicht. Aber wer ihm glaubt, wer sein Zeugnis annimmt, dem gibt er den Heiligen Geist unbegrenzt.

 

Er gibt den Geist unbegrenzt.

 

Unbegrenzt, das heißt, dass egal wie weit man im christlichen Leben fortgeschritten ist, es ist immer noch Luft nach oben, man kommt nie an ein Ende. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis. Wir haben leider oft ein anderes Bild von Vollkommenheit. Wir sehen es so, dass man einmal hundert Prozent erreicht, und dann ist man gut. Da tief im Inneren fast jeder von sich selber glauben möchte, dass er gut ist, sind wir dazu geneigt, uns selber einzureden, dass wir die hundert Prozent erreicht hätten. Wer gibt schon gerne zu, dass bei ihm noch etwas fehlen würde, vor allem, wenn man schon älter ist. Wenn ich nun einem „normalen" Gemeindemitglied sagen würde, dass er noch nicht die hundert Prozent dessen, was Gott ihm schenken möchte, erreicht hätte, dann nimmt er das nicht an, dann fühlt er sich angegriffen. Er sagt von sich, er sei ein guter Christ, und ihm würde nichts mehr daran fehlen, was zu einem guten Christen gehört. Wie kann man jemandem vermitteln, dass er noch sehr viel lernen und empfangen kann aus der unbegrenzten göttlichen Fülle, ohne dass er sich schlecht fühlt, weil er meint, ich würde ihm unterstellen, dass etwas mit seinem Christsein nicht in Ordnung wäre?

 

Er gibt den Geist unbegrenzt.

 

Paulus löst das Problem in seinen Briefen, indem er die Empfänger lobt, dann aber auch auf die möglichen Wachstumsschritte hinweist. Im Prinzip sagt er immer: „Ihr seid schon gut, aber bemüht euch, noch besser zu werden." Jesus sagt an anderer Stelle: „Wer hat, dem wird gegeben." Eine weitere Möglichkeit zeigt uns Jesus auf, wenn er sagt, wir sollen werden wie die Kinder. Kinder möchten lernen, sie möchten wachsen. Sie fühlen sich nicht unwohl, wenn man ihnen sagt, dass es noch sehr viel gibt, was sie noch nicht kennen. Letztlich geht es darum, dass wir Erwachsene, und vor allem wir Ältere, unseren Stolz ablegen müssen, um aus der unbegrenzten Fülle Gottes immer mehr zu empfangen, bis an unser Lebensende. Wer stehen bleibt, weil er meint, er hätte schon alles, schließt sich aus aus dem Reich Gottes. Ich möchte Kind bleiben und bis an mein Lebensende Neues lernen, Neues empfangen aus der unbegrenzten Fülle des göttlichen Geistes.

 

Gebet:

Jesus, bitte hilf uns, zu erkennen, wo der Stolz uns hindert, aus deiner göttlichen Fülle Neues zu empfangen. Wir widersagen jedem Stolz, und wir bitten dich, dass du uns als deine Kinder segnest. Dass du uns deinen Heiligen Geist in großer Fülle schenken mögest. Danke Jesus, dass deine Liebe unbegrenzt ist, und dass wir nie an ein Ende kommen werden damit, deine Liebe immer mehr und tiefer zu empfangen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 








Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019
pastorbohnen@me.com
www.kirche-selfkant.de