Dienstag, 16. Oktober 2018

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein. (Lk 11,41)

28 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,37-41

In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch. 

Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert. 

Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. 

Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? 

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

 

 

Tagesimpuls:

 

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein. (Lk 11,41)

 

Wenn unser Herz voller Liebe ist, dann ist für uns alles rein. Nichts soll den Fluss der Liebe in unserem Herzen behindern. Die Liebe wird gebremst durch die Sünden, wie z.B. Habgier oder Geiz, die unser Herz hart machen. Dann haben wir kein Mitleid mit den Armen, ihre Not berührt uns nicht. Wenn das so ist, dann nützen uns keine rituellen Vorschriften, um mit Gott ins reine zu kommen. Im Gegenteil, durch das Einhalten der rituellen Vorschriften wollen die Menschen den Anschein erwecken, dass sie richtig leben, obwohl sie ihr Leben ändern müssten. Diesen Anschein wollen sie vor den anderen, aber vor allem aber vor sich selbst erwecken. Mit anderen Worten: Sie machen sich selbst etwas vor.

 

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

 

Um das reine Herz zu bekommen, brauchen wir Gnade. Wenn ich erkannt habe, dass mein Herz noch lange nicht rein ist, dann muss ich mich an Jesus wenden. Dann brauche ich die Beichte, das Gebet, die Sakramente. Wenn das Empfangen der Sakramente mit einer echten Reue, einer echten Hingabe an Jesus verbunden ist, dann ist es mehr als nur ein religiöses Ritual. Ich suche dann die Beziehung zu Gott, damit er mich heilen kann, damit mein Herz weich wird, voller Mitleid und voller Liebe.

 

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

 

Das heutige Evangelium ist für uns eine Gewissenserforschung. Lebe ich mein religiöses Leben nur, um mir selber vorzuspiegeln, dass bei mir alles in Ordnung ist, in Wirklichkeit aber fehlt mir die Reue und die Umkehr? Oder suche ich bei Gott die Heilung meines Herzens, damit immer mehr Liebe in mir fließen kann, damit keine Sünde diese Liebe mehr behindern kann?

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du so sehr darauf achtest, dass unser Herz rein wird von allen Sünden. Du willst, dass wir Menschen in echter Liebe zueinander leben. Und du willst unser Herz frei machen, dass wir nicht in Geiz und Habsucht leben, dass keine Sünden uns in ihrem Bann gefangen halten. Jesus, befreie mich von allen Sünden durch dein kostbares Blut. Schenke mir ein reines Herz. Erfülle mein Herz mit Mitleid und Liebe zu den Armen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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