Dienstag, 18. Januar 2022

Der Sabbat ist für den Menschen da. (Mk 2,27)

02 Woche im Jahreskreis     Dienstag

EVANGELIUM

Mk 2, 23-28



23An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.
24Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.
25Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten -
26wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?
27Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.
28Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.


Tagesimpuls:

Der Sabbat ist für den Menschen da.  (Mk 2,27) 

Die Menschlichkeit ist das Ziel aller Wege Gottes. Es geht immer um Liebe und Menschlichkeit. Wir sollen zur vollen Menschlichkeit gelangen, dazu ist Jesus zu uns gekommen. Unser Menschsein wird durch die Sünde unterdrückt. Selbst die Tradition der von Gott eingegebenen Gebote im Volk Israel unterlag menschlichen Schwächen. Da wurde die ursprüngliche Intention Gottes verfremdet durch Einflüsse der Sünde. Das Böse kann sich überall einmischen, auch in ursprünglich göttliche Traditionen. Im Volk Israel hat es zu übertriebenen Engen geführt, unter denen die Menschen litten. 

Der Sabbat ist für den Menschen da.

Das Böse kann sich überall einmischen. Das führt zum Beispiel zum Übertreiben des Guten, zu einem Übereifer, mit dem man anderen Menschen zur Last fällt und niemandem mehr hilft. Das schadet dann immer der guten Sache, die gute Sache wird verrufen, und der Teufel hat sein Ziel erreicht. Da müssen wir Christen besonders aufpassen. Nicht nur die jüdische Tradition wurde vermischt mit unguten Einflüssen. Das kann auch bei uns geschehen. Dann meinen wir es zwar gut, aber wir merken nicht, wie der Teufel sein Spiel treibt. 

Der Sabbat ist für den Menschen da.

Es gibt aber auch das umgekehrte Beispiel. Unter dem Vorwand der Menschlichkeit wird jede Sünde gerechtfertigt. Man möchte z.B. den Ehebruch rechtfertigen, und die Kirche solle doch nicht so unmenschlich streng sein. Hier müssen wir aufpassen. Was dient wirklich der Liebe und der Menschlichkeit? Wird nicht Liebe und Menschlichkeit immer mehr zerstört durch die Sünde? Selbstverständlich muss man dann auch wieder liebevoll und menschlich mit dem Sünder umgehen. Aber wenn man die Sünde gutheißt, macht man alles nur noch schlimmer. 

Gebet: 
Jesus, es ist nicht immer einfach, zu erkennen, wo wir im Übereifer zu streng sind und der Menschlichkeit schaden. Auf der anderen Seite wollen wir aber auch nicht die Sünde gutheißen und damit noch fördern, was zu immer größerem Leid unter den Menschen führt. Hilf uns, zu erkennen, was der Liebe und der Menschlichkeit dient. Zeige uns, wo sich bei uns falsche Dinge einmischen, die nicht von dir sind. Hilf uns, so wie du, den Weg der Liebe zu finden und zu gehen. 


Pastor Roland Bohnen  
www.tagesimpuls.org 
 

Roland Bohnen
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