Freitag, 3. Juli 2020

Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! (Joh 20,27)

Heiliger Thomas    Fest

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 20,24-29

Thomas, genannt Didymus - Zwilling-, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 

Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. 

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! 

Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 

Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! 

Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!  (Joh 20,27)

 

Es ist wichtig, dass wir von Jesus keine Zeichen verlangen. Aber es ist wunderbar, dass Jesus den Suchenden und Zweifelnden Zeichen schenkt. Jesus offenbart sich dem Thomas in einer ganz besonderen und vor allem ganz persönlichen Weise. Ich kann mir vorstellen, dass Thomas im Laufe seines Lebens auch immer wieder „Durststrecken" des Glaubens erlebt hat. Aber dieses Erlebnis konnte ihm niemand mehr wegnehmen. Es wurde zu einer festen Grundlage seines Lebens.

 

Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

 

Zeichen sind daher Zeichen, weil sie etwas Besonderes sind. Die schwarzen Buchstaben sind daher Zeichen, weil der Hintergrund weiß ist. Wenn das ganze Blatt schwarz wäre, könnte man in den Buchstaben keine Zeichen mehr erkennen. Es liegt geradezu in der Natur der Zeichen, dass sie nicht allgegenwärtig und ständig da sind. Die Zeichen sind gerade deswegen wertvoll, weil sie nicht jeden Tag geschehen. Der Alltag ist sozusagen das weiße Papier, die Zeichen sind die Highlights, wie die Buchstaben auf dem Papier.

 

Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

 

Jesus hat natürlich Recht. Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben. Man soll immer an Jesus glauben, sein ganzes Leben lang, nicht nur an den besonderen Tagen, wo Jesus besondere Zeichen schenkt. Wenn wir einmal ein Zeichen von Jesus empfangen haben, dann trägt uns das durch den Alltag, durch die Durststrecken hindurch. Wir wissen: Er ist jetzt hier, auch wenn ich ihn nicht spüre. Auf diese Weise wächst unser Glaube und wird zu einem stabilen Fundament.

 

Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

 

Wir sollen uns durch dieses Evangelium ermutigen lassen und anderen Menschen Mut schenken. Wir sollen verkünden: Jesus schenkt Zeichen. Wer zweifelt und sucht, soll von uns diese frohe Botschaft hören. Und wir selber sollen zuversichtlich sein, genauso wie die Jünger, die den Thomas zum Gottesdienst eingeladen haben. Wenn wir unsere Freunde einladen, wird Jesus sich ihnen zeigen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du Zeichen schenkst. Ich verstehe, dass Zeichen nicht jeden Tag geschehen können. Ich bin dankbar für alle Offenbarungen, die du mir geschenkt hast, die jetzt das feste Fundament meines Glaubens sind. Ich bitte dich, dass wir deine Frohe Botschaft weitersagen, und dass viele Menschen deine Zeichen, deine Offenbarung empfangen auf Grund unserer Botschaft.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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