Montag, 21. Januar 2019

An jenem Tag werden sie fasten. (Mk 2,20)

02 Woche im Jahreskreis     Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 2,18-22

Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten? 

Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. 

Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. 

Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch größerer Riss. 

Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche. 

 

 

Tagesimpuls:

 

An jenem Tag werden sie fasten. (Mk 2,20)

 

Nicht nur die Jünger des Johannes, auch die Jünger Jesu fasten. Das Fasten ist in der Katholischen Kirche nicht mehr so eine strenge Vorschrift wie früher. In der frühen Zeit der Kirche wurde mehr gefastet. Mittwoch und Freitag waren damals die Fasttage. Wenn man mit Flüchtlingen aus fernen Ländern zusammentrifft, z.B. Ägypten, dann erfährt man, dass dort die Christen viel strenger fasten als wir. Gegenüber früheren Zeiten und gegenüber dem, was in anderen christlichen Kirchen üblich ist, fasten wir Katholiken heute wirklich wenig.

 

An jenem Tag werden sie fasten.

 

Aber auch wenn es bei uns keine strenge Vorschrift mehr ist, kann man doch sicher sagen: Gott belohnt das Fasten immer. Ich persönlich werde auf das Fasten gestoßen, um das Böse zu besiegen. Man kann bestimmte Einflüsse des Bösen nur durch das Fasten überwinden. Das bezieht sich auf uns selber und auf die Menschen, für die wir beten. Wenn wir also mit einem Problem konfrontiert sind, wo wir wirklich nicht weiterkommen, dann könnten wir dafür fasten. Wie gesagt, Gott belohnt es immer.

 

An jenem Tag werden sie fasten.

 

Beim Fasten ist es ähnlich wie beim Gebet: Es gibt das regelmäßige Fasten und das Fasten in besonderen Anliegen. Ich denke, wenn man auf die Kirchengeschichte schaut und auf die guten Erfahrungen von Christen weltweit, dann sollte man sich ein regelmäßiges Fasten z.B. einmal wöchentlich angewöhnen. Darüber hinaus kann es dann besondere Situationen und Anliegen geben, wo man dann besonders fastet. Wenn Jesus sagt, dass seine Jünger das tun, dann sollten wir uns davon nicht ausnehmen. In den Augen Jesu gehört es zum Jüngersein dazu. Also tun wir es auch, auch wenn es uns schwerfällt!

 

Gebet:

Jesus, ich tue mich ziemlich schwer mit den Fasten. Das tut mir leid. Immer wieder lasse ich mich verführen, doch wieder zu viel zu essen. Ich danke dir, dass du so klar zu uns sprichst. Du willst, dass wir auch hier in Deutschland mit dem Fasten beginnen. Du willst, dass wir das Böse überwinden. In der heiligen Schrift heißt es, dass wir das Fleisch kreuzigen sollen (Gal 5,24). Hilf uns, dass es uns gelingt, regelmäßig für dich zu fasten, damit wir das Böse überwinden und schwerwiegende Probleme mit deiner Gnade lösen können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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Samstag, 19. Januar 2019

Sie haben keinen Wein mehr. (Joh 2,3)

 02 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM

Joh 2, 1-11

 

In jener Zeit

1fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei.

2Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.

3Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.

4Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.

5Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!

6Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter.

7Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.

8Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm.

9Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen

10und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.

11So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

 

 

Tagesimpuls:

 

Sie haben keinen Wein mehr.  (Joh 2,3)

 

Dieses Wort können wir auf die Situation unserer Kirche anwenden. Uns ist scheinbar der Wein ausgegangen. Der Wein, das ist der Heilige Geist. Das ist das Wirken Gottes, das Übernatürliche. Der Heilige Geist ist die Überzeugungskraft Gottes, die in den Herzen der Menschen wirkt. Wer vom Heiligen Geist begeistert wird, der ist motiviert, der engagiert sich für die Kirche, und dafür, dass der Glaube weiter gegeben wird an die nächste Generation.

 

Sie haben keinen Wein mehr.

 

Vor kurzem lernte ich einen jungen Mann kennen, ich weiß nicht sein Alter, sicher unter 30, der erzählte von der christlichen Jugendarbeit. Er hatte mit einem Feriencamp für Teenager begonnen. Daraus hat sich dann eine Jüngerschaftsgruppe für junge Männer entwickelt, also eine Gruppe, in der man lernt, als Christ zu leben. Die Gruppe wuchs und teilte sich. Inzwischen nach vier Jahren gibt es schon siebzehn solcher Gruppen mit jungen Männern. Dort scheint der Wein nicht ausgegangen zu sein. Dort wirkt der Heilige Geist. Dort wird der Beweis geliefert, dass es nicht an den Jugendlichen liegt, nicht an der Gesellschaft, sondern an uns, ob wir als Christen lebendig sind oder nicht.

 

Sie haben keinen Wein mehr.

 

Aber was macht man, wenn der Wein ausgegangen ist, wenn man nur noch Wasser hat? In unserem Evangelium wird uns ein Tipp gegeben: Man soll auf Maria hören. Und Maria sagt, wir sollen auf Jesus hören. Und wir sollen das Wasser bringen, was wir haben. In diesem Zusammenhang muss ich immer wieder an Fatima denken. Maria gibt uns konkrete Hinweise, was wir in unserer heutigen Situation tun sollen. Wir sollen täglich den Rosenkranz beten, unsere Leiden (das Wasser unserer Tränen) aufopfern, und am ersten Samstag im Monat beichten. (Ich fasse das hier nur ganz knapp zusammen.) Und meine Frage ist: Könnten wir das nicht erst mal tun, bevor wir uns über die schwierige Situation unserer Kirche beklagen?

 

Sie haben keinen Wein mehr.

 

Stattdessen klagen viele über Missstände in der Kirche, und damit meinen sie vor allem, dass die anderen etwas ändern müssten, nur nicht sie selber. Aber wenn jeder nur auf die anderen schimpft und kluge Ratschläge hat, was die anderen machen müssten, wie weit kommen wir dann in unserer Kirche? Dann wird sich gewiss nichts ändern. Ändern wird es sich erst dann, wenn wir die Ratschläge Jesu und Marias befolgen. Und das geht im Wesentlichen, wenn wir eine betende Kirche werden, eine Kirche, die das Angesicht Gottes wirklich sucht, die den Heiligen Geist anruft und erbittet. Wenn Gott uns den Wein des Heiligen Geistes schenkt, dann wird es mit der Kirche bergauf gehen. Und das Gute ist, das kann schon ab sofort passieren.

 

Gebet:

Jesus, wir brauchen dringend den Heiligen Geist, diese Begeisterung für dich, die Freude am Glauben, den neuen Schwung, die neue Lebendigkeit. Danke für die Ratschläge, die du uns durch Maria geschenkt hast. Hilf uns, dass wir unseren Teil tun, unser Wasser bringen, damit du es in Wein verwandeln kannst. Hilf uns, die Schritte zu gehen, die wir gehen können, damit wir uns für den Heiligen Geist öffnen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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