Dienstag, 22. Januar 2019

Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. (Mk 2,24)

02 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 2,23-28

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. 

Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. 

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - 

wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? 

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. 

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

 

 

Tagesimpuls:

 

Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.  (Mk 2,24)

 

Ich möchte das Evangelium nicht theologisch interpretieren. Ich möchte einfach Gedanken mitteilen, die mir dazu kommen, ohne den Anspruch, dass dies die theologisch korrekte Interpretation dieses Evangeliums sei. Ich sehe, dass Jesus gegen den Strom schwimmt. In jeder Gesellschaft gibt es eine Kultur, und diese Kultur fördert nicht immer den Willen Gottes. In unserer Kultur gibt es den Satz: „Das tut man nicht." Der trifft wohl am meisten die Redeweise der Pharisäer – „das ist doch verboten". Ich zitiere gern einen Ausspruch, der mir erzählt worden ist aus einem Gespräch zwischen zwei Personen. Es ging über eine neue Gottesdienstform, in der viele Menschen lebendige Erfahrungen mit Gott machen. Und da sagte die eine Person zur anderen: „Gehst du da hin?" Der Unterton war skeptisch, im Sinne von: „Gehst du etwa da hin?" Und ich musste an die Juden zur Zeit Jesu denken. Da hat bestimmt auch manch einer gefragt: „Gehst du da hin, zu diesem Jesus?" Und man kann den Satz in Gedanken fortsetzen: „Da geht doch keiner hin, da kann man doch nicht hingehen."

 

Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

 

Ja, die Kultur sagt uns manchmal, dass etwas ein „No-Go" sei, das man das einfach nicht macht. Aber das ist nicht immer der Wille Gottes. Gott will, dass wir Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen. „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom", sagt ein Sprichwort. Ich habe es jetzt so erlebt mit dem Fasten. Normalerweise versuche ich immer, es zu verbergen, dass keiner es mitbekommt. Es gehört ja nicht mehr zu unserer katholischen Kultur, kaum einer macht das. Aber warum kann ich nicht sagen: „Ich faste für ein bestimmtes Anliegen." Vielleicht macht es andere sogar neugierig, und wir kommen in ein Gespräch über den Sinn des Fastens. Warum – frage ich mich selber – können wir nicht selbstbewusst zu den Dingen stehen, die unseren Glauben an Jesus charakterisieren, auch wenn es gegen den Mainstream ist? Vielleicht müssen wir Christen, wie in der Diaspora, in kleinen Gruppen eine Gegenkultur aufbauen. Mit „gegen" meine ich nicht, dass wir uns gegen die Gesellschaft stellen. Wir wollen der Gesellschaft dienen. Aber wir schwimmen gegen den Strom. Genau damit dienen wir der Gesellschaft, indem wir die Kultur in unserer Gesellschaft prägen, statt uns von ihr prägen zu lassen.

 

 

Gebet:

Jesus, du hast dich nicht an Traditionen gehalten, nur „weil man das nicht tut", weil es verboten ist. Du hast den Willen Gottes gesucht und an die erste Stelle gesetzt. Ganz sicher rufst du uns nicht zu Revolutionen auf. Aber wir sollen uns auch nicht an alles anpassen, nur weil es so üblich ist. Hilf uns, gegen den Strom zu schwimmen, hilf uns deinen Willen in unserer Gesellschaft zu leben, damit wir wirklich der Sauerteig sind, der wir sein sollen, und damit die Gesellschaft von uns Christen geprägt wird.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. Gott, du hast uns Deine Liebe in Jesus geschenkt.

    Damit ich nun diese - DEINE LIEBE genießen kann, dafür sagst DU mir, "halte den Sabbat - deshalb ist der Menschensohn Herr über den Sabbat"

    Jesus, lass mich daher bitte am Sabbat ( was ja der Sonntag ist ) ganz in DIR sein, mit deinen Augen sehen , mit deinen Ohren hören , in deinem Atem atmen und in deiner Liebe sein... nur dann kann ich Ruhe finden - in DIR, ...und den Sabbat genießen - und alles was DU mir schenkst.

    Amen

    AntwortenLöschen