Mittwoch, 31. Oktober 2018

Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen! (Lk 13,24)

30 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 13,22-30

In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. 

Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: 

Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. 

Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. 

Dann werdet ihr sagen: Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Straßen gelehrt. 

Er aber wird erwidern: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan! 

Da werdet ihr heulen und mit den Zähnen knirschen, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid. 

Und man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. 

Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.

 

 

Tagesimpuls:

 

Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen!  (Lk 13,24)

 

Das Reich Gottes ist etwas Innerliches. Man kann zur Kirche gehen, aber trotzdem draußen sein. Es ist vielleicht wie bei dem Beispiel mit dem Fußballspiel. Man kann auf der Tribüne oder am Fernseher zuschauen, oder man spielt mit. Natürlich hängt es auch sehr stark davon ab, dass ich im richtigen Moment am richtigen Platz bin. Und in der Kirche zu sein, das ist sicher recht häufig der richtige Platz für einen Menschen, der im Reich Gottes drin ist. Aber wie gesagt, es ist nicht nur das Äußerliche. Am wichtigsten ist, ob man innerlich drin ist.

 

Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen!

 

Worin besteht das Bemühen? Ich meine, es kommt darauf an, sich immer wieder zu fokussieren, immer wieder die Beziehung zu Jesus suchen, sich immer wieder in die Gegenwart Gottes versetzen. Wir müssen alle unsere Anstrengungen darauf konzentrieren, dass wir in Gemeinschaft mit Jesus sind. Das heißt auch, dass wir uns nicht von der Sklaverei der Sünde beherrschen lassen, denn im Wesentlichen besteht die Sünde immer darin, dass sie uns von Gott ablenken will. Natürlich schadet die Sünde auch, sie schadet mir und anderen Menschen, sie zerstört auf die Dauer den Menschen. Aber noch schlimmer ist, dass sie uns von Gott und vom Reich Gottes fernhält.

 

Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen!

 

Es kommt also auf die innerliche Haltung an. Suche ich immer wieder die Gemeinschaft mit Jesus? Lassen wir uns nicht ablenken von den Versuchungen, auch nicht von den Sorgen! Ideal wäre, wenn wir ständig im innerlichen Gebet wären, auch bei der Arbeit. Alles mit Jesus tun! Nichts ohne ihn tun! Das muss unsere Anstrengung sein. Und dann sind wir viel im Reich Gottes, dann stehen wir nicht mehr draußen. Oder, um noch mal auf das Bild zu kommen, dann sitzen wir nicht mehr am Fernseher, sondern wir spielen mit.

 

Jesus, ich will in dir sein, im Reich Gottes. Ich will nicht draußen stehen. Aber ich stehe noch viel zu oft draußen. Immer noch beherrscht die Sünde streckenweise mein Leben. Hilf mir, auch in den Versuchungen, den Weg zu dir zu suchen! Hilf mir, heute so viel wie möglich im Reich Gottes zu leben und nicht außen vor zu sein. Und bitte öffne mir immer wieder die Tür, dass ich immer wieder eintreten kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Roland Bohnen
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Dienstag, 30. Oktober 2018

Es wuchs und wurde zu einem Baum. (Lk 13,19)

30 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 13,18-21

In jener Zeit sprach Jesus: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen? 

Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen. 

Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? 

Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

 

 

Tagesimpuls:

 

Es wuchs und wurde zu einem Baum. (Lk 13,19)

 

Mit diesen Worten macht Jesus uns Hoffnung. Das Reich Gottes wächst. Wir sehen, wie das Böse wächst in unserer Gesellschaft. Die Menschen werden immer egoistischer, kehren sich immer mehr von Gott ab, das Klima wird immer kühler. Das erleben Menschen an den Arbeitsplätzen, Lehrer in den Schulen, man erlebt es in allen Lebensbereichen. Aber Jesus macht uns Hoffnung. Mag das Reich Gottes auch noch so klein erscheinen, es wächst.

 

Es wuchs und wurde zu einem Baum.

 

Wenn wir auf die Geschichte schauen, dann sehen wir eine große Prägekraft des christlichen Glaubens. Natürlich hat es noch nie das Paradies auf Erden gegeben, natürlich gab es immer auch die Sünde, aber trotzdem kann man geschichtlich feststellen, dass es große Errungenschaften des Christentums gibt. Der christliche Glaube hat die Kraft, nicht nur das Leben von einzelnen Menschen, sondern auch von ganzen Gesellschaften zu prägen. Wenn man nur die großen Gebäude von Kirchen und Klöstern betrachtet, dann erkennt man schon, der Glaube hat viele Menschen geprägt, ihnen Sinn und Orientierung gegeben und in die Gesellschaft hineingewirkt.

 

Es wuchs und wurde zu einem Baum.

 

Wenn wir heute auch nicht den Eindruck haben, dass wir Christen die Gesellschaft noch einmal prägen können, wir sollen doch die Hoffnung nicht aufgeben. Wir sollen daran glauben, dass Europa gerettet werden kann. Wir sollen daran glauben, dass das Reich Gottes wächst, auch wenn wir es nicht immer sehen. Dann, wenn der Glaube in mir nicht auf dem absterbenden Ast ist, wenn er in mir wächst, dann wächst er damit auch in der Gesellschaft. Solange in mir Hoffnung ist, solange gibt es diese Hoffnung auch für und alle. Es kommt also darauf an: Wächst das Reich Gottes in mir, oder geht es in mir zurück? Das ist die entscheidende Frage, auch für die Zukunft unserer Gesellschaft.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns sehr viel Hoffnung schenkst. Bitte verzeih mir, wenn dein Reich in mir zurückgegangen ist durch meine Sünden. Lass es in mir wachsen. Und schenke uns eine große Hoffnung für unserer Gesellschaft, dass wir die Menschen zum Guten prägen können, dass dein Geist uns als Gesellschaft zu immer mehr Liebe führt, und dass wir Kälte und Egoismus immer mehr überwinden können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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Montag, 29. Oktober 2018

Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde. (Lk 13,11)

30 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 13,10-17

In jener Zeit lehrte Jesus am Sabbat in einer Synagoge. 

Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde; ihr Rücken war verkrümmt, und sie konnte nicht mehr aufrecht gehen. 

Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sagte: Frau, du bist von deinem Leiden erlöst. 

Und er legte ihr die Hände auf. Im gleichen Augenblick richtete sie sich auf und pries Gott. 

Der Synagogenvorsteher aber war empört darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, und sagte zu den Leuten: Sechs Tage sind zum Arbeiten da. Kommt also an diesen Tagen und lasst euch heilen, nicht am Sabbat! 

Der Herr erwiderte ihm: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? 

Diese Tochter Abrahams aber, die der Satan schon seit achtzehn Jahren gefesselt hielt, sollte am Sabbat nicht davon befreit werden dürfen? 

Durch diese Worte wurden alle seine Gegner beschämt; das ganze Volk aber freute sich über all die großen Taten, die er vollbrachte.

 

 

Tagesimpuls:

 

Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde. (Lk 13,11) 

 

Ein Dämon kann eine körperliche Krankheit verursachen, wie wir in diesem Evangelium klar sehen. Die Frau hat einen gekrümmten Rücken, und die Ursache ist ein Dämon. Indem Jesus sie davon befreit, wird sie auch gesund.

 

Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde.

 

Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass wir bei Krankheit auch beten müssen, denn wir wissen ja nicht, ob dämonische Mächte im Spiel sind. Wir können aber vermuten, dass es häufig vorkommt, dass hinter Krankheiten geistliche Ursachen stecken, und daher ist das Gebet eigentlich immer geboten.

 

Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde.

 

Obwohl die Frau schon seit achtzehn Jahren krank ist und von daher auch noch einen Tag länger hätte warten können, ist es für Jesus dringlich. Für ihn duldet es keinen Aufschub. Bei uns dagegen ist das Problem, dass das Gebet oft viel zu lange hinausgezögert wird. Wenn jemand z.B. einen Priester rufen will, dann wird geantwortet: „Nein, so schlimm ist es noch nicht." Aus der Sicht Jesu muss man nicht so lange warten mit dem Gebet. Warum soll man das Leiden unnötig hinauszögern, wenn es in Jesus Hilfe und Heilung gibt? Das Gebet zu Jesus müsste bei jeder Krankheit als erstes stehen, noch vor dem Arzt.

 

Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde.

 

Auch wenn eine Krankheit keine spirituellen Ursachen hat, ist es gut zu beten. Wir können immer Heilungsgebete machen. Und wir können Befreiungsgebete auch bedingungsweise machen. Auf jeden Fall stellen wir uns durch das Gebet wieder stärker unter den Schutz Gottes, und das können wir immer gebrauchen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns aufklärst über die geistlichen Hintergründe, die wir oft nicht sehen. Wir brauchen dafür Offenbarung, und du gibst sie uns. Herr, ich will noch mehr versuchen, alles dir zu bringen, alles dir abzugeben, immer zu beten, besonders dann, wenn mir Krankheit begegnet.

 

Pastor Roland Bohnen 

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