Freitag, 19. Oktober 2018

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. (Lk 12,1)

28 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,1-7

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. 

Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. 

Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden. 

Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. 

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten. 

Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen. 

Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

 

 

Tagesimpuls:

 

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab.  (Lk 12,1)

 

Tausende Menschen in so einem kleinen Land wie Israel, und dann bei der damaligen Bevölkerungsdichte, das ist schon sehr viel. Wir würden jetzt vielleicht denken: „Das ist endlich der Durchbruch, auf den Jesus so lange gewartet hatte. Jetzt ist es so weit. Das Reich Gottes wird angenommen von den Menschen!" Aber der Bibeltext geht in eine ganz andere Richtung. Schon der Hinweis auf das gefährliche Gedränge lässt ahnen, dass es gar nicht so gut ist, was hier geschieht. Die große Zahl muss also nicht ein Zeichen dafür sein, dass die Dinge gut laufen. Wir dürfen nicht immer auf die Zahlen schauen. Das ist für uns nicht leicht, denn bei kleinen Zahlen, bei geringer Beteiligung, haben wir immer den Eindruck, dass unsere Bemühungen erfolglos wären.

 

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab.

 

Jesus wendet sich zuerst an seine Jünger. In Zeiten, wo es noch keine Lautsprecher und kein Radio und Fernsehen gab, hat das auch einen praktischen Sinn. Jesus braucht die Multiplikatoren. Man kann nicht zu Tausenden sprechen so, dass sie ihn alle verstehen. Aber dahinter steckt mehr als nur die praktische Frage. Jesus stärkt die Kleingruppe. Diese Jünger sollen der Sauerteig sein für die große Gesellschaft. Die große Masse nützt Jesus nichts, solange er nicht eine gut ausgebildete Mannschaft – besser Jüngerschaft – hat, die Menschen auffangen kann, die sich ihm anschließen. In einem Bild gesagt: Wenn Tausende von Menschen auf hoher See ertrinken, dann brauche ich Rettungsboote mit gut ausgebildeten Matrosen, die diese Menschen aufnehmen können. Und das sind die Jüngerschaftsgruppen, das sind die kleinen Zellen in der Kirche, in denen sich Menschen um das Wort Gottes versammeln und miteinander Jesus in die Mitte stellen.

 

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab.

 

Die Gegenseite macht es genauso. Da gibt es auch „Elitegruppen" wie die Pharisäer, die versuchen Sauerteig zu sein, die Gesellschaft zu beeinflussen und zu prägen. Wir Christen sind der christliche Sauerteig, wir wollen das Gute in die Gesellschaft bringen. Es beginnt immer mit der kleinen Gruppe von Jüngern. Wenn die gut auf dem Weg ist, dann können wir die ganze Gesellschaft zum Guten beeinflussen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für diese Lehre. Es ist gut, dass so viele Menschen zu dir gekommen sind. Aber trotzdem lenkst du unser Augenmerk auf die Kleingruppe, auf deine Jünger, an die du dich zuerst wendest. Hier beginnt das christliche Leben. Und wenn es hier nicht stark ist, dann lässt es sich von den Strömungen der Gesellschaft (dem Sauerteig der Pharisäer) wegreißen. Daher willst du die Jüngergruppen stärken. Schenke uns in unserer Kirche viele solcher Jüngergruppen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

1 Kommentar:

  1. ....es steht geschrieben:"In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab".

    Jesus,wo ein Gedränge ist.. dort ist auch immer "Gefahr" . Doch wenn ich etwas im Gedränge "verbergen will" so wird es doch "einst - wenn ich vor dem Ewigen Richter stehe, aufgedeckt - offenbar werden".

    Jesus, du sprichst mir die Warnung zu..." Fürchtet euch vor dem,der nicht nur töten kann, sondern..."
    Jesus,Im "Gedränge" kann auch GEFAHR lauern, bitte schenke mir einen guten Geist.

    Jesus ich bitte um die Gnade der Beharrlichkeit im Glauben, damit ich mich bemühe, DIR in Ehrlichkeit und Treue zu begegnen. Amen

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