Samstag, 13. April 2019

Ihr werdet dort einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her... Der Herr braucht ihn. (Lk 19,30f)

Palmsonntag

 

EVANGELIUM

Lk 19, 28-40

 

In jener Zeit

28ging Jesus nach Jerusalem hinauf.

29Als er in die Nähe von Betfage und Betanien kam, an den Berg, der Ölberg heißt, schickte er zwei seiner Jünger voraus

30und sagte: Geht in das Dorf, das vor uns liegt. Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr dort einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her!

31Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr ihn los?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn.

32Die beiden machten sich auf den Weg und fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte.

33Als sie den jungen Esel losbanden, sagten die Leute, denen er gehörte: Warum bindet ihr den Esel los?

34Sie antworteten: Der Herr braucht ihn.

35Dann führten sie ihn zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier und halfen Jesus hinauf.

36Während er dahinritt, breiteten die Jünger ihre Kleider auf der Straße aus.

37Als er an die Stelle kam, wo der Weg vom Ölberg hinabführt, begannen alle Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben wegen all der Wundertaten, die sie erlebt hatten.

38Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!

39Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, bring deine Jünger zum Schweigen!

40Er erwiderte: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ihr werdet dort einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her... Der Herr braucht ihn.  (Lk 19,30f)

 

Vor kurzem habe ich eine interessante Deutung dazu gehört. Es geht hier nicht um Korrektheit im Sinne einer Erklärung, was der Evangelist genau gemeint hat, sondern um eine Inspiration, wie der Heilige Geist einen Menschen anspricht, der dieses Evangelium hört. Der Heilige Franziskus nannte unseren Leib den „Bruder Esel". Bei dem Stichwort „Esel" könnte man auch an manche unserer Talente denken, und wenn auf dem Esel noch nie jemand gesessen hat, dann sind es vielleicht verborgene Talente, verborgene Fähigkeiten, die noch in uns stecken, die wir aber noch nie gebraucht haben. Und nun heißt es, wir sollen den Esel losbinden, also befreien, denn der Herr braucht ihn.

 

Ihr werdet dort einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her... Der Herr braucht ihn.

 

Ich glaube tatsächlich, dass es von großer Wichtigkeit ist für uns persönlich und für das Reich Gottes, wenn wir in die Fülle dessen hineinwachsen, was der Herr in uns hineingelegt hat. Und vielleicht sind da in uns auch noch Talente, die losgebunden, die befreit werden müssen, damit wir sie dem Herrn zur Verfügung stellen. So oft wird negativ gesprochen über die Kirche, so viel Pessimismus wird verbreitet. So viele Christen klagen darüber, dass sie keine Lösungen sehen. Ich glaube, dass die Lösungen genau hier zu finden sind. Wenn jeder Christ in die Fülle seiner Berufung hineinwachsen wird, dann wird er lebendig, dann wird er selber erfüllt und glücklich leben, und dann wird er am meisten für die Entwicklung des Reiches Gottes tun können. Ich sage mir als Priester: „Lebe du voll und ganz deine Berufung, dann wird das Reich Gottes wachsen!" Ich muss also keine Pläne schmieden, keine Probleme lösen, vor allem muss ich mich nicht immer auf das Negative konzentrieren, ich muss einfach dem trauen, was Gott mir geschenkt hat. Ich muss darauf vertrauen, dass ich genau richtig so bin, wie ich bin, mit meinen Talenten und Fähigkeiten. Ich muss meinen Esel losbinden, da wo er noch festgebunden ist, dann wirke ich am besten für Gottes Reich.

 

Gebet:

Jesus, zeige uns, wo wir noch festgebunden sind, wo wir unsere Talente noch nicht nutzen, weil wir vielleicht Angst haben und eingeschüchtert sind. Weil wir uns nicht trauen, uns einzubringen, weil wir meinen, wir wären Außenseiter und uns würde man nicht respektieren. Hilf uns, voll und ganz in unserer Berufung zu leben und alles zu überwinden, was uns noch unfrei macht und hemmt.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus ich möchte nicht nur die "festliche Zeit" mit DIR erleben, sondern ich bitte um die Gnade, DICH auch in Zeiten der "Erniedrigung und Verfolgung" spüren zu dürfen. Amen

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