Montag, 3. Dezember 2018

Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. (Mt 8,8)

01 Woche im Advent           Montag          

 

EVANGELIUM                                                                                                     Mt 8, 5-11

 

5Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn:

6Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.

7Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.

8Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.

9Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.

10Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.

11Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen;

 

 

Tagesimpuls:

 

Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. (Mt 8,8)

 

Wir Katholiken kennen diesen Vers sehr gut aus der Heiligen Messe. Er wird dort in leicht abgewandelter Form gebetet: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund." Dies wird unmittelbar vor dem Empfang der Kommunion gebetet. Es drückt die Demut der Gläubigen aus, mit der sie den Leib Christi empfangen wollen. Wir nehmen uns nicht einfach etwas, worauf wir ein Recht hätten (oder noch schlimmer: was wir etwa verdient hätten), sondern wir sind uns des besonderen Geschenks seiner Gnade bewusst.

 

Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.

 

Aber wenn man diese Gebete so oft betet, können sie auch ihre Wirkung verlieren und oberflächlich werden. Das Bußgebet, das dazu dienen sollte, dass ich innerlich mit Gott im Reinen bin, dass ich um Verzeihung bitte für meine Sünden, und dass ich nicht selbstverständlich dieses große Geschenk seiner Gnade empfange, kann zur Routine werden, und dann ist es kein Bußgebet mehr, sondern es wird einfach nur aufgesagt, ohne dass man den Sinn bedenkt.

 

Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.

 

Nach der katholischen Lehre müssen die Christen regelmäßig das Sakrament der Versöhnung empfangen, die Beichte. Dies soll der Oberflächlichkeit vorbeugen. Und die Beichte wird immer im Zusammenhang mit dem Kommunionempfang gesehen. In vielen Ländern der Welt, z.B. in Polen, wird dieser Zusammenhang noch gesehen und beachtet, in Deutschland leider nicht mehr. Richtig wäre, dass man nur dann zur Kommunion geht, wenn man auch regelmäßig beichtet. Durch die regelmäßige Beichte beugt man der Oberflächlichkeit vor, man korrigiert immer wieder seinen Weg, man bleibt sich dessen bewusst, dass man ein sündiger Mensch ist, man bewahrt sich vor der Haltung des Pharisäers, der sich selber einredet, er sei ein guter Christ und seine Sünden übersieht. Ich bin davon überzeugt, wer regelmäßig beichtet (und damit meine ich nicht ein oberflächliches routinemäßiges Beichten, sondern ein ehrliches), der wird das Bußgebet vor der Kommunion, das „Herr ich bin nicht würdig", auch mit ganzem Herzen beten, und für den ist die Kommunion auch immer dieses ganz besondere Geschenk der Gnade, dass man nur mit demütigem Herzen empfangen kann.

 

Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.

 

Im ursprünglichen biblischen Kontext geht es um Heilung. Und darum geht es bei der Kommunion auch. Und Heilung setzt eben die Demut voraus, das empfangende Herz. Und sie setzt ebenfalls voraus, dass ich bereit bin, meine Schuld zu bekennen und umzukehren.

 

Gebet:

Jesus, durch dieses Evangelium hast du mich an die Heilige Messe und besonders an den Empfang der heiligen Kommunion erinnert. Danke, dass wir dies als dein allergrößtes Geschenk empfangen dürfen. Ich bin traurig darüber, dass in Deutschland die meisten Katholiken nicht mehr beichten. Ich bin traurig darüber, dass in den Eucharistiefeiern die daraus folgende Oberflächlichkeit spürbar ist, auch wenn viele Katholiken mit sehr viel guten Willen bemüht sind, dir zu folgen. Hilf uns, dass wir das Sakrament der Buße wieder erneuern in unserer Kirche. Schenke uns Katholiken wieder die Gnade der Reue und der Sündenerkenntnis. Schenke uns die Gnade, dass die Menschen das Bedürfnis nach der Beichte spüren, und dass dadurch unsere Gottesdienste und besonders der Empfang der Kommunion wieder etwas Heiliges werden, dass dadurch deine Gegenwart in unseren Gottesdiensten viel stärker spürbar wird.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

  

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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