Dienstag, 26. September 2017

Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln. (Lk 8,21)

25 Woche im Jahreskreis – Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 8,19-21.

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen.
Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.
Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

 

Tagesimpuls:

 

Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.  (Lk 8,21)

 

Das Wort Gottes hören und danach handeln! Dann sind wir Jesu Mutter und seine Brüder. Brüder, damit können wir schnell etwas anfangen. Das ist gut. Wir gehören zur Familie Jesu. Gott ist unser aller Vater. Alle Menschen sind Gottes Kinder. Alle Menschen sollen untereinander Geschwister sein, einander lieben. Das ist der große Traum des Vaters, dass die Menschheit in Frieden und Liebe miteinander lebt, als Geschwister untereinander, und ihn als ihren Vater anerkennt. Es ist ein schönes Gefühl, mit Jesus als Bruder durch das Leben zu gehen, an seiner Hand, immer wieder zu ihm zu blicken, bei allem, was wir tun, auf sein Wort zu hören, sich von ihm leiten zu lassen.

 

Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

 

Aber Mutter Jesu zu sein? Können wir damit etwas anfangen? Das Wort in uns aufnehmen wie ein Samenkorn, so dass es in uns wachsen kann. Dann werden wir Mutter Jesu, das Wort wird in uns fruchtbar. So wie Maria Jesus in die Welt gebracht hat, so bringen wir Jesus in die Welt. Maria hat Gott ihre menschliche Natur geschenkt, damit Gott Mensch werden konnte. Heute schenken wir Gott unser Fleisch, unsere Natur, damit Gott durch uns Mensch werden kann, damit Christus in der Welt leben kann, damit Christus in der Welt sichtbar werden kann und die Menschen ihn erkennen können. Christus braucht auch heute in der Welt eine Mutter, und wir dürfen dies werden, damit er an allen Orten Fleisch werden kann durch uns. So wird die Kirche sichtbar, erfahrbar, und in ihr Jesus selber. An einer Stelle heißt es: „Er schickte sie an alle Orte, wohin er selbst gehen wollte." (Lk 10,1) Wohin wir gehen, dorthin bringen wir Christus. In diesem Sinne können wir Mutter Jesu werden.

 

Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

 

Um Jesu Mutter und Bruder zu werden, müssen wir das Wort Gottes hören und danach handeln. Gehört haben wir es jetzt schon, nun folgt das Handeln. Ich nehme mir vor, mich heute an dieses Wort immer wieder zu erinnern. Konkret will ich dies ganz sicher vor dem Mittagessen tun, und auf jeden Fall auch heute Abend, wenn ich die Vesper bete. Und zwischendurch immer dann, wenn es mir einfällt. Ich vertraue darauf, dass das Wort mir helfen wird, heute als Bruder und Mutter Jesu zu leben.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir dein Wort leben dürfen. Dein Wort bewirkt die Geschwisterlichkeit unter uns, unter der Menschheit. Zugleich bewirkt dein Wort, dass wir für dich Mutter werden, dass wir dir Leben geben, so dass du an allen Orten präsent wirst. Jesus, werde stark in mir und in meiner Umgebung, vor allem dann, wenn wir gemeinsam dein Wort leben.

 

 

Pastor Roland Bohnen