Dienstag, 24. April 2018

Meine Schafe hören auf meine Stimme. (Joh 10,27)

04 Woche der Osterzeit       Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 10,22-30.

In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter,
und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab.
Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen!
Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab;
ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.
Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.

 

Tagesimpuls:

 

Meine Schafe hören auf meine Stimme.  (Joh 10,27)

 

Ja, wir hören die Stimme des Herrn. Wir hören sie äußerlich und innerlich. Äußerlich durch das Wort Gottes, wie es in der Kirche verstanden wird. Innerlich in unserem Gewissen, in unterschiedlichen Intensitäten. Mitunter wird bezeugt, dass Menschen eine echte Stimme gehört haben, häufiger ist es, dass man eine innere Stimme hört, die unterschiedlich intensiv ausgeprägt sein kann. Viele Menschen erleben dazu Zeichen an ihrem Körper, die Hinweise sind auf diese Stimme. Bei mir z.B. kommen dann oft Tränen, andere bekommen eine Gänsehaut, aber es kann auch ein Zucken oder sonst ein Phänomen sein, was den Betreffenden zeigt: Hier ist sie wieder, die Stimme des Herrn.

 

Meine Schafe hören auf meine Stimme.

 

Wenn das Zeugnis der Bibel und der Kirche und meine innere Stimme übereinstimmt, dann kann ich ganz sicher sein, dass der Herr zu mir spricht. Das ist analog zum natürlichen Erkennen. Auch im natürlichen haben wir eine Übereinstimmung von Innerem und Äußerem. Wenn wir äußerlich etwas wahrnehmen, was wir innerlich nicht erklären können, dann gehen wir zunächst davon aus, dass etwas nicht stimmt. Wenn aber unsere Wahrnehmung mit dem übereinstimmt, was wir erklären können, dann glauben wir, dass wir es richtig erkannt haben – also eine Übereinstimmung von äußerer und innerer Wahrnehmung. Und ähnlich ist es auch im Geistlichen. Unser innerer Impuls muss mit der Bibel und der Lehre der Kirche übereinstimmen, dann ist es die Stimme des Herrn.

 

Meine Schafe hören auf meine Stimme.

 

Je mehr wir in der Bibel lesen, umso mehr werden wir gefestigt in der Erkenntnis Christi. Wir lernen immer besser seine Stimme kennen und auf seine Stimme hören. Daher ist das Bibellesen und Betrachten der Bibel so wichtig. Wir wollen ja am besten den ganzen Tag aus der Stimme des Herrn leben. Eine große Hilfe dabei ist es, wenn wir das Bibelwort, das wir am Morgen gelesen haben, den ganzen Tag über präsent haben. Mir gelingt das nicht immer, aber ich will es jeden Tag neu versuchen. Als Hilfe kann man sich das Wort auch irgendwo aufschreiben, wo man es immer wieder sieht. Das äußere Lesen führt dann zum inneren Angesprochen-Werden.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für dein Wort und für deine Stimme. Ich danke dir, dass ich inzwischen wirklich bezeugen kann, dass du zu mir sprichst. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo ich mir das gewünscht habe, aber wo mir noch die Erfahrung damit fehlte. Danke, dass es heute so geworden ist. Ich kann dein Wort aus der Bibel verstehen, aber du sprichst mich innerlich an und lässt es in mein Herz fallen. Heute wünsche ich mir, dass es noch öfter am Tag geschieht, dass ich mich noch mehr während des Tages von dir ansprechen lasse.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019








This email was sent to tagesimpuls.morgentau127@blogger.com
why did I get this?    unsubscribe from this list    update subscription preferences
Pastor Roland Bohnen · Pfarrer-Kreins-Str. 2 · Selfkant 52538 · Germany

Montag, 23. April 2018

Ich bin die Tür zu den Schafen. (Joh 10,7)

04 Woche der Osterzeit       Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 10,1-10.

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.
Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.  (Joh 10,7)

 

Jesus ist die Tür. Die Schafe sind die Menschen, die wir erreichen wollen. Es sind die Menschen, die Jesus noch nicht kennen. Wir können auf verschiedene Weise auf die Menschen zugehen, mit Jesus oder ohne Jesus. Ich erinnere mich, dass Menschen meine Einladung zum Gottesdienst immer wieder abgelehnt hatten. Zunächst verstand ich nicht, warum. Dann wurde mir klar, dass ich nicht mit Jesus auf die Menschen zugegangen war. Ich habe sie eingeladen, weil ich meinen Erfolg sehen wollte. Ich suchte mein Erfolgserlebnis, eine volle Kirche. Und das spürten die Menschen und zogen sich zurück.

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.

 

Wir müssen auf unsere Motive achten. Suche ich im Tiefsten nur nach Selbstbestätigung, indem ich die Menschen auffordere, den Weg zu gehen, den ich gehe? Oder geht es mir wirklich um sie, um ihr Heil, um ihr Leben in Fülle? Wenn ich durch Jesus auf die Menschen zugehe, dann gehe ich durch die richtige Tür, dann reinigt er immer wieder meine Motive. In Jesus kann ich gelassen werden. Es ist letztlich seine Sache, ob jemand kommt, wie viele kommen. Mit Jesus kommt eine neue Dimension in die zwischenmenschliche Beziehung, die entlastend und befreiend ist. Ich kann mich fragen: „Ist es überhaupt Jesus Wille, ist es für diesen Menschen jetzt dran? Oder führt Jesus ihn zunächst auf einem anderen Weg?" Das entspannt meine Haltung, ich muss ihn nicht unbedingt zur Kirche einladen, ich kann loslassen und ihn dem Willen Gottes überlassen.

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.

 

Leben wir also diese befreiende Botschaft! Achten wir darauf, dass Jesus in unseren menschlichen Beziehungen ist! Mit ihm können unsere Beziehungen gelingen.

 

Gebet:

Jesus, ich vertraue dir die Menschen an, besonders die schwierigen, die problematischen, die Menschen, für die ich nach menschlichem Ermessen keine Lösung sehe. Dir will ich alles anvertrauen. Hilf mir, dass ich immer mit dir auf die Menschen zugehe, dass ich sie in dir sehe. Danke, dass du mir in allem helfen willst und kannst.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019








This email was sent to tagesimpuls.morgentau127@blogger.com
why did I get this?    unsubscribe from this list    update subscription preferences
Pastor Roland Bohnen · Pfarrer-Kreins-Str. 2 · Selfkant 52538 · Germany

Samstag, 21. April 2018

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich. (Joh 10,14)

04 Sonntag der Osterzeit

 

EVANGELIUM                                                                          Joh 10, 11-18

 

11Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.

12Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht,

13weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.

14Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,

15wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.

16Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.

17Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.

18Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich. (Joh 10,14)

 

Jesus kennt uns, er liebt uns. Und auch wir kennen ihn. Erinnern wir uns: Das Wort „kennen" wird im Hebräischen auch für die intime Liebe benutzt. Maria sagt: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?" Für den Hebräer ist das tiefste Erkennen zwischen zwei Menschen die geschlechtliche Vereinigung. Dieser Sprachgebrauch zeugt von einer sehr hohen Vorstellung von Liebe, ganz im Gegenteil von der Oberflächlichkeit, die wir heute leider so oft erleben.

 

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.

 

Und dieses tiefe gegenseitige Kennen bezieht Jesus auf die Beziehung von Gott und Mensch. Es stimmt, wir vereinigen uns mit ihm in der Eucharistie. Er will in uns wohnen. Die Beziehung zwischen Jesus und uns ist ein Höchstmaß an Vereinigung, an Liebe. Durch die Eucharistie, in der wir Jesus in uns aufnehmen, werden wir so sehr eins mit ihm, wie wir mit einem anderen Menschen nie eins werden können. Jesus überwindet wirklich alle Grenzen, die uns noch voneinander trennen. Mit anderen Worten: Er versteht uns, er weiß alles, ihm müssen wir nichts erklären, mit ihm gibt es keine Missverständnisse, er spricht unsere Sprache, er allein kann sich voll und ganz auf unsere Gefühle, auf unsere Geschichte, auf unsere Erlebnisse einstellen. Keiner hat mehr Verständnis für uns als er.

 

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.

 

Aber wenn Jesus sagt: „Die Meinen kennen mich", ist das nicht eine Herausforderung? Haben wir nicht das Gefühl, ihn zu wenig zu kennen, ihn kaum zu kennen? Wenn Jesus das behauptet, dann kann es nicht sein, dass diese Aussage ein Gebot ist, das wir erfüllen müssen, so als würde er sagen: „Nun bemüht euch mal bitte darum, dass ihr mich besser kennen lernt!" Es ist vielmehr eine Gnade, die er uns geschenkt hat. Wir haben tief in uns eine Ahnung von ihm, eine Kenntnis von ihm, und diese Kenntnis ist der Motor, warum wir uns auf die Suche nach ihm begeben, warum wir ihn mehr kennenlernen wollen durch die Betrachtung der Schrift, warum wir Sehnsucht nach eine größeren Tiefe mit ihm haben. Natürlich ist es gut, wenn wir uns bemühen wollen, ihn besser kennen zu lernen. Aber die Ermutigung heute besteht darin, dass er schon eine tiefe Kenntnis von sich selbst in unser Herz gelegt hat.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir so sehr, dass du es bist, der den Prozess des gegenseitigen Kennenlernens angestoßen hat. Du hast eine tiefe Kenntnis von dir in unsere Herzen gelegt. Ja, ich will dich immer mehr kennenlernen. Danke, dass wir so sehr miteinander verbunden sind. Dass ich dich in der Eucharistie aufnehme, dass wir vereint sind in einer Tiefe, wie ich sonst mit keinem Menschen vereint sein kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

   

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019








This email was sent to tagesimpuls.morgentau127@blogger.com
why did I get this?    unsubscribe from this list    update subscription preferences
Pastor Roland Bohnen · Pfarrer-Kreins-Str. 2 · Selfkant 52538 · Germany