Mittwoch, 31. Mai 2017

Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. (Joh 17,13)

07 Woche der Osterzeit - Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 17,6a.11b-19.

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.
Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.
Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt.
Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

 

Tagesimpuls:

 

Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. (Joh 17,13)

 

Jesus will uns Freude schenken. Es geht um die Freude! Für mich ist das sehr wichtig, denn ich erlebe immer mehr, dass ich nicht Jesus nachfolgen kann, indem ich meine Gefühle missachte. In unserer mehr oder weniger streng deutschen Prägung würden wir natürlich dagegen sagen: „Es geht nicht um Gefühle. Es geht darum, dass man mit Kraft und Disziplin das Gute tun, ob man nun Freude daran hat oder nicht." Irgendwie ist dieser Standpunkt auch richtig. Mit dieser Mentalität haben wir viel geleistet, uns einen großen Wohlstand erworben, der die Grundlage von vielen schönen Dingen ist, die wir erleben dürfen. Und wir können damit weltweit sehr vielen Menschen helfen. Ich will also nicht gegen unsere von Disziplin geprägte Mentalität sprechen. Und trotzdem erlebe ich, dass es nicht funktioniert, wenn man nur so leben will. Ich tue nicht das Gute was ich will, wenn ich keine Rücksicht auf meine Gefühle nehme. Auf die Dauer kann ich nicht etwas machen, wenn es mir keine Freude macht.

 

Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.

 

Wenn ich dies in mir beobachte, dann fühle ich mich zunächst mal egoistisch. Unsere Mentalität verbietet uns so zu denken. Wenn jemand morgens nicht zur Arbeit erscheint, weil er heute keine Freude dabei verspürte, früh aufzustehen, dann lehnen wir es – zu Recht – als egoistisch ab, wie dieser Mensch sich verhält. Aber was hat das auf sich mit der Freude? Irgendetwas muss doch auch daran sein? Und sogar Jesus betont es. Jesus betont nicht, dass man ausschließlich mit Disziplin das Gute tun soll, ohne dabei auf seine Gefühle zu achten. Jesus sagt, dass er will, dass wir Freude in uns haben.

 

Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.

 

Jesus weiß, dass wir für die Freude geschaffen sind. Die Freude ist eine sehr große Triebfeder für unser Handeln. Ein Beispiel aus meinem Leben: Seit langem wusste ich, dass ich mehr Bewegung brauchte, aber Sport machte mir irgendwie keinen Spaß. Immer wieder hatte ich mal etwas angefangen, dann aber nicht regelmäßig gemacht. Bis ich dann etwas gefunden habe, was mir wirklich Spaß macht, und inzwischen bin ich richtig begeistert davon. Und das habe ich seit dem regelmäßig durchgehalten. Wenn die Freude dabei ist, dann klappt es – jedenfalls bei mir ist es so.

 

Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.

 

Ich spüre, dass der Tagesimpuls zu lang würde, wenn ich immer weiter versuchen würde, zu ergründen, was es mit der Freude auf sich hat, von der Jesus spricht. Wo ist die Abgrenzung zu reinem Egoismus, den ja niemand will? Und den Wert von Disziplin darf man ja auch nicht unterschätzen, wie oben gesagt. Aber auch wenn ich das Thema nicht in seiner ganzen Tiefe ergründen kann, so genügt es für mich für den Augenblick, dass ich mit heute vornehme, das Gute mit Freude zu tun, und dass ich immer daran denken will, dass Gott mich für die Freude geschaffen hat. Und Jesus betet für mich (und für uns alle), dass wir die Freude finden!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du willst, dass wir Freude haben. Ich höre daraus, dass wir die Gefühle nicht einfach übergehen können und sollen. Jesus, ich will nicht der Spaßgesellschaft frönen, das weißt du. In unserer Welt wird es angepriesen, dass man nur auf seinen eigenen Spaß achten soll, und auf die Mitmenschen müsse man weniger Rücksicht nehmen. Wir alle wissen, dass das nicht der richtige Weg ist. Jesus, ich bin überzeugt, dass die Liebe zu den Mitmenschen zur wahren Freude führt. Jesus, hilf uns, den Weg zur Freude zu finden.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

Dienstag, 30. Mai 2017

Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. (Joh 17,3)

07 Woche der Osterzeit – Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 17,1-11a.

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.
Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.
Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

 

Tagesimpuls:

 

Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. (Joh 17,3)

 

Wir dürfen Gott erkennen. In meiner Kindheit habe ich gelernt, man könne Gott nicht sehen, man müsse an ihn glauben. Ich habe gelernt, dass Gott ein höheres Wesen ist, mehr nicht. Niemand hat mir davon erzählt, dass man Gott erkennen kann, dass man seine Nähe spüren kann, ja das Gott wirklich helfen könne. Er war nur ein fernes höheres Wesen.

 

Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

 

Aber das war nicht richtig. Gott gibt sich zu erkennen. Er will sogar, dass wir ihn erkennen. Jesus ist in die Welt gekommen, um uns Gott zu offenbaren. Und die Erkenntnis Gottes ist weit mehr als nur eine Information über Gott; es ist das ewige Leben, dass schon jetzt beginnt. Wir Menschen können eine Gotteserkenntnis erlangen, so unselbstverständlich das auch klingen mag. Es ist wirklich außergewöhnlich, es ist ein ganz großes Privileg, welches Gott uns Menschen schenkt.

 

Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

 

Welchen Stellenwert hat dann aber der Glaube, von dem ich in der Kindheit gelernt habe? Und wieso verbirgt sich Gott denn, wenn er sich doch zu erkennen geben will? Ich glaube, dass der Glaube eine Vorstufe ist, um Gott erkennen zu können. Wir müssen ihm vertrauen, uns ihm anvertrauen, dann kann er sich uns zu erkennen geben. Und dieser Prozess wiederholt sich immer wieder in unserem Leben. Es gibt immer wieder Prüfungen, wo wir ihm vertrauen müssen, und dann gibt er sich wieder neu und tiefer zu erkennen. Ich glaube, das hängt damit zusammen, dass Gott sich nicht schenken kann, wenn jemand nicht glaubt, wenn man ihm nicht vertraut. Durch den Glauben schaffen wir die Voraussetzungen, dass Gott sich schenken kann.

 

Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

 

Danken wir Gott also, dass wir ihn erkennen dürfen! Geben wir uns ihm immer wieder hin in vollkommenem Vertrauen! So wird das ewige Leben in uns wachsen. Und genau das ist der Weg zum erfüllten Leben in Freude und Zufriedenheit!

 

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du dich zu erkennen gibst. Ich danke dir, dass Gott nicht nur verborgen bleibt, wie ich es in meiner Kindheit gelernt habe. Ich danke dir, Gott, dass du dich offenbaren willst. Du brennst darauf, dich zeigen zu können. Daher hast du deinen Sohn und den Heiligen Geist gesandt. Heiliger Geist, komm und hilf mir Glauben, komm und zeige dich, damit ich Gott immer mehr erkenne und immer mehr das ewige Leben geschenkt bekomme.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

Montag, 29. Mai 2017

In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt. (Joh 16,33)

07 Woche der Osterzeit – Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 16,29-33.

In jener Zeit sagten die Jünger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen.
Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist.
Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt?
Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

 

Tagesimpuls:

 

In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt. (Joh 16,33)

 

Vor kurzem erzählte mir jemand von einem sehr guten Priester. Dann ergänzte derjenige: „Aber dieser Priester wird sehr angegriffen in seiner Gemeinde, er hat es gar nicht leicht." Das scheint irgendwie zusammen zu gehören. Je mehr ein Priester ein Priester im Sinne Jesu ist, umso mehr wird er angegriffen, auch (und vielleicht gerade) von Seiten der Gemeinde selber, in der er wirkt. Ich glaube, das ist genau die Bedrängnis, von der Jesus hier spricht.

 

In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

 

Die Aussage über den guten Priester ist nur ein Beispiel. Ich glaube, dass dies für alle Christen gilt. Je mehr wir im Sinne Jesu leben, umso mehr kommen wir in Bedrängnis, werden wir angegriffen. In Weisheit 2,14 steht eine gute Erklärung dafür: „Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, schon sein Anblick ist uns lästig." Allein die Tatsache zum Beispiel, dass wir uns aufmachen und sonntags einen Gottesdienst mitfeiern, zeigt den Menschen, die das nicht tun, dass man auch anders leben könnte, wenn man wollte. Und so ist es mit allem, was wir tun. Indem wir als Christen handeln, geben wir zu Erkennen, dass ein solches Leben möglich wäre. Derjenige, der genau das nicht will, aber vielleicht in seinem Innersten spürt, dass es richtig wäre, christlich zu leben, dem sind wir mit unserem Verhalten ein lebendiger Vorwurf, ohne dass wir etwas sagen.

 

In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

 

Die Bedrängnis ist also unvermeidbar. Auch wenn wir niemandem etwas zu Leide tun wollen, treten wir unseren Mitmenschen automatisch auf die Füße durch unser christliches Leben. Aber Jesus macht uns Mut. Er hat die Welt besiegt. Und er gibt uns Kraft, alles zu überwinden. Vor kurzen hörte ich einen schönen Satz: „Der Teufel kann uns zwar ärgern und manches Leid zufügen, aber er kann uns nicht stoppen." Wir müssen damit leben, dass wir immer wieder Knüppel zwischen die Beine geschmissen bekommen. Irgendwelche Menschen werden immer lästern, meckern, uns den Weg schwer machen. Dagegen sagt Jesus nur:

 

In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

 

Lassen wir uns also durch derartige Störungen nicht entmutigen. Gehen wir unseren Weg gerade weiter. Jesus hat gesiegt, und wir dürfen Anteil haben an seinem Sieg.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns Mut machst. Du hast offen gesagt, dass wir es nicht immer leicht haben werden. Und wir erleben es wirklich. Es gibt diese Störungen, es gibt dieses Lästern und Meckern. Aber statt uns zu ärgern, wollen wir uns von dir Mut machen lassen. Hilf uns, dass wir mit Mut und Ausdauer unseren Weg gehen, auch wenn es immer Menschen gibt, die uns das Leben schwer machen.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

Samstag, 27. Mai 2017

Für sie bitte ich. (Joh 17,9)

07 Sonntag der Osterzeit

 

EVANGELIUM

Joh 17, 1-11a

 

In jener Zeit

1erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.

2Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.

3Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

4Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.

5Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.

6Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.

7Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.

8Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.

9Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.

10Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.

11aIch bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

 

 

Tagesimpuls:

 

Für sie bitte ich. (Joh 17,9)

 

Jesus betet für uns. Wir müssen uns das klar machen, damit wir nicht eine falsche Vorstellung vom Gebet bekommen. Wenn man noch keinen großen Glauben hat, dann glaubt man nicht, dass Gott es gut mit uns meint. Dann betet man in der Haltung des Unglaubens. Man bittet Gott, vielleicht quengelt man auch wie ein Kind, dass Gott es doch endlich gut mit mir meinen möge und mir das geben möge, was ich haben will. Wenn man dagegen einen größeren Glauben hat, dann weiß man, dass Gott es gut meint, immer. Er meint es noch viel besser mit mir und mit der Welt, als ich es jemals meinen kann. Wenn es jemanden gibt, der ein Interesse daran hat, uns Menschen zu helfen, dann ist es Gott. Wir müssen Gott nicht erst im Gebet überreden, gut zu uns zu sein.

 

Für sie bitte ich.

 

Weil Gott es so gut mit uns meint, deshalb hat Jesus uns alles geschenkt. Er hat nichts zurückgehalten. Er betet für uns. Wie ist denn das zu verstehen? Muss Jesus denn etwa erst den Vater überreden, dass der Vater es endlich gut mit uns meinen möge? Nein! Jesus und der Vater sind eins. Jesus meint es unendlich gut mit uns, der Vater meint es unendlich gut mit uns. In Gott gibt es keine Spaltung, keine Zwietracht. Aber was heißt dann beten? Was bedeutet, dass Jesus für uns betet?

 

Für sie bitte ich.

 

Beten ist zuerst eine Liebesbeziehung. Im Rahmen dieser Liebesbeziehung steht die Fürbitte. Aber die Fürbitte ist nicht alles im Gebet. Wenn die Fürbitte ihren richtigen Stellenwert hat in dieser Liebesbeziehung, dann steht das Habenwollen nicht im Mittelpunkt. Der Beter weiß, dass Gott ihm alles schenkt. Wenn er Gott um etwas bittet, dann ist es so wie das Abholen, das in Empfang-Nehmen der Gaben Gottes. Ich rufe seine Barmherzigkeit auf einen Menschen herab. Ich weiß, dass ich durch meine Fürbitte Segen verschenken kann im Namen Gottes. Gott will das. Er will, dass wir uns gegenseitig nicht nur irdische Gaben, sondern auch himmlische Gaben schenken können. Das ist Fürbitte. Es ist wie, wenn ich einen Freund besuche und ihm ein Geschenk mitbringe. So erbittet Jesus für uns Geschenke von Gott. Nicht, dass er Gott umstimmen müsste, gut zu uns zu sein, sondern es ist genau der Ausdruck der Güte Gottes. In der Fürbitte Jesus zeigt sich Gottes Güte zu uns. Er schenkt uns alle Gaben, die Gott uns irgendwie schenken kann.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du für uns betest. Ich danke dir, dass du uns schon alles geschenkt hast, dass du nichts zurückgehalten hast. Im Gebet will ich immer wieder deine Gaben abrufen, deine Geschenke abholen, die Welt mit Segen erfüllen. Ich will mit helfen, deinen Segen in der Welt zu verteilen, indem ich bete. Aber hilf mir auch, zu beachten, dass mein Gebet zu allererst eine Liebesbeziehung zu dir ist.

 

 

Pastor Roland Bohnen