Samstag, 13. Mai 2017

Tagesimpuls: Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6a).

05 Sonntag der Osterzeit

 

EVANGELIUM

Joh 14, 1-12

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

1Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!

2Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?

3Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

4Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.

5Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?

6Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

7Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

8Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.

9Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?

10Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.

11Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!

12Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

 

 

Tagesimpuls: Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6a).


Diese feierliche Selbstaussage Jesu will uns Mut machen und trösten, denn bei all unserem Bemühen und Streben nach einem christlichen Leben erfahren wir doch auch jeden Tag schmerzhaft, dass wir versagen und unsere Vorsätze nicht erreichen. Und in genau dieser Situation sagt uns Jesus zu, dass auch dieses Es-noch-nicht-erreicht-haben, dieses Unterwegs-sein mit Ihm zu tun hat, denn er ist auch der Weg zur Wahrheit und zum Leben!

6Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

 Wir sollen nicht einem ausgedachten Ideal-Bild von uns folgen (denn unser Denken weiß immer, was noch besser sein" könnte an uns, aber das frustriert ja nur!), nein, wir dürfen anerkennen, dass wir noch nicht perfekt sind, sondern auf dem Weg dahin. 

Und dieser Weg ist Jesus! Er sagt einmal zu einer begnadeten Seele: „Ich kenne dein Elend, deine Kämpfe, die Drangsale deiner Seele, die Schwächen deines Leibes. Ich weiß auch um deine Feigheiten, deine Sünden und trotzdem sage ich dir: Gib mir dein Herz, liebe mich so wie du bist! ... Ich will die Liebe deines armen Herzens,; denn wenn du wartest, bis zu vollkommen bist, wirst du mich nie lieben! 

6Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Christsein heißt also: Jesus heute mit allen Gedanken und Kräften lieben, die mir heute zur Verfügung stehen und ganz auf ihn schauen! Nicht auf mein Versagen schauen, nicht darüber nachgrübeln, denn dann bin ich ja wieder bei mir selbst und eben nicht bei Jesus. 

Das schließt natürlich eine ernste Gewissenserforschung vor der Beichte nicht aus, aber es gibt auch ein unfruchtbares Kreisen-um-sich-selbst, warum ich noch so schwach bin" und da ermutigt uns Jesus ganz klar, dass es wichtig ist, auf dem Weg zu sein zu Vollkommenheit, denn: 

6Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Und wenn wir zu wenig Liebe zu ihm und den Menschen haben? Dann dürfen wir um übernatürliche Liebe bitten! Und diese Bitte um Liebe wird Jesus gerne und schnell beantworten, Er wird den Heiligen Geist ausgießen in unsere Herzen jedes Mal, wenn wir beten (vgl. Röm 5,5). Suchen wir ihn also zu lieben in allen Situationen des heutigen Tages und ebenso unsere Mitmenschen – und die vielen Erweise der Liebe werden dem Tag heute einen Glanz verleihen – und die Schwächen werden weggesteckt, denn wir sind ja auf dem Weg – unterwegs – und dabei schon bei Jesus!

Gebet: 

Jesus, gib mir heute Liebe ins Herz, damit ich dich lieben kann. Es ist so schön, dass du dich nach meiner Liebe sehnst, dass ich dir etwas schenken kann und dass dujedes Geschenk meiner Liebe an Dich würdigst, mag es auch noch so klein sein. Du siehst mein ehrliches Streben nach der Liebe. Danke, dass du mir hilfst und dich auch über kleine Geschenke freust. Du bist so gütig und demütig. Danke, Jesus"

in Vertretung 

Pastor Thomas Wieners

 

 


Pastor Roland Bohnen 
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant - Süsterseel