Montag, 1. Mai 2017

Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. (Joh 6,26)

03 Woche der Osterzeit – Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 6,22-29.

In jener Zeit sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren.
Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten.
Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.
Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

 

Tagesimpuls:

 

Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. (Joh 6,26)

 

Dies ist eine sehr anspruchsvolle Lehre Jesu. Eigentlich hätte man gedacht, dass es schon gut ist, wenn man Jesus überhaupt sucht, insbesondere in einer Zeit, in der viele Menschen Jesus nicht, oder wenigstens nicht bewusst suchen. Da müsste Jesus sich doch freuen, wenn die Menschen ihn suchen. Und ich bin sicher, er freut sich auch über jeden, der ihn sucht. Aber dennoch geht er mit uns einen Schritt weiter.

 

Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

 

Nun sollen wir uns auch prüfen, warum wir ihn suchen. Suchen wir ihn nur, weil wir uns davon materielle Vorteile erhoffen, wie z.B. Gesundheit, finanziellen Segen oder etwas anderes? Vielleicht Anerkennung in einer Gemeinschaft, Bestätigung, Lob... Warum suche ich Jesus? Was ist mein Motiv? „Was sucht ihr?" fragt Jesus seine Jünger schon ganz zu Beginn bei der ersten Begegnung (Joh 1,38).

 

Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

 

Wir sollen ihn suchen, weil wir Zeichen gesehen haben. Wir sollen ihn suchen, weil wir glauben, dass er der Sohn Gottes ist. Wir sollen ihn suchen, auch wenn wir keine Vorteile dadurch bekommen für unser Leben. Wir sollen ihn um seiner selbst willen suchen, so wie er uns um unserer selbst willen liebt. Wenn man einen Menschen liebt, dann ist da kein „um zu". Dann mag man den Menschen einfach. Man will in seiner Nähe sein. So will Jesus auch von uns geliebt werden, ohne Hinterabsichten. Das heißt nicht, dass wir keine Fürbitten machen dürfen. Natürlich freut sich Jesus über unsere Fürbitten, und es ist selbstverständlich, dass er uns gibt, was wir erbitten, so wie wenn Kinder von der Schule nach Hause kommen und die Mutter um etwas zu Essen bitten. Das ist normal. Es ist normal, dass die Mutter ihnen das Abendessen macht. Aber die Kinder lieben die Mutter doch nicht nur deswegen. Sie lieben die Mutter, weil sie die Mutter ist. Und dass die Mutter den Kindern zu essen gibt, ist völlig normal.

 

Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

 

Zeigen wir Jesus, dass wir ihn lieben! Lassen wir ihn spüren, dass uns etwas an ihm liegt, an seiner Person, an ihm selbst, nicht nur daran, was er uns gibt.

 

Gebet:
Jesus, heute will ich dir meine Liebe schenken. Ich sage dir, dass ich dich liebe. Ich freue mich über dich. Ich bin so froh, dass es dich gibt. Du bist immer gut zu mir. Du gibst mir immer mein tägliches Brot. Aber dennoch will ich dich nicht nur deswegen lieben. Ich liebe dich, weil ich dich liebe, ohne Grund, einfach, weil es gut ist, weil es schön ist. Danke Jesus, danke für die Liebe, die du in mein Herz schenkst.

 

 

Pastor Roland Bohnen