Dienstag, 2. Mai 2017

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. (Joh 6,35)

03 Woche der Osterzeit – Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 6,30-35.

In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?
Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.
Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!
Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.  (Joh 6,35)

 

„Nie mehr hungern, nie mehr Durst haben!" Das ist ein großartiges Versprechen. Und Jesus will uns das schenken, wenn wir zu ihm kommen und an ihn glauben. Wonach hungern und dürsten wir? Was brauchen wir für unser Leben? Was macht uns satt? Ich erinnere mich, dass ich eine Familie besucht hatte, und, obwohl wir uns noch kaum kannten, stellte mir der Familienvater diese Frage: „Was ist es, wovon du lebst, was dich immer wieder erfüllt was dir die Kraft gibt, immer wieder weiter zu machen?" Ich wunderte mich über diesen „steilen" Gesprächseinstieg. Normalerweise macht man erst mal etwas Small Talk. Aber es war gut, wir kamen in ein schönes, tiefes Gespräch.

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Wäre das etwas, worüber wir mit unseren Partnern, unseren Freunden, Eltern auch einmal sprechen könnten? Woraus lebe ich? Was tut mir gut? Was bringt mich weiter? Was ist es, das meine Sehnsucht stillt, das mich erfüllt?

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Es ist ein wenig eine Provokation, wenn Jesus sagt, dass er derjenige sei, der uns satt macht, der das alles erfüllt. Ist das wirklich so? Erlebe ich das? Was tue ich alles, um meine Sehnsucht zu erfüllen, um glücklich sein zu können? Gehe ich zu Jesus? Kann ich für mein Leben wirklich bestätigen, dass Jesus es ist der all meinen Hunger und Durst stillt? Oder suche ich auch vielen anderen Wegen nach Erfüllung, Befriedigung, Freude und Glück?

 

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Vielleicht antworten viele: „Es sind Menschen, die mich glücklich machen." Hat das etwas mit Jesus zu tun? Oder anders gefragt: Was hat das mit Jesus zu tun? Meiner Ansicht nach ist es gefährlich, wenn man sein Glück nur von Menschen abhängig macht. Können Menschen das leisten? Sind sie damit nicht überfordert, denn auch sie sehnen sich danach glücklich zu sein. Wenn zwei Bedürftige zusammen kommen, und jeder erwartet, dass der andere ihn glücklich macht, wozu führt das? Brauchen wir nicht eine Quelle, die tiefer ist? Hier kommt Jesus ins Spiel. Wenn wir nicht Jesus haben, dann sind die Beziehungen zu Menschen ein brüchiges Fundament, so wertvoll sie auch sind. Jesus wurde von den meisten Menschen verlassen. Das heißt nicht, dass er sie nicht geliebt hätte, und das heißt auch nicht, dass sie ihn nicht geliebt hätten. Aber Jesus hatte noch eine tiefere Quelle, die Beziehung zu seinem Vater. Und so brauchen wir auch die Beziehung zu Jesus. Es ist schön, wenn wir viele Menschen haben, die uns lieben und die wir lieben. Aber wir brauchen die Beziehung zu Jesus. Sie ist die Quelle, sie ist das Fundament von allem.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du die Quelle und das Fundament unseres Glücks bist. Ich erlebe, dass ich das Glück und die Befriedigung meiner Sehnsüchte vielfach unabhängig von dir suche. Ich müsste mehr zu dir kommen, mehr an dich glauben. Jesus, bitte hilf mir, dass ich dich immer mehr erkenne als die tiefste Quelle von allem, als der, der wirklich meinen Hunger und Durst stillt. Hilf mir, zu erkennen und auch zu spüren, was Irrwege sind, so dass ich sie nicht mehr gehe. Ich will dich annehmen als meinen Retter und Erlöser, der mir die Nahrung schenkt, die ich brauche.

 

 

Pastor Roland Bohnen