Montag, 15. Mai 2017

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. (Joh 14,21)

05 Woche der Osterzeit – Montag   

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 14,21-26.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?
Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.
Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.
Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

 

Tagesimpuls:

 

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. (Joh 14,21)

 

Liebe ist mehr als nur ein Gefühl. Liebe zeigt sich in Taten. Wenn ich sage, ich liebe Jesus, dann muss ich auch seine Gebote halten, sonst ist meine Aussage nicht wahrhaftig. Ebenso ist es in der Liebe zu unseren Mitmenschen. Wenn einer sagt, dass er seinen Mitmenschen liebt, dann kann er ihn nicht gleichzeitig betrügen. Die Taten müssen die Liebe ausdrücken. Wahrhaftig ist ein Mensch nur dann, wenn Wort und Tat übereinstimmen.

 

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt.

 

Wir erleben täglich, dass wir immer Sünder bleiben. In sofern wir sündigen, lieben wir Jesus nicht. Die Sünde ist ein Mangel an Liebe. Durch die Vergebung können wir immer wieder neu beginnen. Das Ziel ist, dass die Liebe in uns wächst. Die Liebe wird sich immer in Taten erweisen. Wir lernen, seine Gebote immer besser zu halten. Unser Leben wird immer mehr von Jesus geprägt.

 

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt.

 

Wenn wir so leben, dann wird Jesus sich uns offenbaren. Jesus offenbart sich dem, der liebt. Die Liebe ist Voraussetzung dafür, dass Jesus sich offenbart. Das heißt nicht, dass wir uns die Offenbarung verdienen könnten. Sie bleibt immer ein Geschenk. Aber wenn die Voraussetzung der Liebe auf unserer Seite nicht erfüllt ist, dann kann sich Gott nicht offenbaren. Deswegen offenbart er sich nicht der Welt.

 

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt.

 

Wir sehen in diesen Worten Jesu, wie sehr Gott sich uns schenken will. Die Mystik, die tiefe Gotteserfahrung, soll uns geschenkt werden. Die Dreifaltigkeit will in uns wohnen. Der Heilige Geist will uns belehren. Das Feuer Gottes will auf uns herab fallen. Ein schöner Vergleich aus dem Alten Testament: Worauf fiel im Alten Testament immer das Feuer Gottes? – Auf das Opfer! Wir sind das Opfer, wenn wir seinen Willen tun. Wir bringen keine Brandopfer dar, sondern Lobopfer. Und vor allem: Das Opfer, unseren Eigenwillen aufzugeben und die Gebote Jesu zu halten. Dort, wo wir dieses Opfer bringen, dort fällt das Feuer Gottes, der Heilige Geist, auf uns herab. Wir bringen uns selber Gott als lebendiges Opfer dar (vgl. Röm 12,1).

 

Gebet:

Jesus, ich will deine Gebote halten. Manchmal ist es leicht, aber manchmal ist es auch schwer. Es gibt so viele Ablenkungen, auch so viele Kräfte, die mich in die andere Richtung ziehen. Befreie mich von allen bösen Kräften, die mich hindern wollen, deinen Willen zu tun, deine Gebote zu halten. Befreie mich von allen schlechten Angewohnheiten, die gegen deine Gebote stehen. Herr befreie mich, damit ich deine Gebote erfüllen kann, damit Liebe Einzug halten kann in mein Inneres, damit das Feuer Gottes auf mich fallen kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen