Dienstag, 9. Mai 2017

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. (Joh 10,27)

04 Woche der Osterzeit - Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 10,22-30.

In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter,
und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab.
Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen!
Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab;
ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.
Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.

 

Tagesimpuls:

 

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. (Joh 10,27)

 

Wenn ich zurückschaue auf mein Leben, dann bin ich sehr dankbar. Es gab eine Zeit, als ich mich danach gesehnt habe, diese Stimme zu hören und zu kennen. Wenn ich damals diese Aussagen der Bibel hörte, dann konnte ich damit nichts anfangen. Wie kann man die Stimme Gottes hören? Ist Gebet nicht eine Einbahnstraße? Ist es nicht so, dass wir immer Gott etwas sagen, aber spricht Gott jemals zu uns? In unserer religiösen Erziehung gab es das nicht. Niemand hat uns erklärt, dass Gott heute noch genauso zu uns Menschen sprechen will und kann, so wie es in der Bibel geschildert wird.

 

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.

 

Inzwischen ist es für mich ganz selbstverständlich geworden. Gott offenbart sich, Gott spricht zu uns. Wir hören seine Stimme. Wir bemühen uns, im Dialog mit ihm zu sein, seinen Willen zu erkennen, von ihm zu hören. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Wenn ich ehrlich bin, dann ist mein heutiges Problem nicht mehr, von Gott zu hören, sondern seinen Willen zu leben. Ich sehe immer wieder, wie mein Eigenwille dem Willen Gottes widerspricht. Ich lebe nicht immer das, was ich von Gott erkenne, so wie es Paulus in Römer 7 beschreibt (Röm 7,14-25).

 

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.

 

Jesus sagt, dass seine Schafe ihm folgen. Das ist richtig. Ich würde das von mir auch behaupten. Aber es sind da auch die Momente, wo ich ihm noch nicht so ganz folge, wo wie gesagt mein Eigenwille ihm widerspricht. Hier vertraue ich auf seine Gnade, dass er mir hilft, meinen Eigenwillen zu überwinden und ihm immer mehr zu folgen. Das wird nur durch seine Gnade und seine Kraft gehen. Wenn ich nur auf mich gestellt wäre, würde ich das nie schaffen.

 

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.

 

Ich bin also dankbar für die persönliche Beziehung zu Jesus, dass dieser Satz für mich Wirklichkeit geworden ist. Ich höre auf seine Stimme, sie ist lebendig in mir, sie leitet mich, sie gibt mir Hoffnung, sie gibt mir Kraft und Freude. Hören wir auf seine Stimme! Leben wir ganz aus seinem Wort!

 

Gebet:

Jesus, ich bin dir so dankbar! Danke, dass wir dich lebendig erfahren dürfen! Danke, dass du wirklich zu uns sprichst. Wir können deine Stimme im Inneren unseres Herzens hören, wenn wir dein Wort lesen und es bedenken. Bitte hilf mir, dass ich dein Wort noch mehr befolge. Gib mir dazu deine übernatürliche Gnade und Kraft.

 

 

Pastor Roland Bohnen