Mittwoch, 10. Mai 2017

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. (Joh 12,49)

04 Woche der Osterzeit - Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 12,44-50.

In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat,
und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.
Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.
Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.
Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag.
Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.
Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

 

Tagesimpuls:

 

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. (Joh 12,49)

 

Jesus lebt aus einer engen Beziehung zu Gott heraus. Was er sagt und tun, das hört er vom Vater. Der Vater spiegelt sich in ihm. Hier betont Jesus die Worte. An anderen Stellen betont er die Werke. Das hängt sehr eng mit einander zusammen. Worte sind eine bestimmte Art von Taten. Mit Worten bewegt man etwas, verändert man etwas. Im hebräischen ist es sogar dasselbe Wort, welches Wort und Tat bezeichnet. Da kommt der Zusammenhang besonders deutlich zum Ausdruck.

 

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.

 

Auch für uns ist es wichtig, aus der Führung vom Vater heraus zu leben. Wir empfangen diese Führung von Jesus und vom Heiligen Geist. Der dreifaltige Gott ist ja in sich ganz eins in seinem Willen. Was Jesus sagt, und was der Heilige Geist sagt, stimmt immer vollkommen überein mit dem, was der Vater sagt. Und in diese Übereinstimmung sollen wir auch hineinkommen. Das heißt nicht, dass wir dann am Ende alle dasselbe tun. Im Gegenteil, Gott hat uns in Unterschiedlichkeit und Vielfalt geschaffen. Wenn jeder den Willen Gottes tut, dann wird aus der bunten Vielfalt eine Einheit, ohne dass die Vielfalt und Eigenheit jedes Einzelnen zerstört wird.

 

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.

 

Der Weg zur Übereinstimmung mit dem Willen Gottes hat eine für uns subjektiv angenehme und eine eher schwierige Seite. Die Angenehme ist: Gott hat einen Plan für unser Leben, er schenkt uns Sinn, Richtung, Orientierung. Darin liegt auch eine Verheißung auf ein gewisses Gelingen, auf eine Fruchtbarkeit. Es soll gut werden, unser Leben. Aber die Schwierigkeit besteht darin: Wir müssen mitunter von anderen eigenen Plänen loslassen. Es kostet uns etwas, mit dem Willen Gottes übereinzustimmen. Diese Umkehr kann uns nur dadurch „versüßt" werden, dass wir uns auf die guten Verheißungen freuen, dass wir uns ermutigt fühlen dadurch, dass Gott für uns einen guten Plan hat.

 

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.

 

Heute wäre unser Ziel, dass wir lernen, in Übereinstimmung mit dem Vater zu sprechen. In Übereinstimmung mit Jesus, mit dem Heiligen Geist. Was für eine anspruchsvolle Aufgabe! Packen wir es an. Beginnen wir mit unserem Denken! Versuchen wir, wie Jesus, in Übereinstimmung mit Gott zu denken! Was würde Jesus jetzt denken? Was würde er jetzt sagen? Was würde er jetzt tun?

 

Gebet:

Jesus, ich finde es beeindruckend, wie du alles, was du sagst, vom Vater hörst. Du hast ganz in Übereinstimmung mit dem Vater gelebt. Ich will das auch. Leider kommt in mir immer wieder der Eigenwille durch. Hilf mir, dass ich von meinem Eigenwille besser loslassen kann. Ich weiß, du schenkst mir die Gnade dazu. Führe mir immer die Freude vor Augen, wie schön es ist, dass du einen guten Plan für mein Leben hast. Lass mich eine große Sehnsucht haben, mit deinem Plan übereinzustimmen.

 

 

Pastor Roland Bohnen