Dienstag, 17. Juli 2018

In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten. (Mt 11,20)

15 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 11,20-24.

In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten: 

Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. 

Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch. 

Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute. 

Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.

 

 

Tagesimpuls:

 

In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten.  (Mt 11,20)

 

Wir sehen, dass Jesus etwas von uns erwartet. Es ist zu wenig, wenn wir uns nur an ihn wenden, wenn wir etwas von ihm wollen, aber wenn wir nicht seine Jünger werden und seinen Willen befolgen. Viele Jahre habe ich das nicht verstanden. Wir hatten im Studium gelernt, dass sich Martin Luther gegen die „Werkgerechtigkeit" gewendet hatte. Man müsse keine guten Werke vollbringen, man müsse nur glauben. Wenn wir Katholiken nun zu sehr die Werke betonen würden, dann würden wir in die Gefahr der Pharisäer verfallen. Außerdem könne man sich die Gnade ja nicht verdienen durch gute Werke oder Werke der Buße.

 

In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten.

 

Diese Gedankenwelt hat mich, wie ich heute erkenne, negativ beeinflusst. Ich habe es mir dadurch über viele Jahre zu bequem gemacht. Ich will nicht sagen, dass mein ganzes christliches Leben dadurch korrumpiert worden ist. Aber es hat Schaden gelitten, und mit einer gesunden, nicht von diesen irreführenden Gedanken beeinflussten Theologie wäre ich heute vielleicht an einem anderen Punkt.

 

In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten.

 

Nein, Jesus erwartet von uns, dass wir Frucht bringen, dass wir gute Werke tun, dass wir seine Jünger sind und auch so leben! Und das ist kein bequemer Weg. Da müssen wir unser Fleisch „kreuzigen", wie Paulus es sagt. Wir müssen uns lossagen von weltlichen Vergnügungen. Wir müssen nicht asketisch leben wie strenge Mönche und Nonnen. Aber wir müssen lernen, in allem das richtige Maß zu finden, auch bereit sein zum Fasten und unseren Eigenwillen loszulassen. So wie ich es jetzt erkenne, fängt es wirklich im Kopf an. Wenn dir dein Kopf sagt: „nein, du musst nicht Buße tun, das ist alles Werkgerechtigkeit", dann machst du es dir schwer.

 

In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten.

 

Lassen wir heute das Wort Jesu in uns wirken! Jesus sagt: Wir sollen umkehren, wir sollen als seine Jünger leben. Es genügt nicht, wenn wir Wunder erleben und Lobpreis machen, es genügt nicht, wenn wir nur sagen, dass wir an ihn glauben und dass er uns wichtig ist. Es genügt nicht einmal, wenn wir sagen, dass wir Jesus in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen wollen und viel zu ihm beten, wenn wir nicht an den Punkten umkehren, wo er Umkehr von uns erwartet. Nichts gegen das Beten, das Beten ist die allergrößte Hilfe, aber es muss zu der Umkehr führen, die Jesus will.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mir Klarheit geschenkt hast. Wir sollen umkehren und die guten Werke vollbringen, die du uns schenkst – alles mit Hilfe des Glaubens und mit Hilfe deiner Gnade. Jesus, ich bitte dich heute: Mach mich stark! Lass mich kraftvoll deinen Willen tun. Lass mein Leben fruchtbar werden!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

1 Kommentar:

  1. Hallo Herr Pastor Bohnen, sie schreiben heute im ersten Absatz "Wir sehen, dass Jesus etwas von uns erwartet. "

    Beim nochmaligem Lesen des heutigen Evangelium, muss ich mich fragen: "sehe ich wirklich was DU - JESUS von mir erwartest" ... sehe ich "wirklich" hin...

    oder wird mein Blick, wie vielfach schon geschehen in eine andere Richtung gelenkt...in die Richtung des "Weltlichen", in der ich mich so leicht verlieren kann?

    O,mein Herr Jesus Christus, lass meinen Blick in deine Richtung schauen, und mache meine Hoffnung auf deine Barmherzigkeit,nicht zunichte, sondern stärke meinen Glauben. Amen

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