Montag, 9. Juli 2018

Da lachten sie ihn aus. (Mt 9,24)

14 Woche im Jahreskreis     Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 9,18-26.

In jener Zeit als Jesus redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig. 

Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern. 

Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes; 

denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. 

Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt. 

Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah, 

sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. 

Als man die Leute hinausgedrängt hatte, trat er ein und fasste das Mädchen an der Hand; da stand es auf. 

Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.

 

 

Tagesimpuls:

 

Da lachten sie ihn aus.  (Mt 9,24)

 

Wenn wir an das Übernatürliche glauben und es bezeugen, dann werden wir immer wieder ausgelacht und verspottet. Auch wenn die Leute nicht lachen, reagieren sie zumindest innerlich mit Unverständnis. Man spürt das. In Gesprächen versuchen die Menschen, das übernatürliche Handeln Gottes auf Psychologie zu reduzieren. Wenn man ganz fest an etwas glaube, dann könnten Dinge geschehen, die man nicht erklären kann. Aber dies geschehe dann durch den Glauben. Das Wirken Gottes kennen diese Menschen nicht. Sie glauben nicht daran, dass eine Kraft, die von Außerhalb des menschlichen Bereichs kommt, solche Dinge bewirken könnte.

 

Da lachten sie ihn aus.

 

Jesus lässt sich von den Reaktionen der Menschen nicht beirren. Er geht zielstrebig seinen Weg. Er ärgert sich auch nicht. Wir sollten uns auch nicht ärgern. Eigentlich wollen wir ja die Ungläubigen ansprechen. Wieso wundern wir uns dann, wenn die Ungläubigen auf ihre ungläubige Art und Weise reagieren und uns auslachen? Da zeigt doch, dass sie Notiz von uns genommen haben. Sie werden also berührt von dem, was wir im Namen Jesu tun.

 

Da lachten sie ihn aus.

 

Ich finde es auch interessant, dass Jesus alle rausschmeißt, um mit dem Mädchen allein zu sein. Ich erinnere mich an Situationen, wo ich das auch mal gern getan hätte. Eigentlich finde ich es gut, wenn bei einer Krankensalbung viele Angehörige mitbeten. Aber ich habe auch schon erlebt, dass ich mit dem Kranken über Heilung sprechen und in diesem Sinne mit ihm beten wollte, und der Unglaube der übrigen Verwandten das Ganze gestört und verhindert hat. Dieses Evangelium ermutigt mich, dass ich, wenn dies noch mal so geschehen sollte, ich dann den Mut habe, darum zu bitten, mit dem Kranken allein sein zu dürfen. Früher war das üblich. Da hatte der Priester immer diese Chance, weil es selbstverständlich war, dass der Kranke noch gebeichtet hatte. Ich glaube, an diese sinnvolle Tradition sollten wir wieder anknüpfen. Gleich ob der Kranke den Wunsch äußert zu beichten oder nicht, so kann ich doch als Priester den Wunsch äußern, einmal allein sein zu können mit dem Kranken.

 

Da lachten sie ihn aus.

 

Stellen wir uns also in den Dienst des Heilswirkens Jesu! Lassen wir uns nicht zurückhalten durch Spott und Unglauben! Das wird es immer geben, aber wir sind gesendet, das Heilswirken Gottes in die Welt zu bringen. Und die Ungläubigen dürfen uns nicht daran hindern. Nicht sie sollen uns stoppen durch ihren Unglauben, sondern wir wollen sie berühren durch unseren Glauben und durch das Heilswirken Gottes.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du dich nicht hast abbringen lassen, weder durch das Lachen der Menschen noch durch die Menge, die in dem Haus war. Du hast einfach weiter gemacht mit dem, was du vorhattest. Und wenn dich die Menschen gestört haben, dann hast du sie weggeschickt. Hilf uns, dass wir uns nicht irritieren lassen durch die Reaktionen der anderen! Hilf uns, dass wir unseren Weg des Glaubens weiter gehen und alle Hindernisse überwinden.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

1 Kommentar:

  1. Du mein Herr und mein Gott, stärke unseren Glauben immer mehr und mehr, damit deine gnadenvolle Heilung in uns Wirklichkeit werde. Amen

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